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Für unsere Kleinsten
FASTENZEIT, WEG DER VERGEBUNG - von Pater Claudio Pighin, PIME, Leiter des Medienzentrums der Päpstlichen Urbaniana-Universität

Ein älterer Missionar sagte mir einmal bei der Beichte: "…das einzige Mittel, das mir bleibt ist die Vergebung". Diese Aussage ist sehr wertvoll und reichhaltig. Doch man gelangt zu einer solchen Schlussfolgerung, obwohl sie so einfach aussieht, nicht leicht. Erst nach einem langen Weg der Christusnachfolge kann eine Herzensgüte entstehen, wie sie dieser Missionar besaß.
In der Schule des Göttlichen Meisters lernt man keine großen Worte oder wichtige Ausdrucksweisen, sondern man macht tief greifende Lebenserfahrungen. Und daraus entsteht menschliche Transparenz.
Die Fastenzeit spornt uns als Schule des Lebens auf den Spuren Jesu von Nazareth dazu an, mit unserem auf ihn gerichteten Blick unser alltägliches Leben neu zu überdenken und es möglichst in Frage zu stellen.
Dies bedeutet, dass es keine Gewissheit gibt außer der Notwendigkeit von unserem Gott vergeben und geliebt zu werden. Wer sich dessen bewusst ist, der hat sein ganzes Leben zu einer völligen Hingabe gemacht.
Worin besteht die Weisheit des Menschen, wenn nicht im Bewusstsein davon, dass sein Leben einen Anfang und ein Ende hat? Wer von uns kann diesen Weg bestimmen oder verändern? Wer kann ihn anhalten?
Diese Gedanken sind gerechtfertigt. Wenn wir keine oder nur unzureichende Antworten darauf kennen, was bleibt uns dann anderes übrig, als dem weisen Zeugen Gottes zu folgen?
Was der menschliche Verstand auch immer hervorzubringen vermag, wird er nie zur Gewissheit gelangen, denn se sind ihm Grenzen gesetzt. Doch über das Endliche hinaus suchen wir eine unendliche Antwort, die aus der hohen Schule des Betens, der Nächstenliebe und des Fastens entsteht.
Die Logik des Vergebens, die auf den ersten Blick gescheitert zu sein scheint, ist die einzige die uns über unsere eigenen Fähigkeiten hinaus hoffen lässt, da sie die Güte des Herzens der göttlichen Geschöpfe verkörpert. Außerhalb dieses Kontexts ist es meiner Ansicht nach nicht möglich totale Gewissheit zu erfahren. Pater Claudio Pighin, PIME.
(Fidesdienst 18/3/2003 - Zeilen, Worte)

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