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Vatikanstadt (Fidesdienst) - Mit einer Note richtet sich die
Kongregation für Glaubenslehre an die Bischöfe der katholischen
Kirche und in besonderer Weise an die katholischen Politiker sowie
an alle gläubigen Laien, die zur Teilnahme am öffentlichen
und politischen Leben in den demokratischen Gesellschaften berufen
sind.
"Der Einsatz des Christen in der Welt hat in der 2000-jährigen
Geschichte verschiedene Ausdrucksweisen und Wege gefunden. Einer
davon ist die aktive Teilnahme in der Politik. Die Christen, so
schrieb ein kirchlicher Schriftsteller der ersten Jahrhunderte,
"nehmen am öffentlichen Leben teil wie Bürger".
Die Kirche verehrt unter ihren Heiligen zahlreiche Männer
und Frauen, die Gott durch ihren großzügigen Einsatz
in politischen Ämtern und in Regierungsverantwortung gedient
haben. Unter ihnen ist der heilige Thomas Morus, der zum Patron
der Regierenden und der Politiker ausgerufen wurde und der bis
zum Martyrium "von der unantastbaren Würde des Gewissens"
Zeugnis abzulegen wusste. Obgleich er verschiedenen Formen von
psychologischem Druck ausgesetzt war, wies er jeglichen Kompromiss
zurück. Ohne die "beständige Treue zur Autorität
und zu den rechtmäßigen Institutionen" aufzugeben,
die ihn auszeichnete, bestätigte er mit seinem Leben und
mit seinem Tod, dass sich "der Mensch nicht von Gott und
die Politik nicht von der Moral trennen kann".
Die gegenwärtigen demokratischen Gesellschaften, in denen
lobenswerterweise alle an der Gestaltung des Gemeinwesens in einem
Klima wahrer Freiheit teilhaben, fordern neue und weitgehendere
Formen der Beteiligung der Bürger - Christen wie Nichtchristen
- am öffentlichen Leben. In der Tat können alle durch
ihre Stimme zur Wahl der Gesetzgeber und der Regierung und, auch
auf andere Weisen, zur Bildung der politischen Einstellungen und
der gesetzlichen Entscheidungen beitragen, die ihrer Ansicht nach
am besten dem Gemeinwohl dienen. Das Leben in einem demokratischen
System könnte sich nicht gut entfalten ohne die aktive, verantwortliche
und großzügige Beteiligung aller, "wenn auch in
verschiedenartigen, komplementären Formen, Ebenen, Aufgaben
und Verantwortungen".
Indem die gläubigen Laien - "geführt vom christlichen
Gewissen" und im Einklang mit den damit übereinstimmenden
Werten - die allgemeinen politischen Pflichten erfüllen,
üben sie auch die ihnen eigene Aufgabe aus, die zeitliche
Ordnung christlich zu beseelen. Dabei haben sie das Wesen und
die legitime Autonomie der zeitlichen Ordnung zu respektieren
und mit den anderen Bürgern gemäß ihrer spezifischen
Kompetenz und in eigener Verantwortung zusammenzuarbeiten. In
Folge dieser grundlegenden Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils
"können die Laien nicht darauf verzichten, sich in die
'Politik' einzuschalten, das heißt in die vielfältigen
und verschiedenen Initiativen auf wirtschaftlicher, sozialer,
gesetzgebender, verwaltungsmäßiger und kultureller
Ebene, die der organischen und institutionellen Förderung
des Gemeinwohls dienen". Dies beinhaltet die Förderung
und Verteidigung von Gütern wie öffentliche Ordnung
und Frieden, Freiheit und Gleichheit, Achtung des menschlichen
Lebens und der Umwelt, Gerechtigkeit, Solidarität, usw.
Die vorliegende Note beansprucht nicht, die gesamte Lehre der
Kirche zu diesem Thema vorzulegen, die in ihren wesentlichen Linien
im Katechismus der Katholischen Kirche zusammengefasst ist. Sie
möchte nur einige dem christlichen Gewissen eigene Prinzipien
in Erinnerung rufen, die den sozialen und politischen Einsatz
der Katholiken in den demokratischen Gesellschaften inspirieren.
Bei den sich oft überstürzenden Ereignissen der letzten
Zeit traten nämlich zweideutige Auffassungen und bedenkliche
Positionen zu Tage, so dass eine Klärung wichtiger Aspekte
und Dimensionen dieses Themas angebracht erscheint", heißt
es im ersten Abschnitt des am 24. November veröffentlichen
Dokuments. Der
vollständige Wortlaut der Note ist in Deutsch zugänglich
unter www.fides.org. (Fidesdienst, 17/1/2003)
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