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Für unsere Kleinsten
FASTENZEIT, DIE ZEIT IN DER DAS HERZ ZERBRICHT - von Roger Kardinal Etchegaray

"Kehrt um , und glaubt an das Evangelium" (Mk 1,15), diese Aufforderung Christi begleitet uns durch die ganze Fastenzeit. Wenn wir sie mit der Einfachheit und Spröde der Wüste hören, wo sie zum ersten Mal ausgesprochen wurde, dann können wir tief in uns selbst eindringen. So gelangen wir zur waren "Reue".

Der biblische Begriff der "Reue" oder "Kontrition" bedeutet im eigentlichen Sinn das Zertreten oder Zu-Staub-Machen: das "Herz von Stein" (Ez 11,19) zerbricht wenn es seine Fehler erkennt und sich den rechten Regeln Gottes hingibt, jener Gott, der uns mit seiner strafenden und gleichsam barmherzigen Liebe begleitet.
Aus diesem zerbrochenen Herzen steigt das zärtliche und wahre Gebet auf, das Gott selbst in seinem Inneren berührt.

Die Reue ist nicht allen zugänglich; sie ist nicht einmal den größten Heiligen zugänglich, denn es ist stets Gott, der das erste und das letzte Wort hat, Gott schaut auf unser Herz und erst wenn es erniedrigt, zur Umkehr breit und geschmeidig geworden ist, setzt Gott es mit seiner Gnade wieder vollkommen zusammen.

Dem verlorenen Sohn gibt er das Gewand, den Ring und die liebevolle Umarmung zurück (Lk 15, 20-22). Er, der weiß "was im Menschen ist" (Joh 2,25), behandelt jeden aufgrund höchster Erkenntnis. Als Petrus ihn verleugnet, blickt Jesus ihn nur an, ohne ein Wort zu sagen, und dies reicht aus, um ihn in Tränen ausbrechen zu lassen. Zur Sünderin, die seine Füsse mit Tränen nässt, sagt er "Deine Sünden sind dir vergeben". Zur Ehebrecherin sagt er nur "versündige dich nicht mehr".

Doch Reue bedeutet nicht nur Weinen. Zweifelsohne sind Tränen nicht übertrieben, wenn man bedenkt, welch verheerende Auswirkungen die Sünde haben kann, und viele Heilige haben sich die Gabe der Tränen gewünscht, diese "Blut der erkennenden Seele", wie der heilige Augustinus sie nennt.

Im wesentlichen handelt es sich um einen Akt der Wahrheit und der Gerechtigkeit gegenüber Gott. Der Reumütige bedauert nicht nur, dass er Gott beleidigt hat, sondern er will alles tun, um dies verantwortungsbewusst wieder gut zu machen: "Ich habe gesündigt". Dies heißt gewiss nicht, dass die Vergangenheit ausgelöscht werden soll - "Wer kann mir die Tänze nehmen, die ich bereits getanzt habe?", lautet ein spanisches Sprichwort -, doch es soll mit entschiedenem Vorsatz und nach eingehendem Nachdenken, vermieden werden, dass so etwas noch einmal geschieht.

Es gibt keine Jahreszeit für die Umkehr, wie der Frühling der auf die wunderbare Zeit des Sommers vorbereitet. Sein ganzes Leben lang soll der Christ, auch wenn er Vergebung erfahren hat, Gott sein "zerbrochenes und reumütiges" Herz anbieten. Roger Kard. Etchegaray
(Fidesdienst 1/3/2003 Zeilen, Worte)

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