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Addis Abeba (Fidesdienst) - In Äthiopien sind vor allem
die Regionen Afrar, Tigray Amhara, Oromiya, Gambella, Dire Dawa
und Harari sowie die somalischen Gebiete vom Hunger betroffen.
Der Hauptgrund für diese Situation sind die mangelnden oder
ausbleibenden Regenfälle während der beiden Regenzeiten
im Jahr 2002. Die Trockenheit hat die Preise für die geringen
Getreidebestände in die Höhe getrieben und die Preise
für das qualitativ schlechte Fleisch singen lassen. Am meisten
betroffen sind die von der Viehzucht lebenden Nomadenvölker,
deren bereits geringes Einkommen weiter reduziert wurde. Infolge
der Zuspitzung der Lage riskieren zunehmend größere
Bevölkerungsteile in Äthiopien den Hungertod. In den
am meisten von der Hungersnot betroffenen Gebieten leiden 10-15%
der Kinder im Alter unter 5 Jahren an akuter Mangelernährung.
Nach Angaben der Vereinten Nationen und der äthiopischen
Regierung werden im Jahr 2003 rund 11,3 Millionen Menschen an
den Folgen der Unterernährung sterben, wenn es keine umgehenden
Hilfsprogramme gibt. Nach Schätzungen werden etwa 1,4 Millionen
Tonnen Lebensmittel notwendig sein, wenn man diese Menschen retten
will. Hinzu kommen weitere 2 Millionen Menschen, deren Situation
nicht dramatisch aber trotzdem prekär ist.
Die derzeitige Hungersnot übertrifft sogar die verheerenden
Hungersnot in den Jahren 1984-1985 bei der über 1 Million
Menschen starben, und zwar aus folgenden Gründen: die Zahl
der gefährdeten Menschen ist höher und das Prokopfeinkommen
ist von den durchschnittlich 190 Doller im Jahr 1981 auf 108 Dollar
gesunken.
Es folgt eine Aufstellung über den Lebensmittelbedarf
in den von der Hungersnot betroffenen Gebieten in Äthiopien:
|
Population (in '000)
|
|
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| Region |
In need of Food assistance
|
Requiring close monitoring
|
Total affected population
|
Food Aid requirement ('000MT)
|
| Tigray |
1.832
|
300
|
2.132
|
265
|
| Afar |
786
|
307
|
1.093
|
131
|
| Amhara |
3.296
|
662
|
3.958
|
374
|
| Oromiya |
3.111
|
1.039
|
4.150
|
407
|
| Somali |
1.029
|
118
|
1.147
|
125
|
| SNNPR |
1.115
|
472
|
1.587
|
117
|
| Gambella |
58
|
11
|
69
|
8
|
| Harari |
20
|
18
|
38
|
2
|
| Dire Dawa |
74
|
25
|
99
|
12
|
| Total |
11.320
|
2.953
|
14.273
|
1.441
|
Im benachbarten Eritrea litten Ende 2002 von den insgesamt rund 3,5
Millionen Einwohner des Landes etwa 1,4 Millionen Menschen an Hunger.
Sollte es keine sofortigen Hilfsprogramme geben, wird diese Zahl
im Jahr 2003 voraussichtlich auf 2,3 Millionen, das heißt
zwei Drittel der Gesamtbevölkerung ansteigen. Wie in Äthiopien
waren auch in Eritrea während der Regenzeiten des vergangenen
Jahres die Niederschläge ausgeblieben. Am meisten betroffen
sind die Regionen Anseba und die nördlichen und südlichen
Küstengebiete am Roten Meer, sowie die Regionen Gash Barka,
Dbub und Maekel. Besonders betroffen sind auch hier die Kinder:
15-20% (88.000 Kinder) der Kinder im Alter unter 5 Jahren leiden
an schwerer Unterernährung; mindestens 10.000 brauchen sofortige
Hilfe.
Die Wirtschaft des Landes, die größtenteils auf der Viehzucht
gründet, befindet sich in einer tiefen Krise: 80% des Viehbestandes
stirbt infolge von Hunger und Durst.
Es folgt eine Aufstellung zur Situation der verschiedenen
Bevölkerungsgruppen in Eritrea:
| groups vulnerable to famine |
end of 2001
|
end of 2002
|
2003 forecast
|
| people suffering drought effects |
524.000
|
1.400.000
|
1.400.000
|
| internally displaced persons |
73.749
|
58.100
|
58.100
|
| Returned Eritrean refugees |
83.991
|
103.000
|
165.000
|
| refugees returned from abroad |
170.000
|
185.569
|
185.569
|
| foreign refugees in Eritrea |
1.922
|
3.058
|
3.058
|
| Eritreans expelled from other countries |
13.694
|
16.811
|
16.811
|
| de-mobilised soldiers |
200,000
|
195.000
|
195.000
|
| Urban vulnerable |
213.000
|
213.000
|
283.000
|
| Total |
1.280.356
|
2.174.618
|
2.306.618
|
In den kommenden Wochen folgt jeweils eine Übersicht über
die Lage in Angola, Mosambik, Simbabwe. Malawi, Lesotho, Sambia.
(L.M.) (Fidesdienst 15/1/2003)
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