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Jesus möchte klar sein: er hat uns das Gebot der Nächstenliebe
als Grundlage für die Christusnachfolge und als unverzichtbare
Voraussetzung für das menschliche Zusammenleben gegeben.
Ohne Liebe stirbt die Welt der Menschen, sie wäre dem Menschen
nicht mehr gerecht. Doch der Herr wird noch deutlicher: der Nächste
ist auch der Feind und alle, mit denen wir nicht übereinstimmen
oder die uns Böses zugefügt haben. Nächstenliebe
wird zur Vergebung und zum Gebet auch für den Verfolger.
Dies führt zur Frage: Ist das nicht zu viel verlangt? Oder
gilt dieses Gebot vielleicht doch nur für einige Wenige,
die Helden im Geist (denn Helden gibt es immer), und nicht für
den Durchschnittsmenschen, der sich mit den kleinen Dingen der
Welt befasst, oder für diejenigen, die in ihrem menschlichen
Fühlen tragisch verletzt wurden.
Gewiss, Gott weiß, zu welcher Pflicht er den Menschen ruft,
und er weiß, wie schwer das Vergeben sein wird, er weiß
das bestimmte Dramen, die dem Menschen das Herz gebrochen, die
Familie und das Leben zerstört haben, ihm dies fast unmöglich
machen. Doch er möchte uns damit sagen, dass eine Herausforderung
besteht, die für den heutigen Menschen wichtiger ist denn
je: nämlich die Überwindung des Hasses um jeden Preis.
P.Willi Cruz.
(Fidesdienst 20/3/2003 - 18 Zeilen, 212 Worte)
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