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Afrika/Hunger in Afrika: Wir dürfen nicht vergessen: In Angola sterben jedes Jahr 155.000 Kinder infolge von Hunger und Krankheiten

Luanda (Fidesdienst) - Angola ist ein Land, das die Wunden eines 27jährigen Bürgerkrieg trägt. Im Frühjahr vergangenen Jahres unterzeichneten die Regierung und die Rebellen der UNITA (Nationalunion für die völlige Unabhängigkeit Angolas) ein Friedensabkommen. Der Krieg hat ein völlig zerstörtes Land hinterlassen: Straßen und Brücken sind zerstört, es gibt Millionen Binneflüchtlinge und im ganzen Land gefährden rund 15 Millionen Landminen die Bürger des Landes. Bei insgesamt 12 Millionen Einwohnern gibt es in Angola mehr Minen als Menschen. Diese Minen stellen eines der größten Probleme des Landes dar. Das Vorhandensein von Landminen macht auch die Bewirtschaftung eines Großteils des angolanischen Ackerlandes unmöglich: nur 3% des Ackerlandes wird bewirtschaftet. Durch die Regenfälle verändern die Minen ständig ihren Standort, wo durch auch bewirtschaftete Felder plötzlich unbetretbar werden. Hinzu kommen rund 70.000 Kriegsversehrte, die von der Hilfe ihrer Angehörigen abhängen und als Arbeitskräfte für die Bewirtschaftung nicht zur Verfügung stehen.
Auch die Entmilitarisierung der ehemaligen Guerillakämpfer der UNITA stellt ein Problem dar: "Die ehemaligen Guerillakämpfer und ihre Familien haben ihre Dörfer verlassen, sie verfügen über keinerlei Besitztum oder Einkommensquelle und sind auf die Unterstützung durch internationale Hilfsprogramme angewiesen", so eine einheimische Quelle gegenüber dem Fidesdienst. "Gegenwärtig leben rund 1,16 Binnenflüchtlinge in den verschiedenen Aufnahmelagern, die das Welternährungsprogramm in Angola unterhält. Diese Zahlen sind in den vergangenen Monaten um 11,5% angestiegen. Wir müssen die Lebensmittelrationen kürzen, weil die Zahl der Bedürftigen von Tag zu Tag steigt. Schwierig ist auch die Anlieferung der Lebensmittelhilfen in die verschiedenen Landesteile. Es ist ein Skandal, dass in einem Land, das die besten Voraussetzungen für eine blühende Landwirtschaft hat, Menschen an Hunger sterben".
Für Programme zur Hungerbekämpfung hat die internationale Staatengemeinschaft bisher insgesamt 241 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt (von denen jedoch erst ein Drittel, das heißt 80 Millionen Dollar, überwiesen wurden), die dem Kauf von insgesamt 305.000 Tonnen Lebensmittel dienen sollen. "Leider reichen diese Hilfen nicht aus", klagen einheimische Quellen gegenüber dem Fidesdienst. "Dieses Jahr werden voraussichtlich 250.000 Angolaner aus benachbarten Ländern in die Heimat zurückkehren. Dies wird die Zahl der Menschen, die auf Lebensmittelhilfen angewiesen sind, weiter steigen lassen. Für rund 1,9 Millionen Menschen wird man ungefähr 500.000 Lebensmittel benötigen. Angesichts der verheerenden Verhältnisse in der einheimischen Landwirtschaft werden im Jahr 2003 zwischen 2,1 und 2,4 Millionen Menschen auf internationale Hilfe angewiesen sein, womit die benötigten Lebensmittelhilfen auf 630 Tonnen ansteigen würden"
Auch die Ortskirche versucht die Not der Menschen zu lindern: die bischöfliche Justita et Pax-Kommission versorgt die Menschen in den Aufnahmelagern mit Hilfsgütern aus Spendenaktionen in Diözesen und Pfarrgemeinden. Es handelt sich dabei um eine Geste der Solidarität, die allein jedoch nicht ausreichend ist, weshalb auch die angolanischen Bischöfe sich mit der Bitte um Hilfe an die internationale Staatengemeinschaft wenden. "Obschon jüngster Zeit verschiedenen Aufnahmelager geschlossen wurden und viele Menschen in ihre Heimatdörfer zurückkehren konnten, ist ihre Situation auch dort sehr schwierig. Ehemaligen Flüchtlingen gelingt die Wiedereingliederung nur sehr langsam. Die Kirche versucht auch die Lebensbedingungen dieser Menschen zu verbessern. Sie werden mit Lebensmitteln, Kleidern und Medikamenten versorgt. Außerdem stellt man Saatgut und Arbeitsausrüstung für die Landwirtschaft zur Verfügung. Ziel ist dabei, diesen Menschen bei der Selbsthilfe zu helfen."
Das Engagement der Kirche ist um so wichtiger wenn man bedenkt, dass nur etwa 5-10% des Staatsgebietes von humanitären Hilfswerken erreicht werden. Aus diesem Grund arbeitet auch das Kinderhilfswerk UNICEF im Rahmen einer Impfkampagne für Kinder im ganzen Land mit Missionen und Pfarreien zusammen. "Die Hungersnot trifft ein Land, in dem es bereits eine sehr hohe Kindersterblichkeitsrate gibt", so die Quellen des Fidesdienstes, "Eines von vier Kindern wird keine fünf Jahre alt, das heißt, in Angola sterben jedes Jahr 155.000 Kinder. Dabei sterben dies Kinder an Krankheiten, die heilbar sind, wie zum Beispiel Windpocken und Keuchhusten. Aus diesem Grund versucht die Kirche die Ärzte der Hilfswerke dabei zu unterstützen, wenn es darum geht bei den Eltern die bestehenden Vorurteile gegen Impfungen abzubauen".
Es folgen Aufstellungen mit Daten zur landwirtschaftlichen Produktion und zum Lebensmittelbedarf in Angola (Quelle: FAO)(file doc format)>>

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