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Bagdad (Fidesdienst) - Das Verbindungsbüro der Caritas Irak
in Amman (Jordanien) ist- soweit möglich - täglich in
Kontakt mit den 14 Caritas-Zentren im Irak. Von dort aus wurden
auch die ersten Nothilfen für die Bevölkerung im Irak
koordiniert. Auf Anfrage von Erzbischof Gabriel Kassab von Basra
wurde ein erster Transport von 20 Containern mit Chlortabletten
zur Wassereinigung in die Stadt im Süden des Irak organisiert.
Die Lieferung reicht zur Reinigung von 1,5 Millionen Liter Wasser,
was dem Tagesbedarf von 100.000 Personen entspricht. Durch die
Bombardierungen der Alliierten in den vergangenen Tagen war die
Strom- und Wasserversorgung der Stadt zerstört worden. 60
Prozent der 1,5 Millionen Einwohner Basras benuten das mit Abwasser
verschmutzte Flusswasser zum Trinken und Kochen. Die Gefahr der
Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen hat sich dadurch dramatisch
erhöht.
Auch in Bagdad, wo nach wie vor schwere Schäden durch die
Bombardierungen in Wohngebieten beklagt werden, führen die
Mitarbeiter der Caritas ihre bisherige Arbeit fort, Das Oberhaupt
der römisch-katholischen Kirche in Bagdad, Erzbischof Jean
Benjamin Abi hat erklärt, dass die Kirchen der Stadt gleichwohl
Christen und Muslimen Zuflucht bieten.
Die Caritas Zentren sind in den vergangenen Monaten mit finanzieller
Unterstützung des internationalen Caritas-Netzwerkes mit
Notfallmedizin, Krankenwagen, Wasserreinigungstabletten und Generatoren
ausgestattet worden. Sie sind auch ohne weiteren Nachschub von
Hilfsgütern in der Lage noch etwa zwei bis drei Wochen Not-
und Soforthilfe zu leisten. Caritas Irak ist eine eigenständige
Organisation, die vor elf Jahren von der chaldäischen Kirche
gegründet wurde und Mitglied von Caritas Internationalis
ist, dessen insgesamt 154 Mitgliedsagenturen in über 200
Ländern tätig sind.
Nach wie vor sind die Grenzen zu den Nachbarländern für
Flüchtlinge aus dem Irak geschlossen, doch es werden Vorbereitungen
für die zukünftige Unterbringung von irakischen Flüchtlingen
getroffen, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.
In den beiden Flüchtlingslagern des UN-Flüchtlingshochkommissariats
(UNHCR) in Jordanien wird mit bis zu 95.000 Flüchtlingen
gerechnet. Auch die jordanischen Bischöfe werden kirchliche
Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen
aus dem Irak zur Verfügung stellen. In den vergangenen Wochen
sind schätzungsweise 40.000 Iraker nach Syrien gekommen,
die dort vom Büro der Caritas Syrien betreut werden. Nach
Auskunft der Caritas Syrien ist das UNHCR auf Grund der politischen
Lage noch nicht in der Lage die Flüchtlinge offiziell zu
registrieren. Das bedeutet, dass die Ankömmlinge aus dem
Irak praktisch "illegal" sind und über keinen offiziellen
Flüchtlingsstatus verfügen. Nach Angaben der Caritas-Partnerorganisation
"Anatolian Development Foundation" kampieren zur Zeit
unter prekären Bedingungen etwa weitere 40.000 Flüchtlinge
auf der irakischen Seite der Grenze zur Türkei. Die türkische
Armee verhindert mit strengsten Kontrollen den Grenzübertritt.
Unterdessen stellte das katholische Hilfswerk "Kirche in
Not" nach eigenen Angaben der Nuntiatur in Bagdad bereits
20.000 Euro zur Verfügung, um lebenswichtige Güter,
vor allem Medikamente bereitzustellen. (MS) (Fidesdienst 27/3/2003
- 41 Zeilen, 448 Worte)
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