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Vatikan - Feiern zur 375jährigen Geschichte der Urbaniana-Universität

Interview mit dem Rektor der Päpstlichen Urbaniana-Universität, Msgr. Ambrogio Spreafico
Rom (Fidesdienst) - Anlässlich der Feiern zur 375jährigen Geschichte der Urbaniana-Universität unter dem Moto "Vom Urbano-Kolleg zur Päpstlichen Urbaniana Universität" sprach der Fidesdienst mit dem Rektor der Urbaniana-Universität, Msgr. Ambrogio Spreafico.

Fides: Die Urbaniana-Universität war seit jeher ein Ort des Dialogs und des kulturellen Austausches. Welche Unterschiede gibt es zwischen traditionellen Universitäten und Päpstlichen Universitäten und zwischen den Päpstlichen Universitäten und der Urbaniana-Universität, der einzigen mit einem spezifisch missionarischen Auftrag?
Msgr. Sprafico: Was das Studienprogramm anbelangt, so gibt es einen gewissen Einklang zwischen den Päpstlichen Universitäten, was die philosophischen, theologischen und juridischen Studienkurse anbelangt. Die Urbaniana zeichnet sich jedoch seit jeher durch ihr missionarisches Wesen aus, was vor allem das Verständnis von der Verkündigung des Evangeliums in der heutigen Welt bedeutet und deshalb von allem, was mit dieser Verkündigung zusammenhängt: Lehramt, Glaube, etc. Ein weiterer Aspekt ist die Inkulturation des Glaubens und der Dialog, was Wissen über Religionen und Kulturen voraussetzt. Ich würde sagen, dass sich die Urbaniana-Universität vor allem in den letzten Jahren unter den Päpstlichen Universitäten vor allem durch diesen Wesenszug auszeichnet, was sich vor allem in der missionswissenschaftlichen Fakultät widerspiegelt. Doch auch die anderen Fakultäten richten ein besonderes Augenmerk auf das komplexe Problem der Beziehungen zwischen Christentum, Kultur und Religion. Und dem möchte ich auch die Beziehungen zwischen Christentum und weltlicher Kultur hinzufügen. Früher gab es an der Universität ein "Institut für das Studium des Atheismus", das heutige Institut für das Studium der Kulturen und der Religionen. Dies sind die besonderen Wesenszüge der Urbaniana-Universität-

Fides: Die Urbaniana-Universität vermittelt Kultur auch als Element des Friedens und des Zusammenlebens. Kann die Universität Ihrer Meinung nach als "Laboratorium der Begegnung und des Zusammenlebens" bezeichnet werden?
Msgr. Spreafico: Gewiss, da bin ich mir sicher. Unsere Studenten kommen aus 110 verschiedenen Ländern und wir haben 90 assoziierte Institute in über 40 Ländern auf der ganzen Welt: ich glaube, dass diese Zahlen bereits ein Bild von einer Universität vermitteln, die bereits heute ein Laboratorium der Begegnung und des Zusammenlebens ist und dies in Zukunft in noch größerem Umfang sein soll. Unsere Lehrpläne enthalten bereits Themen des Friedens und der Entwicklung, doch dieser Bereich muss weiter ausgebaut und vertieft werden. Es ist bedauerlich, dass diese Themen fast ausschließlich an nichtkatholischen Universitäten oder zumindest nicht an den Päpstlichen Universitäten unterrichtet werden, denn die katholische Kirche ist sehr um den Frieden bemüht und der Papst stellt dies immer wieder unter Beweis. Eine besondere Qualifikation auf diesem Gebiet sollte in den Dienst einbezogen werden, den wir der Kirche erbringen. (A.P.) (Fidesdienst 29/11/2002)

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