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Ein älterer Missionar sagte mir einmal bei der Beichte:
"
das einzige Mittel, das mir bleibt ist die Vergebung".
Diese Aussage ist sehr wertvoll und reichhaltig. Doch man gelangt
zu einer solchen Schlussfolgerung, obwohl sie so einfach aussieht,
nicht leicht. Erst nach einem langen Weg der Christusnachfolge
kann eine Herzensgüte entstehen, wie sie dieser Missionar
besaß.
In der Schule des Göttlichen Meisters lernt man keine großen
Worte oder wichtige Ausdrucksweisen, sondern man macht tief greifende
Lebenserfahrungen. Und daraus entsteht menschliche Transparenz.
Die Fastenzeit spornt uns als Schule des Lebens auf den Spuren
Jesu von Nazareth dazu an, mit unserem auf ihn gerichteten Blick
unser alltägliches Leben neu zu überdenken und es möglichst
in Frage zu stellen.
Dies bedeutet, dass es keine Gewissheit gibt außer der Notwendigkeit
von unserem Gott vergeben und geliebt zu werden. Wer sich dessen
bewusst ist, der hat sein ganzes Leben zu einer völligen
Hingabe gemacht.
Worin besteht die Weisheit des Menschen, wenn nicht im Bewusstsein
davon, dass sein Leben einen Anfang und ein Ende hat? Wer von
uns kann diesen Weg bestimmen oder verändern? Wer kann ihn
anhalten?
Diese Gedanken sind gerechtfertigt. Wenn wir keine oder nur unzureichende
Antworten darauf kennen, was bleibt uns dann anderes übrig,
als dem weisen Zeugen Gottes zu folgen?
Was der menschliche Verstand auch immer hervorzubringen vermag,
wird er nie zur Gewissheit gelangen, denn se sind ihm Grenzen
gesetzt. Doch über das Endliche hinaus suchen wir eine unendliche
Antwort, die aus der hohen Schule des Betens, der Nächstenliebe
und des Fastens entsteht.
Die Logik des Vergebens, die auf den ersten Blick gescheitert
zu sein scheint, ist die einzige die uns über unsere eigenen
Fähigkeiten hinaus hoffen lässt, da sie die Güte
des Herzens der göttlichen Geschöpfe verkörpert.
Außerhalb dieses Kontexts ist es meiner Ansicht nach nicht
möglich totale Gewissheit zu erfahren. Pater Claudio Pighin,
PIME.
(Fidesdienst 18/3/2003 - Zeilen, Worte)
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