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MARIA CONDESA LLUCH (1862-1916): EVANGELISATORIN DER ARBEITERINNEN

Vatikanstadt (Fidesdienst) - Juana Maria Condesa Lluch wurde am 30. März 1862 in Valencia (Spanien) als Tochter einer wohlhabenden christlichen Familie geboren. Einen Tag später wurde sie in der Kirche des hl. Stefan getauft. Ihre humanistische und christliche Bildung stand im Widerspruch zu der rationalistischen Mentalität, die damals in Valancia im Entstehen war und die eine Welle der Entchristlichung mit sich brachte. Während ihrer Kindheit und Jugendzeit stärkte sie jedoch das Bewusstsein von ihrer christlichen Identität am Vorbild der zu diesem historischen Zeitpunkt üblichen besonderen religiösen Verehrung der Gottesmutter, des hl. Josef und der hl. Theresia, die sie wiederum zum Engagement für die Bedürftigen anregte.
Sie war erst 18 Jahre alt, als sie den Ruf Gottes verspürte und dessen Willen, ihr Leben der Sache des Reiches Gottes zu widmen . Insbesondere konzentrierte sich ihr Augenmerk dabei auf die Evangelisierung und den Dienst an den Arbeiterinnen, denn sie interessierte sich vor allem für die Lebens- und Arbeitsbedingungen dieser jungen Frauen: das Leid dieser Frauen lernte sie zunächst aus dem Fenster der Kutsche kennen, die sie von Valencia zum Badeort Nazaret brachte, wo ihre Eltern ein Haus hatten.
Nachdem sie verschiedene Schwierigkeiten und Hindernisse überwunden hatte, die ihr vor allem der damalige Erzbischof von Valencia, Kardinal Antolin Monescillo, in den Weg gestellt hatte, der sie für eine Ordensgründerin als zu jung befand, erhielt sie 1884 schließlich doch die Erlaubnis ein Haus zu eröffnen, in dem Arbeiterinnen ausgebildet und ihnen ihre Würde zurückgegeben werden sollte. Angesichts der zunehmenden Industrialisierung kamen viele dieser jungen Frauen aus den ländlichen Gebieten in die Städte, wo so nur als Arbeitsinstrumente betrachtet wurden. Wenige Monate später konnte in dem Haus für Arbeiterinnen auch eine Schule für deren Töchter eröffnet werden und viele junge Frauen, die dieselben Ideale verfolgten, schlossen sich an.
In der Überzeugung, dass ihre Tätigkeit ein Werk des Heiligen Geistes war, und von dem Wunsch angetrieben dieses zu einer kirchlichen Einrichtung werden zu lassen, bat sie weiterhin um die Genehmigung für die Gründung einer religiösen Kongregation, denn sie wollte Christus nachfolgen und durch die Hingabe an Ihn sich in den Dienst der Arbeiterinnen stellen. Geläutert durch die Prüfung und von ihrer Entschiedenheit und Zuversicht gestärkt, erhielt sie schließlich 1892 die Erlaubnis der Diözese für die Gründung ihres Institutes. 1895 legte sie die zeitlichen Gelübde ab und zusammen mit den ersten Ordenschwestern legte sie 1911 die ewigen Gelübde ab.
Während all dieser Jahre hatte sie nach dem Vorbild der Jungfrau Maria gelebt und sich vollkommen dem Willen Gottes hingegeben. Am 16. Januar 1916 starb Mutter Johanna Maria Condesa Lluch.
Das durch den festen Willen seiner Gründerin entstandene Institut erhielt am 14. April 1937 die vorübergehende Billigung durch Papst Pius XI. und am 27. Januar 1947 die endgültige Billigung durch Papst Pius XII. Der Seligsprechungsprozess für Mutter Johanna Maria wurde 1953 in Valencia eröffnet. (SL) (Fidesdienst, 21/3/2003 - Zeilen, Worte)

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