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Abidjan (Fidesdienst) - "Nachdem wir Ende September evakuiert
worden waren, können wir nun wieder nach Bouakè zurückkehren",
bestätigen Missionare aus Cote d'Ivoire, die in den von den
Rebellen kontrollierten Gebieten im Norden des Landes tätig
gewesen waren, im Gespräch mit dem Fidesdienst. "Man
kann sich wieder zwischen den von den Rebellen und den von der
Regierung kontrollierten Gebieten fortbewegen, obschon dies nicht
ganz problemlos ist. Es gibt zahlreiche Straßenkontrollen
und oft handelt es sich dabei um Jugendliche, die nach einem Getränk
oder einer Zigarette fragen. In einigen Fällen gibt es auf
einer Strecke von 40 Kilometern bis zu 37 (!) Straßenkontrollen.
Da muss man viel Geduld und starke Nerven haben. Hier im Norden
haben die Rebellen von ihren Anführern Anweisung erhalten,
Missionare und Ärzte mit Respekt zu behandeln, weil sie wissen,
dass es sich um Figuren handelt, die für die Menschen wichtig
sind. Wir geben den Bürgern nicht nur menschlichen und geistlichen
Beistand, sondern verteilen auch kleine Reisrationen an bedürftige
Menschen. Die Lebensmittelknappheit gehört zu den größten
Sorgen der Menschen, die noch in diesen Gebieten leben. Nachdem
die Rebellen auch die Felder geplündert haben, bleibt selbst
den Bauern nicht viel zu Essen; es kommen zwar Hilfslieferungen
an, doch diese werden von der Armee blockiert, weil man befürchtet,
die Rebellen könnten sich ihrer bemächtigen. Heute wurden
jedoch Vereinbarungen über die Auslieferung von Lebensmittelhilfen
unterzeichnet."
"Davon abgesehen", so die Fidesquellen weiter, "ist
die Situation weiterhin ruhig, obschon viele unserer Pfarrgemeindemitglieder
und Gläubigen die Gegend schon seit langem verlassen haben.
Bei einem Großteil von ihnen handelt es sich um staatliche
Beamte oder Geschäftsleute, die in der besetzten Stadt nicht
länger arbeiten konnten. Dies sieht man vor allem bei den
Sonntagsgottesdiensten, deren Besucher um 1.500 bis 300 zurückgegangen
ist. Jede Pfarrei hat mindestens einen Pfarrer. Die Anführer
der Rebellen haben inzwischen eine parallele Verwaltung aufgebaut,
heute habe ich sogar gesehen, dass die Strassen wieder gereinigt
wurden. Dies ist ein Zeichen dafür, dass man zur Normalität
zurückkehren will."
Im Westen wird unterdessen weiter gekämpft. Hier werden die
Rebellen von Söldnern aus Liberia unterstützt. Heftige
Gefechte werden aus Toulepeu gemeldet. In den vergangenen Tagen
war es zu Auseinandersetzungen entlang der Grenze zwischen Cote
d'Ivoire und Liberia gekommen. Die derzeit in Paris stattfindenden
Friedensgespräche haben bisher noch zu keinen konkreten Ergebnissen
geführt. (L.M.) (Fidesdienst, 23/1/2003)
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