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Asmara (Fidesdienst) - "Seit Dezember spitzen sich die Auswirkungen
der Trockenheit von Tag zu Tag zu", so Bischof Meghisteab
Tasramariam von Asmara im Gespräch mit dem Fidesdienst zur
schweren Lebensmittelkrise in Eritrea.
Wie viele Menschen leiden Hunger und wie konnte es zu einer
solchen Krise kommen?
In Eritrea riskieren gegenwärtig rund 1,4 Millionen Menschen
den Hungertod wenn es nicht sofortige konkrete Hilfen gibt. Nach
Schätzungen wird die Zahl der gefährdeten Menschen im
Lauf des Jahres 2003 auf über 2,5 Millionen ansteigen. Am
meisten betroffen sind wie immer Kinder, schwangere Frauen und
alte Menschen. Diese Jahre brauchen wir mindestens 601.000 Tonnen
Getreide um die Notsituation bewältigen zu können. Unserer
Regierung tut ihr Möglichstes und verteilt kleine Getreiderationen
in den am meisten von der Trockenheit betroffenen Gebieten: Keren,
Assab, Barentu; doch dies ist nur ein Tropfen auf den heißen
Stein. Ein sofortiges Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft
ist dringend notwendig, damit die Notsituation, zu der es infolge
der ausbleibenden Niederschläge im Jahr 2002 gekommen ist,
überwunden werden kann. Im letzten Jahr waren die so genannten
"kleinen Regenfälle" ausgeblieben, die es normal
in der Zeit zwischen März und Juni gibt und die vor allem
wichtig sind, weil in dieser Zeit die Aussaat stattfindet. Auch
die Regenfälle während der Regenzeit von Juni bis September
(auch die "großen Regen" genannt) kamen vier Wochen
zu spät, wodurch der Reifungsprozess beeinträchtigt
wurde.
Was tut die Kirche, um den betroffenen Bevölkerungsteilen
zu helfen?
Ich habe mich bereits mit verschiedenen Appellen an die internationale
Gemeinschaft gewandt und erste Hilfen wurden bereits in die Wege
geleitet. Die italienische Diözese Bergamo hat zum Beispiel
Spenden in Höhe von 20.000 Dollar gesammelt und damit 10
Tonnen Milchpulver gekauft, die von den einheimischen Caritasstellen
an die Bevölkerung verteilt werden. Wir danken von ganzem
Herzen für die Großzügigkeit der italienischen
Wohltäter und hoffen, dass andere ihrem Beispiel folgen werden,
denn der Bedarf nach Hilfe ist sehr groß. Zur Überwindung
der Notlage brauchen wir vor allem Milch sowie vitamin- und proteinhaltige
Nahrungsmittel. Jeden Tag kommen tausende Menschen zu unseren
Missionen und bitten um Lebensmittel, leider ist es unmöglich,
allen zu helfen.
Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, damit solche
Tragödien in Zukunft verhindert werden können?
Als katholische Kirche haben wir bereits bei Ausbruch der Krise
eine Liste der Prioritäten aufgestellt. An erster Stelle
steht dabei die Verteilung von Lebensmitteln und Medikamenten
an die Bevölkerung. Doch an zweiter Stelle haben wir auf
die Notwendigkeit hingewiesen die Entwicklung des Agrarsektors
in unserem Land zu fördern. Die Gegend, in der wir leben
ist größtenteils trocken, deshalb müssen vor allem
Brunnen und kleine Staudämme gebaut werden, in denen das
Regenwasser gesammelt werden kann. Abgesehen von der Bewässerung
brauchen die Bauern Saatgut für die kommende Saison. Aus
diesem Grund sollte man meiner Ansicht nach nicht nur die Notlage
bewältigen, sondern auch an längerfristige Projekte
zur Entwicklung der eritreischen Landwirtwirtschaft denken. Nur
so kann man Tragödien, wie die, die wir zurzeit erleben vorbeugen.
(LM) (Fidesdienst 14/2/2003 - 44 Zeilen, 494 Worte)
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