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VATIKAN - KARDINAL KASPER: "WIR STEHEN HINSICHTLICH DER ORTHODOXIE AN EINEM NEUEN UND POSITIVEN ANFANG"

Vatikanstadt (Fidesdienst) - In einem jüngsten Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur KNA sprach der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, unter anderem über den aktuellen Stand der Beziehungen der Katholischen Kirche zur Orthodoxie dar. Insgesamt sieht Kardinal Kasper positive Signale in der Ökumene.
Selbst in den Beziehungen zur Russischen Orthodoxen Kirche, die sich seit Februar vergangenen Jahres verschlechtert hatten, gibt es nach Ansicht von Kardinal Kasper jetzt "Zeichen der Entspannung". "Auf beiden Seiten besteht offensichtlich der Wille, die Probleme im Dialog zu lösen und aus dieser Spannung herauszukommen", so der deutsche Kurienkardinal. "Ich denke, dass wir im neuen Jahr mit der Russischen Orthodoxen Kirche wieder einen Schritt weiter kommen. … Unsere Türen sind und bleiben offen. Eine ‚Invasion Russlands' ist nicht unser Konzept. Uns geht es um brüderliche Zusammenarbeit mit dieser Kirche, vor der wir große Achtung haben und die sich nach einer langen Zeit der kommunistischen Unterdrückung in einer Schwierigen Situation befindet. Wir wollen ihr helfen, ihren Auftrag zu tun - in dem Maß, wie sie es wünscht.", erklärt er.
Was die Kontakte zu anderen orthodoxen Kirchen anbelangt, erinnert der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Kirchen vor allem an den Besuch des Papstes in Athen im letzten Jahr, der "die Atmosphäre im Verhältnis zur orthodoxen Kirchen von Griechenland völlig verändert hat". "Die Dinge haben sich zum Guten verändert", betont er. Auch die serbisch orthodoxe Kirche, "die bisher stark in sich abgeschlossen war", hat vor kurzem Eine Deletgation der heiligen Synode von Serbien in den Vatikan entsandt. "Das Interesse der Balkan-Staaten an einem EU-Beitritt führt auch zu einer Öffnung der dortigen Kirchen gegenüber dem Westen und gegenüber Rom. Das zeigt sich auch bei Bulgarien, wo der Papstbesuch im vergangenen Jahr sehr viel bewirkt hat. Ich habe den Eindruck, wir stehen hinsichtlich der Orthodoxie an einem neuen und positiven Anfang", bekräftigt Kardinal Kasper.
Die Papstbesuche sind nach Erachten des Kurienkardinals "von enormer Bedeutung", denn "zur Ökumene gehören nicht nur Dokumente sonder auch Kontakte und Freundschaften".
Auch hinsichtlich der Fortsetzung des theologischen Dialogs mit der Orthodoxie ist der Kardinal zuversichtlich, denn trotz der "schwierigen Situation" bei der letzten Dialogrunde in Baltimore im Sommer 2000 kam man überein, dass der Dialog weitergeführt werden soll. "Wir hoffen, dass in der zweiten Hälfte dieses Jahres eine vorbreitende Kommission die Arbeiten aufnimmt", so der Kardinal zu den Perspektiven. (MS) (Fidesdienst 19/2/2003 - 32 Zeilen, 403 Worte)

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