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AFRIKA - DAS HUNGERPROBLEM- WIR DÜRFEN NICHT VERGESSEN: SAMBIA

Lusaka (Fidesdienst) - Eine anhaltende Trockenheit hat in Sambia zu einer schweren Lebensmittelkrise geführt, die das Leben von 2,3 Millionen Menschen gefährdet (etwa ein Viertel der über 9 Millionen Einwohner des Landes). Am meisten betroffen sind die südlichen Landesteile, wo etwa 60% der Bevölkerung von Lebensmittelhilfen abhängig sind. 2002 war bereits das zweite aufeinander folgende Jahr, in dem es eine anhaltende Trockenheit gegeben hat und die Ernte (606.000 Tonnen Mais) um etwa 25% geringer war als im Vorjahr (42% im Vergleich zu 2000).
Die Maispreise sind drastisch angestiegen, obschon man versucht Umwege zu beschreiten: es werden zum Beispiel illegale Lebensmittelimporte aus Tansania zu geringeren Preisen verkauft und man versucht sich durch die Jagd von Wild die notwendigen Fleischvorräte zu beschaffen. Für viele Menschen in Sambia stehen jedoch nur unzureichende Lebensmittelvorräte zur Verfügung, so dass die Regierung im Mai 2002 den Lebensmittelnotstand ausgerufen hat. Vor allem in den ländlichen Gebieten, wo es oft auch an Verdienstmöglichkeiten fehlt, leiden die Menschen an Mangelernährung. Bereits im August letzten Jahres waren zwei Drittel der Einwohner in den ländlichen Gebieten gezwungen auf verschiedenen Mahlzeiten am Tag zu verzichten. Für manche gibt es tagelang keine Mahlzeit. Ein Drittel der Bevölkerung ernährt sich von Gras, Wurzeln und wilden Tieren. Dabei handelt es sich um Lebensmittel mit geringem Nährwert, die oft gesundheitschädlich sind.
Ein Grund für die Verarmung in den ländlichen Gebieten ist auch die Auswanderung der Menschen aus diesen Gebieten. Die Arbeitskräfte auf dem Land werden immer weniger und damit auch die bewirtschafteten Felder und dies in einer Zeit, wo eine Intensivierung der Bebauung notwendig wäre. Dies führt in einen Teufelskreis: Hungersnot führt zur Abwanderung aus den ländlichen Gebieten, was zu einem Rückgang bei der Bewirtschaftung des Ackerlandes und damit bei der Produktion von Getreide.
Auch in der Gesellschaft führt die Lebensmittelkrise zum Entstehen ausgeprägter unterschiedlicher Schichten und damit zur Schwächung des nationalen Zusammenhalts. Heute spaltet sich die Bevölkerung Sambias in folgende Schichten auf: Wohlhabende (12%), Mittelschicht (18%), arme Menschen (38%) und sehr Arme (32%). Besonders schwierig ist die Lage für die Frauen. Familien, in denen es kein männliches Familienoberhaupt gibt, gehören zu den ärmsten. Für Männer ist es oft einfacher, einen Arbeitsplatz zu finden, da sie mehr Mobilität besitzen, während Frauen (insbesondere mit Kleinkindern) eher an einen Wohnort gebunden sind.
Auswirkungen der Lebensmittelkrise sind auch in der Wirtschaft des Landes zu spüren, da sie ein Defizit im Staatshaushalt verursacht, die Inflation beschleunigt und zum Währungsverfall beigetragen hat. Infolge des Anstiegs bei den Maispreisen liegt die Inflationsrate heute bei 16-17%, während die Landeswährung (Kwacha) beim Wechselkurs mit dem Dollar 13% ihres Wertes eingebüsst hat. Demzufolge sind auch die Importpreise für Mais angestiegen, was die Preise weiterhin in die Höhe treibt.
Die Regierung und internationale Organisationen schätzen den Lebensmittelbedarf der von der Hungersnot betroffenen Bevölkerungsteile auf 626.000 Tonnen, von denen 400.000 auf dem Handelsweg gekauft werden müssen und 225.000 im Rahmen von internationalen Hilfsprojekten zur Verfügung gestellt werden.
Es folgt eine Aufstellung über die Lebensmittelvorräte und die erforderlichen Lebensmittelhilfen:

Bedarf/Vorräte für die Jahre 2002/03 in tausend Tonnen (Quelle: FAO)
Getreide Reis Mais insgesamt
Durchschnittliche Produktion in den 5 Vorjahren 77 17 1.004 1.098
Einfuhr in den 5 Vorjahren 44 20 243 307
Produktion 2002 75 6 663 744
Einfuhrbedarf für das Jahr 2003 40 11 350 401
Erforderliche Lebensmittelhilfen für das Jahr2003 225 225
Geschätzter Pro-Kopf-Bedarf (Kg/Jahr) 10 2 98 110

Die sambische Regierung lehnt aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen weiterhin die Einfuhr von genetisch manipulierten Lebensmitteln ab. Deshalb wurde eine Lieferung im Umfang von 43.000 Tonnen genetisch manipuliertem Mais abgelehnt (die dem Lebensmittelbedarf für etwa 5 Wochen entsprechen), was infolge der notwendigen Suche nach genetisch nicht manipulierten Produkten zur Verspätung bei Verteilung der Lebensmittel geführt hat.
(LM) (Fidesdienst 21/3/2003 - 97 Zeilen, 616 Worte)

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