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AMERIKA/BOLIVIEN - "FRIEDENSAPPELL": GEMEINSAME BOTSCHAFT DER BISCHÖFE NACH JÜNGSTEN GEWALTSAMEN AUSEINANDERSEITZUNGEN

Santa Cruz (Fidesdienst) - Die offizielle Ankündigung einer Erhöhung der Einkommenssteuer um insgesamt 12,5% führte in Bolivien zu blutigen Protestkundgebungen der Polizeibeamten gegen diese bevorstehenden Maßnahmen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Streitkräften kam es auch zu Ausschreitungen seitens der Zivilbevölkerung, so dass bei den Unruhen nach Angaben der einheimischen Presse 16 Menschen starben und 150 Personen verletzt wurden. Papst Johannes Paul II. brachte in einem Kondolenzschreiben an den Vorsitzenden der Bolivischen Bischofskonferenz, Kardinal Julio Terrazas Sandoval, sein Beileid zum Ausdruck und forderte alle auf, wieder ein Klima des harmonischen Zusammenlebens herzustellen, das die Überwindung der Feindseligkeit und eine erneute Versöhnung ermöglicht. Die Bischöfe des Landes wandten sich ihrerseits in einem dringenden "Friedensappell" an die bolivischen Gläubigen. Die Bischöfe beklagen in ihrem Schreiben vor allem, dass es sich bei den aufständischen Parteien um zwei staatliche Institutionen handelte, die die Sicherheit des Landes garantieren sollten, und schreiben: "Im Namen Gottes, des Lebens und des Friedens fordern wir alle Verantwortlichen auf, von weiterer Gewalt abzusehen und damit weiteres Blutvergiessen zu verhindern". Man dürfe in Zukunft die Probleme des Landes nicht mehr mit Gewalt lösen, betonen die Bischöfe, denn "kein Problem, so groß es auch sein mag, kann den Einsatz von Gewalt rechtfertigen". "Deshalb wenden wir uns erneut an alle und insbesondere an die Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Medien, mit der Bitte, sich für ein Klima des gegenseitigen Zuhörens und der Achtung einzusetzen", so die Bischöfe weiter, die in diesem Zusammenhang auch "Geschwisterlichkeit und Vernunft" fordern. In einer früheren Botschaft hatten die bolivischen Bischöfe bereits auf "reelle und wichtige Probleme" des Landes hingewiesen und aus diesem Grund eine "Kultur der Absprache und des Dialogs" gefordert. In diesem Zusammenhang hatten sie auch darauf hingewiesen, dass "Gemeinwohl, Überwindung von Diskriminierung und Ausgrenzung, Achtung der Menschenrechte und der Verfassung" auf der Grundlage von "Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit" als Richtlinien für einen solchen Prozess gelten sollten.
(RZ) (Fidesdienst 14/2/2003, - 27 Zeilen, 320 Worte)

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