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Seoul (Fides) - Vor 30 Jahren wurde in Korea das "Gesetz
über die Gesundheit von Mutter und Kind" verabschiedet,
mit dem eine gesetzliche Grundlage für Abtreibungen in fast
allen Fällen geschaffen wurde. Heute wird nicht nur in kirchlichen
Kreisen die Forderung nach der Abschaffung dieses Gesetzes immer
lauter.
Der Sekretär der Koreanischen Bischofskonferenz, Casimir
Song Yul-sup, ist mitverantwortlich für die Kampagne zur
Abschaffung des Gesetzes. Im Gespräch mit dem Fidesdienst
erklärt er: "Es reicht nicht aus, dass man sich mit
dieser Frage beschäftigt. Wir müssen dieses Engagement
als eine Sendung betrachten und uns dabei vor Augen halten, dass
der Herr sein Vertrauen in uns setzt", betont er. "Die
Menschen scheinen sich an den Tod gewöhnt zu haben, so dass
sie die Kultur des Todes als etwas Natürliches zu betrachten,
obschon sie behaupten, sie wünschten sich eine Kultur des
Lebens". Dabei weist er darauf hin, dass das Leben im Mittelpunkt
des Evangeliums stehe und man deshalb versuchen sollte, wieder
eine wahrhaft christliche Vision des Lebens zu gewinnen. "Wenn
man mit der einen Hand die Eucharistie empfängt und mit der
anderen den Arzt für eine Abtreibung bezahlt, dann verleugnet
man damit Jesus Christus", so der Priester.
Indem er Mutter Teresa von Kalkutta zitiert, die die Abtreibung
als "Mord an Jesus" bezeichnete, bekräftigt Casimir
Song Yul-sup: "Das Evangelium des Lebens ist eng mit dem
Evangelium der Liebe verbunden: diese beiden Aspekte können
nicht voneinander getrennt werden. Aus diesem Grund verwässert
das Evangelium der Liebe wenn das Evangelium des Lebens verblasst."
Nach Ansicht von P. Song sind Hedonismus und Individualismus Ursprung
der Kultur des Todes, während eine wahre Erneuerung der Gesellschaft
von der Fähigkeit zum Aufbau einer neuen Kultur der Liebe
abhänge. "Wir brauchen neuen Eifer und neue Methoden,
neue Ausdrucksformen die einer Neuevangelisierung angemessen sind,
damit die Menschen sich angesprochen fühlen", so P.
Song. Hierzu sollte man sich seiner Ansicht vielmehr kultureller
als lehramtlicher Mittel bedienen, damit möglichst viele
Menschen angesprochen werden können. "Unser Wind ist
der Heilige Geist. Wir verspüren eine neue Hoffnung, die
uns der Wind bringt, der in der Kirche weht", so P. Song
abschließend.
Auch der emeritierte Erzbischof von Seoul, Kardinal Stephen Kim,
betonte anlässlich des Tages für das Leben, er unterstütze
die Bewegung "Life 31", in der sich 31 Vertreter aus
katholischen Organisationen und anderen religiösen Verbänden
und Bürgerinitiativen zusammenschließen.
Die Bewegung "Life 31" beteiligt sich an der Kampagne
zur Abschaffung des Gesetzes über die Gesundheit von Mutter
und Kind. Am 5. Februar werden führende Vertreter der "Life
31"-Bewegung sich zu Gesprächen über die Abschaffung
des Gesetzes mit dem Vorsitzenden des koreanischen Parlaments
treffen. (PA) (Fidesdienst, 31/1/2003)
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