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ASIEN/INDONESIEN - STUDENTENPROTESTE GEGEN DEN KRIEG. RELIGIONSFÜHRER ENGAGIEREN SICH WEITRHIN FÜR DEN DIALOG

Ambon (Fidesdienst) - Der Krieg im Irak führt zu Unmut unter den indonesischen Muslimen: In Amboina, der Hauptstadt der Molukken (Ostindonesien) - wo es von 1999 bis 2002 zu einem Bürgerkrieg zwischen protestantischen Christen und muslimischen Gläubigen gekommen war - haben sich mehrere hundert Studenten zu einer Protestkundgebung vor dem Regierungsgebäude versammelt, bei der alle muslimischen Studentinnen ausnahmslos einen Schleier trugen. Die Slogans der Protestkundgebung richteten sich gegen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten. Auf Spruchbändern war zu lesen "Bush ist ein Terrorist", "Busch ist verrückt" oder "Die UNO ist eine Marionette in den Händen Amerikas". Einige Demonstranten äußerten die Bereitschaft, an der Seite der irakischen Soldaten in den "Heiligen Krieg" zu ziehen.
Außerdem forderten die Teilnehmer der Protestkundgebung, die Schließung eines Büros der Vereinten Nationen in Ambon. Vor dem Gebäude, in dem sich das UNO-Büro befindet forderten die Demonstranten die Mitarbeiter der Vereinten Nationen auf, die Insel zu verlassen, da der Konflikt seit nunmehr einem Jahr beendet sei, und deshalb auch kein neues Büro erforderlich sei. Die Kundgebung verlief gewaltlos. Unterdessen versammelten sich hunderte Studenten in der Moschee in Batumerah zum Gebet für die irakische Bevölkerung.
In der indonesischen Hauptstadt Jakarta engagieren sich die Vertreter der verschiedenen Religionen weiterhin für Frieden und Toleranz. Dabei versuchen sie vor allem darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem Krieg im Irak nicht um einen "Religionskrieg" handelt.
Nach Angaben von Pater Ignatius Ismartono, Sekretär der bischöflichen Kommission für den interreligiösen Dialog, sollte der interreligiöse Dialog sich vor allem mit dem Thema der Menschenrechte befassen. In diesem Zusammenhang weist Pater Ismartono darauf hin, dass in verschiedenen asiatischen Ländern die Menschenrechtsfrage weiterhin offen bleibt und nennt dabei Länder, die nur mühsam aus einer Situation des Krieges herausfinden (Sri Lanka), und Länder, in denen es immer noch keine umfassende Religionsfreiheit gibt (Indien, China, Malaysia, Myanmar, Thailand). "In Indonesien sollte der interreligiöse Dialog davon ausgehen", so Pater Ismartono, "dass die Menschenrechtsfrage Grundlage für das Entstehen einer Zusammenarbeit ist".
Nach Ansicht des Jesuitenpaters können die Glaubensgemeinschaften des Landes vor allem zur Erhebung von Daten, Analysen und zum Aufbau von gegenseitigem Vertrauen beitragen, wobei die Lösung von Konflikten den zuständigen staatlichen Stellen überlassen werden sollte.
(PA) (Fidesdienst 26/3/2003 - 34 Zeilen, 365 Worte)

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