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"Jesus wer müde von der Reise und setzte sich daher
an den Brunnen. Es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische
Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus Sagte zu ihr: Gib mir
zu trinken" (Joh 4, 6-7).
In der philosophischen und religiösen Ausdrucksweise sind
ausdrucksvolle und außergewöhnliche Begriffe entstanden,
wenn von Gott die Rede ist: Der reine Akt des Seins, der ganz
Andere, der Absolute, der Allmächtige.
Der Gott Abrahams hatte Moses seinen Namen geoffenbart: "ICH
BIN". Das Evangelium nach Johannes überwindet diese
hochgesteckten Ausdrucksweisen, wenn er Christus als von Gott
gesandten Gott als "von der Reise müden" Mann darstellt,
der sich in einer verlassenen Gegend an einen Brunnen setzt und
zu einer sündigen samaritischen Frau sagt: "Gib mir
zu trinken".
Im selben Abschnitt spricht der Meister auch von einem Wasser
das denjenigen, der es trinkt niemals mehr Durst haben lassen
wird, er kennt die Geheimnisse des Lebens der anderen und lehrt
sie den "Geist der Wahrheit" zu verehren. Doch nichts
ist lieblicher als jener Gott, der um Wasser bittet.
Er ist müde wie ich, hat Durst wie ich und will mich brauchen.
Er ist solidarisch mit meinem Dasein als Mensch, kennt meine geheimen
Demütigungen und Hoffnungen; und versichert mir, dass auch
aus meinem zerrütteten Leben die Quelle des ewigen Lebens
entspringen kann. So kann ich nicht umhin, ihn im Geist und in
der Wahrheit anzubeten.
(Fidesdienst 14/3/2003 - Zeilen, Worte)
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