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Für unsere Kleinsten
Europa/England - Christen sollen auch beim Aufbau des Friedens vereint handeln

Im Gespräch mit dem anglikanischen Bischof Richard Garrard
Rom (Fidesdienst) - "Die anglikanischen Bischöfe möchten darauf verweisen, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt, kein Grund besteht, einen Krieg zu führen", erklärte der anglikanische Bischof Richard Garrard, der das Anglikanische Zentrum in Rom leitet und den Erzbischof von Canterbury beim Heiligen Stuhl vertritt, im Gespräch mit dem Fidesdienst bezüglich einer jüngsten Pressemitteilung der anglikanischen Bischöfe. In ihrer Erklärung hatten sie den möglichen Krieg gegen den Irak als "unter moralischen Gesichtspunkten ungerechtfertigt" bezeichnet. Nach Ansicht der Bischöfe währe ein militärisches Vorgehen gegen den Irak "unangemessen und voreilig", so lange noch die Möglichkeit einer friedlichen Lösung besteht. "Auch wenn die Vereinten Nationen einem Krieg zustimmen würden" so der anglikanische Bischof, "könnte man dies noch einmal in Frage stellen. Die anglikanische Glaubensgemeinschaft betrachtet das pazifistische Engagement nicht als Einbahnstrasse: unsere Glaubenslehre sieht zwar wie auch die katholische die Möglichkeit eines gerechten Krieges vor, doch heute bestehen dafür nicht die notwendigen Voraussetzungen, das heißt ein Angriff seitens eines Gegners oder eine Unterstützung des Terrorismus, der eine Gefahr für die internationale Staatengemeinschaft darstellen würde. Wir sind der Ansicht, dass es sehr schwierig sichere Beweise zu finden, die einen Angriff auf den Irak rechtfertigen würden. Aus diesem Grund sind Bombenagriffe auf die irakische Bevölkerung, die bereits unter dem Embargo leidet und schwer geprüft ist ungerecht."
Nach Ansicht des Bischofs ist "der Aufbau des Friedens eine gemeinsame Aufgabe der Christen auf der ganzen Welt: in unserem bürgerlichen Leben können wir uns stets für Barmherzigkeit, Mitgefühl und Frieden entscheiden. Wir müssen uns weiterhin für den Frieden und die Einheit der Christen bemühen. Dies ist auch das Anliegen der Gebetswoche für die Einheit der Christen, die wir diese Woche feiern. Wen wir vereint sind, dann legen wir damit ein starkes Zeugnis für den Frieden zwischen allen Christusgläubigen ab; auf der anderen Seite tragen wir zur Entstehung eines einzigen Leibes mit, der den Regierungen zurufen kann: Nein zu Gewalt, Terrorismus und Krieg! Im Evangelium nach Johannes betet Christus dafür, dass alle "zu einem Einen werden, damit die Welt glaubt". Deshalb müssen wir uns stets vor Augen führen, dass die Einheit nicht für uns ist, sondern für die Welt."
Bischof Garrad erinnert auch an die Friedensappelle des Heiligen Vaters: "Auch der Papst hat in verschiedenen beherzten Appellen wiederholt zum Frieden und zur Einheit aufgerufen. Die Worte des Papstes begrüße ich sehr. Sie sollten in die Praxis umgesetzt werden! Wir Christen müssen uns dafür einsetzen, dass unser geistliches Leben sich nicht vom alltäglichen Leben entfernt. Der Abstand zwischen dem Leben des Geistes und dem weltlichen Leben ist einer der Hauptgründe aller Sünden. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass sich die Geschichte Adams nicht wiederholt, der sich von Gott entfernt hat. Die Welt gehört Gott, nicht den Menschen!"
Abschließend bekräftigt Bischof Garrad: "Während meiner Zeit als Vertreter der anglikanischen Kirche beim Heiligen Stuhl in Rom ist mir bewusst geworden, dass es viel mehr Elemente gibt, die uns Christen vereinen, als jene die uns spalten könnten. Ich wünsche mir, dass alle die Gebetswoche für die Einheit der Christen auch als Augenblick der Gnade erleben können, die der Herr uns allen schenkt. Der Her schenke uns allen Frieden und Einheit". (P.A.) (Fidesdienst, 20/1/2003)

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