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Vatikanstadt (Fidesdienst) - Aufbau wahrer geschwisterliche Beziehungen
und Förderung der Einheit des Landes; Engagement für
Ökumene und Interreligiösen Dialog; Bekämpfung
der Säkularisierung; Ausbildung kompetenter Laien; Option
für die Ausgegrenzten: dies sind die wichtigsten Herausforderungen,
denen die Kirche in Indonesien nach Aussage der Bischöfe,
mit denen der Fidesdienst anlässlich ihres ad limina-Besuchs
(17. bis 31. März) gesprochen hat, gegenübersteht.
Bischof Martinus Situmorang von Padang (Sumatra) erklärte
im Gespräch mit dem Fidesdienst: "Vor allem müssen
wir unseren Glauben leben, indem wir uns für den Frieden
engagieren, ohne Angst oder Stolz und Überlegenheitsgefühl,
damit wahre Freundschaft zwischen den verschiedenen Ethnien entstehen
kann. Es ist auch wichtig, die menschliche und christliche Heranbildung
von Kindern und Jugendlichen aber auch der engagierten Laien zu
fördern, damit diese gut vorbereitet ihren Beitrag zur Sendung
der Kirche leisten können. Ich glaube, dass es unsere Pflicht
ist, stets auf der Seite der armen, ausgegrenzten, ungebildeten
Menschen zu stehen, denn durch die Krise Ende der 90iger Jahre
hat es viel Ausgrenzung und Arbeitslosigkeit gegeben, während
in der Politik weiterhin um Macht und Reichtum gekämpft wurde,
ohne dabei die tatsächlichen Bedürfnisse der Bevölkerung
zu berücksichtigen. Heute ist die Kirche berufen, sich des
Leids der Menschen anzunehmen".
"Gerade aus diesem Grund", fügt Bischof Giulio
Mencuccini, Bischof von Sanggau (Borneo) hinzu, "müssen
wir uns schwerpunktmäßig um die Ausbildung kümmern,
denn angesichts der neuen demokratischen Lage, müssen Katholiken
bereit sein, als Zeugen des Evangeliums in allen Parteien und
Bewegungen aufzutreten. Christliche Werte müssen auch im
politischen und sozialen Umfeld verkündet werden können".
Nach Ansicht von Bischof Leo Leba Ladjar von Jayapura (Papua)
sollte sich die Kirche auch auf die "Bekämpfung der
Säkularisierung einstellen, die vor allem in den Großstädten
einen großen Einfluss ausübt". "Ich empfinde
deshalb das Apostolat in intellektuellen Kreisen als eine besondere
Herausforderung", so der Bischof von Jayapura weiter, "denn
gebildete Menschen, denken oft, dass es sich bei der Religion
um etwas für Frauen und Kinder handelt. In Jayapura ist,
wie auch in anderen Teilen Indonesiens, vor allem die Pflege von
Kontakten zu anderen christlichen Religionen besonders wichtig.
Es gibt verschiedene protestantische Konfessionen, die untereinander
nicht immer gute Beziehungen unterhalten, und so kommt es, dass
ich oft eine Mittlerrolle übernehme. Deshalb schlage ich
zur Förderung der Einheit auch oft gemeinsame Initiativen
vor."
Bischof Petrus Canisius Mandagi von Amboina (Molukken) betrachtet
den Aufbau von geschwisterlichen Beziehungen zwischen ethnischen
Gruppen und Religionen in einem unter sozialen und religiösen
Gesichtspunkten so vielschichtigen Land, als eine Priorität.
"Wir freuen uns, dass heute auf den Molukken Christen und
Muslime friedlich zusammenleben und einander respektieren. Vor
Ausbruch des Konflikts herrschte ein Klima des Misstrauens, heute
sind die Herzen offener und die Lage hat sich im Vergleich zur
Vergangenheit gebessert. Die Mentalität der Menschen hat
sich verändert, sie sind heute eher zu Dialog und gegenseitiger
Anerkennung bereit. Ich glaube, dass hierin eine Herausforderung
für die ganze indonesische Kirche besteht: man sollte versuchen,
das Entstehen einer auf gegenseitigem Respekt gründenden
Geschwisterlichkeit zu fördern. Auf diesem Gebiet kann die
indonesische Kirche einen entscheidenden Beitrag leisten."
(PA) (Fidesdienst 21/3/2003 - 47 Zeilen, 508 Worte)
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