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Für unsere Kleinsten
Amerika/Mexiko - "Wir danken Gott, dass dieses große Unglück nicht die Ausmaße hat, die wir anfangs befürchteten"

Interview mit Bischof Gilberto Valuena Sanchez von Colima
Colima (Fidesdienst) - "Das Erdbeben, das Mexiko am 21. Januar erschütterte hatte eine Stärke von 7,6 Grad auf der Richterskala und dauerte etwa eine Minute. Unter den Menschen brach sofort Panik aus", erinnert sich Bischof Valuena Sanchez an das jüngste Erdbeben, dessen Zentrum sich in seinem Bistum Colima befand. Im Gespräch mit dem Fidesdienst erläutert Bischof Sanchez die gegenwärtige Situation in seiner Diözese.

Wie ist die gegenwärtige Lage in Ihrer Diözese?
Soweit wir bisher wissen, starben bei dem Erdbeben 25 Menschen. Viele Häuser wurden zerstört und es gab auch große Schäden für die Infrastruktur. Was unsere kirchlichen Einrichtungen anbelangt, so wurden mehrer Kirchen beschädigt, von denen wir zwei abreißen werden müssen, da Einsturzgefahr besteht. Auch die beiden Priesterseminare unserer Diözese wurden schwer beschädigt. Gott sei Dank kamen weder Priester noch Seminaristen oder Ordensleute ums Leben.

Welche Schritte unternehmen Sie in diesem Augenblick als Hirte ihrer Diözese?
Ich besuche persönlich die verschiedenen Pfarrgemeinden meiner Diözese und versuche mir ein Bild von den entstandenen Schäden zumachen. In einer solchen Notlage muss ich als Hirte vor allem die Begräbnisse für unsere verstorbenen Mitglieder organisieren und all jenen nahe sein, die um ihre Angehörigen trauern; danach werden wir konkrete Hilfsmaßnahmen für die Erdbebenopfer in die Wege leiten und uns um den Wiederaufbau der zerstörten Wohnungen und Kirchen kümmern. In diesem für mich und meine Diözese schwierigen Augenblick habe ich ein Telegramm von Papst Johannes Paul II. erhalten. Ich möchte dem Heiligen Vater herzlichst für seine von Erzbischof Sandri übermittelte Nähe und die zum Ausdruck gebrachte Solidarität danken. In den kommenden Tagen werde ich in den verschiedenen Pfarreien, in denen die Menschen besonders betroffen sind, mit den Gläubigen Heilige Messen feiern.

Kann man die Bilanz der Opfer als endgültig betrachten?
Ich denke es handelt sich dabei um die endgültige Bilanz, denn es gib keine Vermissten. Gott sei Dank war die Zahl der Toten ziemlich niedrig. Doch es gibt auch zahlreiche Verletzte, die von den Hilfstrupps bei den Bergungsarbeiten in den Stunden nach dem Erdbeben gerettet werden konnten. Gott sei Dank hatte dieses Unglück nicht die Ausmaße, die wir Anfangs befürchtet hatten.

Wie wird den Erdbebenopfern geholfen?
Die Regierung hat umgehend Hilfsmaßnahmen in die Wege geleitet. Deshalb hoffe ich auch auf einen baldigen Beginn des Wiederaufbaus. Obschon die Menschen hier nicht viel besitzen sind sie sehr solidarisch. Gegenwärtig befinden sich viele Menschen noch in Notunterkünften: wichtig ist es nun, dass wir mit vereinten Kräften unsere Wohnungen wieder aufbauen können.

Was macht Ihnen im Moment am meisten Sorge?
Für einen Bischof ist das Priesterseminar das Herz seiner Diözese und wie ich bereits erwähnt habe wurden unsere beiden Seminare schwer beschädigt. Ich habe 70 Große Seminaristen und 65 Kleine Seminaristen in meinem Bistum. Gestern habe ich beschlossen, die Seminaristen nach Hause zu schicken, weil sie dort in Sicherheit sind. Zurzeit versuchen Experten die ersten Schäden zu erheben. (Fidesdienst, 24/1/2003)

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