|
Kampala (Fidesdienst) - Ich der Überzeugung, dass die Todesstrafe
neben Unterentwicklung und Verstößen gegen die Menschenrechte
einer der Gründe für die zahlreichen Übel Afrikas
ist", so der seit 1951 in Afrika tätige italienische
Comboni Missionar Pater Tarcisio Agostini im Gespräch mit
dem Fidesdienst. Pater Tarcisio hat sich eingehend mit der Frage
der Todesstrafe befasst. "Wir dürfen dieses weitere
große Übel nicht übersehen: insgesamt haben in
Afrika nur 11 Länder bisher die Todesstrafe abgeschafft und
weitere 10 haben sei vorübergehend aufgehoben. In anderen
Ländern wird sie hemmungslos angewandt. In Uganda wurden
zum Beispiel 1999 in einer einzigen Nacht 28 Häftlinge durch
Erhängen hingerichtet. Die Ugandische Kirche bemüht
sich verstärkt um die Abschaffung der Todesstrafe, insbesondere
nachdem zwei Soldaten für den Mord an Pater Daclan O'Toole
am 21. März 2002 hingerichtet wurden. Insgesamt warten in
ugandischen Vollzuganstalten 271 Verurteilte auf die Vollstreckung
eines Todesurteils: diese dramatische Situation darf von der christlichen
Glaubensgemeinschaft nicht übersehen werden.
Dank der verschiedenen Kampagnen zur Bewusstseinsbildung im Zusammenhang
mit dem Problem der Todessprache gibt es jedoch auch ermutigende
Zeichen. In verschiedenen afrikanischen Ländern lehnt ein
Großteil der Bürger die Todesstrafe ab. In Kenia, Botswana
und Swaziland wird die Todesstrafe de facto nicht mehr vollzogen,
weil es keine Scharfrichter gibt. Wenn man bedenkt, dass es sich
dabei um eine regelmäßig bezahlten staatlichen Arbeitsplatz
handelt, ist es vielsagend, wenn in einem armen Land niemand dafür
bezahlt werden will, dass er andere Menschen umbringt. Deshalb
ist meiner Ansicht nach neben der materiellen Entwicklungshilfe
vor allem die Förderung der Bewusstseinsbildung ein Weg zur
Überwindung der Probleme des afrikanischen Kontinents".
(L.M.) (Fidesdienst 20/1/2003)
|