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Asien/Südkorea - Das katholische Erziehungswesen in Korea

Seoul (Fidesdienst) - Der Vorsitzende des südkoreanischen Laienrates, Joseph Yo Kuy tea, hat vor kurzem auf eine Tatsache hingewiesen, die für den westlichen Beobachter interessant erscheinen mag: über 60% der koreanischen Parlamentarier bekennen sich zum katholischen Glauben, und das in einem Land, in dem die Katholiken nur 7,4% der Gesamtbevölkerung ausmachen. Man könnt daraus schließen, dass viele koreanische Führungskräfte an katholischen Schulen ausgebildet wurden.
In einem Gespräch mit dem Fidesdienst erläuterte der Generalsekretär der Koreanischen Bischofskonferenz, Bischof John Chang-yik von Ch'unch'on, die Tätigkeit der katholischen Kirche im Bereich des Bildungswesens.
"Unsere Situation", so der Bischof, "unterscheidet sich wesentlich von der Situation im benachbarten Hongkong und in Japan, wo sich zahlreiche Grundschulen, Mittelstufenschulen und weiterführende Schulen und auch Universitäten in katholischer Trägerschaft befinden. In Korea stellen die Katholiken nur eine kleine Minderheit dar (7,4% der Gesamtbevölkerung) und katholische Schulen werden von religiösen Orden oder einzelnen Diözesen getragen. Im ganzen Land gibt es zwei katholische Universitäten. Deshalb ist unser Einfluss auf die öffentliche Meinung und die Führungsschicht nicht vergleichbar mit den beiden benachbarten Ländern, von denen ich vorher sprach. Tatsächlich hat sich die Kirche in den vergangenen Jahrzehnten in großem Maß engagiert: obschon sie dabei auf nicht wenige Schwierigkeiten gestoßen ist und mit wenig Geld auskommen musste, wurde qualifiziertes Personal ausgebildet oder angestellt und dies trotz bürokratischer Hindernisse und Gesetzen, die das private Schulwesen in Südkorea regeln."
Doch die Kirche konnte einen wichtigen Beitrag leisten: "Die numerisch geringe Präsenz", so Bischof Chang, "mindert nicht den Beitrag, den die Katholiken zur Gesellschaft leistet, wenn es um die Vermittlung von Grundwerten und Erfahrung sowie spezifischem und qualifiziertem Wissen geht. Unsere katholischen Universitäten verfügen über alle Fakultäten, die es auch an staatlichen Universitäten gibt und bieten ein sehr hohes akademisches Niveau, wie auch andere öffentliche oder private Institute, wie zum Beispiel jene, die sich in Trägerschaft der protestantischen Kirche befinden."
Wo liegen also die Besonderheiten katholischer Schulen und Universitäten? "Sie zeichnen sich vor allem durch ihre selektiven Prüfungen und Examen, die Kompetenz des Lehrkörpers, das hohe wissenschaftliche Niveau der Forschungszentren aus. Deshalb sind Studenten mit einem solchen Abschluss besonders qualifiziert und auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Katholische Universitäten bieten auch spezifische Kurse für christliche Anthropologie, Bibelwissenschaft, Theologie und Religionswissenschaft, die nicht obligatorisch sind sondern freiwillig belegt werden können. Wer sich für solche Fächer interessiert, kann diese nur an katholischen oder protestantischen Universitäten belegen. An weiterführenden staatlichen Schulen gibt es keinen Religionsunterricht, weshalb dieser in den Pfarrgemeinden oder Diözesen stattfindet.", erklärt Bischof Chang.
Katholische Bildungsinstitute zeichnen sich auch durch eine besondere Spiritualität aus. "Ich möchte darauf hinweisen, dass das Umfeld und die Atmosphäre an unseren Einrichtungen sich sehr vom Klima unterscheiden, das an den anderen Bildungsinstituten herrscht. An unseren Universitäten arbeiten viele Priester, Ordensleute und engagierte Laien, die auch in der Lage sind, den Studenten als geistliche Begleiter zu unterstützen. Zum Wachstum des Glaubens tragen auch die Sakramente (es gibt eine Universitätskapelle), Katecheseveranstaltungen oder Gebetsgruppen bei."
Das katholische Bildungswesen wird von allen Teilen der koreanischen Gesellschaft geschätzt: "Die Bildung, die an katholischen Schulen vermittelt wird, wird von allen geschätzt. Man braucht nur daran zu denken, dass nur 12% der Schüler und Studenten Katholiken sind. Alle anderen sind Nichtkatholiken, doch sie schätzen Kriterien, Werte und allgemeine Qualität des katholischen Bildungswesens, das insgesamt gesehen ein Schmuckstück für ganz Korea ist, auf das die katholische Kirche mit Recht stolz sein kann.", so Bischof Chang abschließend.
Bischof Paul Ri, der die bischöfliche Kommission für das katholische Bildungswesen leitet, erklärte gegenüber dem Fidesdienst, dass sich die Kirche auch in Zukunft auf die Ausbildung qualifizierter Lehrkräfte konzentrieren wird. Außerdem wolle man versuchen finanzielle Hilfen für eine allgemeine Verbesserung des katholischen Bildungswesens im Bereich von Schulen und Universitäten zu finden. Bischof Ri ist insgesamt zufrieden mit der Arbeit der katholischen Kirche im Bereich der Bildung. (P.A.) (Fidesdienst 16/1/2003)

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