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Addis Abeba (Fidesdienst) - Weitere detaillierte Informationen
zur dramatischen Hungersnot in Äthiopien und Eritrea und
deren Folgen gehen aus dem folgenden Bericht hervor.
"In den Monaten März bis Mai und Juli bis September
waren die die üblichen Niederschlagsmengen nicht erreicht
worden. Mussten die Bauern, die sich infolge der Trockenheit bereits
in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befanden, billigeres Saatgut
benutzen. Deshalb wurden bei der Aussaat 2002 nur 3.000 Tonnen
verbessertes Saatgut benutzt (dazu im Vergleich 11.000 Tonnen
im Vorjahr). Insgesamt ist im Vergleich zum Vorjahr auch der Einsatz
von Düngemitteln um 17% zurückgegangen. Außerdem
konnten die Äcker nicht richtig gepflügt werden, weil
dafür noch Tiere eingesetzt werden, von denen viele infolge
der Trockenheit verendet waren. Da die Ochsen immer noch der Motor'
äthiopischen Landwirtschaft sind, kommt diese zum Stillstand,
wenn es kein Wasser und kein Futter für diese Tiere gibt.
Insgesamt ging die Agrarproduktion um 81% zurück. Abgesehen
davon, dass rund 11,3 Millionen Menschen den Hungertod riskieren,
hat die gegenwärtige Situation auch soziale Auswirkungen:
unzählige Menschen verlassen die ländlichen Gebiete
und strömen in die Städte, es kommt zu Auseinandersetzungen
zwischen den Viehzüchtern, die sich um das Weideland streiten.
Auch die Tatsache, dass sich viele Menschen von Wurzeln und Pflanzen
ernähren, die nicht zum Verzehr geeignet sind, trägt
zur Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands der Bevölkerung
bei.
Die äthiopische Regierung hat die internationale Staatengemeinschaft
um Hilfen in Höhe von insgesamt 75 Millionen Dollar gebeten,
wobei der Bedarf sich wie folgt aufteilt: 12,7 Mio. $ für
Trinkwasserversorgung und Hygienewesen, 25 Mio. $ Dollar für
Gesundheitswesen und Ernährung, 36 Mio. Landwirtschaft und
Viehzucht und 4,7 Mio. $ für die Verteilung von Lebensmitteln.
In Eritrea ist die Situation ähnlich: die Ernte des Jahres
2002 war um 60% geringer als in den zehn Jahren zuvor. Mit den
insgesamt 74.000 Tonnen kann nur etwa 15% der des Nahrungsmittelbedarfs
des Landes gedeckt werden. Verschiedenen internationale Hilfswerke
haben Nothilfen in Höhe von 50 Mio. $ für Eritrea zur
Verfügung gestellt. (L.M.) (16/1/2003)
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