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Für unsere Kleinsten
Asien/Indonesien - Kirche will Arbeitnehmern in wirtschaftlichen Schwierigkeiten helfen

Jakarta (Fidesdienst) - Über 800 katholische Arbeitnehmer, die in Unternehmen in der Umgebung der Landeshauptstadt Jakarta beschäftigt sind, haben Vertreter der Kirche gebeten, der Regierung ihre wirtschaftlichen Probleme zu unterbreiten.
Bei einem jüngsten Treffen mit dem Erzbischof von Jakarta, Kardinal Julius Darmaatmadja, erläuterten Arbeitnehmer ihre Schwierigkeiten angesichts eines allgemeinen Preisanstiegs und des sich daraus ergebenden Kaufkraftverlusts der Gehälter. "Wir werden euch in diesem schwierigen Moment nicht alleine lassen", versicherte Kardinal Darmaatmadja.
Paula Sukowati, die in einer Fabrik im Osten von Jakarta arbeitet, wo sie rund 66 Doller im Monat verdient, erläutert ihre persönliche Situation: "Wir werden wie Roboter behandelt und arbeiten ohne Pause. Wir sind gezwungen auch, auch am Sonntag zu arbeiten, damit wir unser Soll erreichen. Trotz dieser unmenschlichen Bedingungen arbeiten wir weiterhin in der Fabrik, da es angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation, keine anderen Arbeitsplätze gibt."
Auch Maria Simbolon, Arbeiterin in einer Textilfabrik beklagt: "Ich habe keine Zeit mehr für meine Familie oder irgendwelche zwischenmenschlichen Beziehungen. Ich arbeite jeden Tag von 6.00 Uhr morgens bis 9.00 Uhr abends für ein Gehalt von insgesamt 630.000 Rupie, mit denen ich gerade einmal Miete, Transportkosten und Lebensmittel bezahlen kann"
Manche Familien fehlt es auch an den notwendigen Mitteln für die Bezahlung des Schulgeldes ihrer Kinder und hoffen deshalb nicht zuletzt auf die Unterstützung der Kirche. Die Erzdiözese Jakarta stellt armen Familien, die nicht für das Schulgeld aufkommen können, Stipendien zur Verfügung.
Wie die asiatische Nachrichtenagentur UCAN berichtet, soll die Erzdiözese Jakarta einen Tagungszyklus veranstalten, der sich mit einer Zusammenarbeit zwischen Kirche, Staat und Unternehmern zugunsten der Arbeitnehmer im Zeitalter der Globalisierung befasst.
In Indonesien, das immer noch unter den Auswirkungen der Wirtschaftskrise des Jahres 1997 leidet, war es nach dem Bombenattentat auf Bali am 12. Oktober zu einer schweren Wirtschaftkrise gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt ist nach Schätzungen um 5% gesunken, während die Inflationsrate von bisher 8% auf 9,5% anstieg. Die Benzinpreise sind im Januar um 22% angestiegen, elektrischer Strom kostet 6% mehr und die Telefonkosten sind um 15% teurer.
Angesichts einer instabilen Wirtschaftslage tendieren die Verbraucher zum Sparen, was zu einer zusätzlichen Zuspitzung der Lage führt. Angesichts der unsicheren Lage sind auch Investitionen aus dem Ausland insbesondere in den für die Wirtschaft des Landes ausschlaggebenden Sektoren rückläufig.
Indonesien gehört zum 1967 gegründeten Verband der Ostasiatischen Staaten ASEAN, dem auch Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Brunei gehören und dessen Ziel die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zusammenarbeit zur Festigung des Friedens in Südostasien ist. Zwischen 2006 und 2010 ist der Beitritt von Kambodscha, Myanmar, Laos und Vietnam vorgesehen. Die Märkte des ASEAN sind vor allem für die Vereinigten Staaten und Japan interessant. Doch auch China will sich Marktanteile sichern: Peking hat bereits ein Abkommen mit dem ASEAN unterzeichnet, das bis zum Jahr 2010 die Schaffung einer Freihandelszone vorsieht. (PA) (Fidesdienst, 30/1/2003)

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