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ASIEN/INDONESIEN - BISCHÖFE ERLÄUTERN SOZIALES ENGAGEMENT DER INDONESISCHEN KIRCHE: EINHEIT DES LANDES UND WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG GEHÖREN ZU DEN PRIORITÄTEN

Vatikanstadt (Fidesdienst) - Die indonesische Kirche engagiert sich vor allem auch für die sozio-ökonomische Entwicklung des Landes. "Unsere Kirche zeichnet sich unter den Kirchen in Asien vor allem durch ihre besondere Lebendigkeit und Dynamik aus", so die Bischöfe aus Indonesien im Gespräch mit dem Fidesdienst anlässlich ihres ad limina-Besuchs (17. bis 31. März), "die katholische Kirche genießt für ihr kulturelles, erzieherisches und soziales Engagement unter Berücksichtigung der verschiedenen Ethnien und Kulturen dieses Landes, großes Ansehen". Dabei weisen die Bischöfe vor allem auf das nachsynodale Schreiben Ecclesia in Asia hin, das die Notwendigkeit des sozialen Engagements und der menschlichen Förderung erläutert: alle Christen sind verpflichtet, sich für die universalen Werte des Friedens, der Gerechtigkeit, der Solidarität und der Freiheit zu engagieren und dabei stets Zeugnis von ihrem Glauben an Jesus Christus abzulegen.
Bezugnehmend auf separatistische Tendenzen und Unruhen in verschiedenen Teilen des Landes (Sumatra, Molukken, Papua, Borneo), aufgrund derer das Land die Spaltung riskiert, weisen die Bischöfe auf eine weitere Priorität ihres gesellschaftlichen Engagements hin: das Bemühen um Einheit und Versöhnung.
Im Gespräch mit dem Fidesdienst erläutert Bischof Petrus Canisius Mandagi von Amboina (Molukken), dass "der Separatismus dort entsteht, wo man Ungerechtigkeit empfindet, wenn die Zentralregierung in Jakarta zwar die Ressourcen einer Region ausbeutet (Molukken, Borneo, Papua) ohne dabei Wohlstand für die einheimische Bevölkerung zu schaffen. Angesichts der heterogenen Bedingungen in Indonesien, wäre oft mehr regionale Autonomie erforderlich."
Diese Ansicht vertritt auch Bischof Martinus Situmorang von Padang: "Viele Jahre lang haben wir eine zu sehr zentralisierte Regierung gehabt, die der lokalen Kreativität und dem Genius der verschiedenen Völker in den indonesischen Regionen wenig Raum eingeräumt hat. Das Empfinden von Ungerechtigkeit hat die Menschen dazu geführt die Fahne der Unabhängigkeit zu hissen und die eigene Stimme zu erheben. Die Kirche weist seit Jahren darauf hin, dass eine korrupte, unsensible, amoralische Regierungsführung zu einer Spaltung im Land führt".
Das Bistum Padang befinde sich auf der Insel Sumatra, wo in der Provinz Aceh vor kurzem die muslimischen Gesetze der Sharia eingeführt wurden: "Durch die islamischen Gesetze fühlen sich viele Christen ihrer Heimat entfremdet. Wenn das bürgerliche Leben der Menschen in einer Region auf den religiösen Überzeugungen eines Teils der Einwohner gründet, dann ist es unvermeidlich, dass Minderheiten darunter leiden. Heute sind die Menschen vorsichtig und tolerant, doch es handelt sich trotzdem um eine Ungerechtigkeit".
Neben dem Engagement für die Einheit des Landes ist die Kirche auch auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet tätig: "Wir wollen das Leben mit den Menschen teilen", so Bischof Situmorang, "und zwar geht es dabei nicht nur um die Unterstützung der Armen sondern auch um Bildung, Engagement im Gesundheitswesen und Förderung der wirtschaftliche Entwicklung durch die Gründung von kleinen Kooperativen für Bauern und Fischer".
Nach Ansicht von Bischof Mandagi, "hat die Kirche die Aufgabe, die Regierung daran zu erinnern, dass die Ressourcen des Landes für das Gemeinwohl genutzt werden sollen, damit wirtschaftliche und soziale Probleme der Menschen gelöst werden können, die noch heute unter der Wirtschaftskrise der 90iger Jahre leiden".
"In Papua", so Bischof Leo Laba Ladjar von Jayapura, "engagieren sich die Priester vor allem im sozialen Bereich im Rahmen von Projekten zur Unterstützung für arme Menschen. Viele Priester kaufen in den Städten Medikamente und Lebensmittel oder betreuen Hilfsprojekte für die ländliche Bevölkerung. Vielleicht sollte dabei aber auch der Katechese mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, denn neben dem konkreten Dienst am Menschen sollte auch der Geist nicht vernachlässigt werden".
Auch auf Borneo ist die Kirche im sozialen Bereicht tätig, wie Bischof Giulio Mencuccini von Sanggau berichtet: "Wir organisieren Hauswirtschaftskurse und Kooperativen für den Zellulosesektor. Doch wir versuchen auch die von der einheimischen Kultur geprägte Mentalität der Menschen zu beeinflussen, damit die Menschen sich nicht nur auf das Heute beschränken sondern auch an das Morgen denken. Zu diesem Zweck haben wir die Gründung der Credit Unions unterstützt, bei denen es sich um eine Art kleiner Kreditunternehmen handelt, die den Menschen das Sparen nahe legen sollen". (PA) (Fidesdienst, 24/3/2003 - 57 Zeilen, 658 Worte)

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