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Harare (Fides) - In Zimbabwe sind 6.700.000 Menschen (49% der
Gesamtbevölkerung), aufgrund der schweren Ernährungskrise
die das Land getroffen hat, in Gefahr. Zum grössten Teil
handelt es sich um die Landbevölkerung (88%), inbegriffen
ca. 500.000 Arbeiter der Landwirtschaftsbetriebe der Kolonien
europäischen Ursprungs, welchen die Regierung die Eigentümer
beschlagnahmt hat, um diese an die eigen Anhänger zu verteilen.
Gerade diese Landwirtschaftspolitik der Regierung, zusammen mit
der ausserordentlichen Trockenheit des letzten Jahres, sind der
Grund für die schwere Ernährungskrise. Die internationale
Gemeinschaft greift bereits zur Hilfe der Bevölkerung ein,
auch wenn sie versucht, den Präsidenten Mugabe aufgrund seiner
Unterdrückungspolitik der Opposition, zu isolieren. Mugabe
treibt die eigenen Anhänger an, sich die Ländereien
der Weissen anzueignen und schürt somit eine Form von Rassismus
die Afrika sicher nicht von Nutzen ist. Selbst wenn es war ist,
dass die Verteilung der Ländereien für zu lange Zeit
ignoriert worden ist, kann dies nicht durch Gewalt und Übergriffe
gelöst werden. Die kontroverse Landwirtschaftspolitik hat
den Bereich landwirtschaftlichen Handel, tragende Säule der
Wirtschaft, sowohl für die notwendige interne Ernährung
als auch für den Export, geschwächt. Folglich sind jetzt
viele Landwirte und Landeigentümer ohne Land und ohne Haus.
Die Regierungspolitik hat den landwirtschaftlichen Handel praktisch
zerstört, indem sie die grossen Ländereien in viele
kleine Stücke zersplittert hat, nun gezwungen eine Unterhaltslandwirtschaft
zu praktizieren. Statt diesen Weg zu gehen, hätte sich die
Regierung für die Errichtung einer Lebensmittelindustrie
mit hoher Arbeitsintensität einsetzen müssen, um die
örtlichen Landwirtschaftsprodukte zu verarbeiten. Somit wären
neue Arbeitsplätze für die schwarze Bevölkerung
geschaffen worden und neue Einnahmequellen für das Land.
Zu all dem kommt das AIDS- Drama hinzu, das vor allem die Landbevölkerung
trifft: Über 35% der Bevölkerung Zimbabwes ist Aidskrank
und die Krankheit nimmt der Landwirtschaft Arbeitskräfte.
Dies bedeutet dass die Landwirte gezwungen sein werden, vom Getreideanbau
auf den Knollenanbau überzugehen, der weniger Arbeitskräfte
verlangt aber auch einen geringeren Energiewert hat, was wiederum
das Ernährungsproblem verschlimmert.
Das Land verfügt über genügend Nahrungsmittelreserven
die für wenige Monate nur 3.300.000 Menschen ernähren
können. Aus diesem Grund hat das Welternährungsprogramm
schon im Oktober 2002 2.200.000 Menschen unterstützt; die
Zahl ist bis Ende 2002 auf 3.000.000 angestiegen und für
dieses Jahr ist vorgesehen, dass das Welternährungsprogramm
allen 6,7 Millionen hungerleidenden Menschen hilft.
Die folgende Tabelle zeigt wie landwirtschaftliche Produktion
2002 im Vergleich zu 1999 gefallen ist. Hauptsächlich sind
es die Getreide (Weizen, Mais, Hirse), die einen drastischen Abfall
hinnehmen mussten, im Falle des Korns sogar 37%.
Kultur Produktion 1999
(in tausend Tonnen) Produktion 2002
(in tausend Tonnen)
Korn 3.200 1.180
Mais 15.200 13.500
Hirse 530 195
Maniok 1.700 1.500
Soja 1.070 1.050
Rohrzucker 46.570 40.210
Trockene Bohnen 460 400
Erdnüsse 1.130 1.000
Die am schlimmsten betroffenen Gebiete sind mindestens 16 (von
57 im Land vorhandenen) wo sich zwischen 64% - 82% der Bevölkerung
mangels Nahrung in grössten Schwierigkeiten befindet.
Diese Gebiete im nördlichen Matabeleland in den Central Midlands,
in der Provinz Massavingo und im Tal des Zambesi. Alle diese Gebiete
sahen sich vor mindestens zwei zerstörten Ernteerträgen
in den letzten drei Jahren.
Um dieser dramatischen Situation beizukommen, hat die Regierung
bis jetzt über 788.tausend Tonnen Mais importiert und so
das Anfangsdefizit von 1,65 Millionen Tonnen Mais auf 829.000
reduziert. Die Regierung hat bis jetzt 82% der Nahrungsmittelimportkosten
getragen, während die Schenkungen der verschiedenen internationalen
humanitären Organisationen weitere 14% für insgesamt
108 tausend Tonnen Nahrungsmittel erreicht haben.
Für die neue Saatzeit, die im Frühling 2003 beginnt,
anzukurbeln benötigen die Landwirte Samen und Dünger.
Durch die letzten kargen Ernten haben die Bauern wenige Pflanzsamen
zurückbehalten. Das Land verfügt über 47.814 Tonnen
Samen, im Vergleich zu einer Nachfrage von mindestens 50.000 Tonnen,
notwendig um eine Fläche gleich 1.600.000 ha bebaubares Ackerland
einsäen zu können.
Die Lösung der Ernährungskrise in Zimbabwe ist an eine
Veränderung der politischen Bedingungen gekoppelt. Solange
die Regierung bei der Verteilung der Hilfen nur die eigenen Anhänger
unterstützt, sind die Bedingungen der Wiederlancierung der
Landwirtschaft nicht gegeben, einziges Mittel jedoch, um das Land
vom Hunger zu befreien. (L.M.) (Fides 20/02/2003)
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