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MARTYROLOGIUM DES JAHRES - 2005

VERZEICHNIS DER BLUTZEUGEN, DIE IN DER MISSION TÄTIG WAREN, IM JAHR 2005

Vatikanstadt (Fidesdienst) – Wie üblich veröffentlicht der Fidesdienst auch dieses Jahr zum Jahresende die Liste der Pastoralarbeiter, die 2005 auf gewaltsame Weise das Leben verloren. Wie aus den uns zur Verfügung stehenden Daten hervor geht, wurden im Laufe des Jahres 2005 insgesamt 24 Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien ermordet und damit fast doppelt so viele als im Jahr 2004. Wie bereits in den vergangenen Jahren werden dabei nicht nur Missionare ad gentes im engen Sinne berücksichtigt, sondern alle Mitarbeiter der Kirche, die auf gewaltsame Weise getötet wurden oder ihr Leben im Bewusstsein des Risikos, das sie eingingen, hingegeben haben, wenn es darum ging, das eigene Engagement für das Zeugnis und das Apostolat nicht aufzugeben. Einige unter ihnen wurden erst Stunden oder Tage nach ihrem Tod aufgefunden und waren – zumindest dem Anschein nach – Opfer von Aggressionen und Überfällen, zu denen es in einem Kontext besonderer Gewalt oder humanitärer Not und Armut kam, in dem sie versucht hatten, mit ihrer Präsenz das Leid der Menschen zu lindern.

 Ohne auf die Beurteilung einzugehen, die die Kirche ihnen gegenüber abgeben wird, veröffentlichen wir diese Liste im Gedenken an alle, die mit ihrem Tribut zum Wachstum der Kirche in allen Teilen der Welt beitragen, im Dienst der menschlichen Förderung und der Evangelisierung.

Unter den Orten, an denen 2005 die meisten Opfer gezählt werden, steht Amerika an erster Stelle, wo 7 Priester, zwei Ordensmänner und 2 Ordensfrauen gewaltsam sterben mussten. Insbesondere ist Kolumbien, mit 3 ermordeten Priestern und einer ermordeten Ordensfrau, das Land, in dem soziale Konflikte besonders akut sind und die Kirche einen hohen Tribut für ihr Bemühen um Versöhnung und soziale Gerechtigkeit im Namen des Evangelium leisten muss. Unter den Opfern dieses langen und blutigen Konflikts befinden sich auch zwei Priester, die „irrtümlicher Weise“ von den kolumbianischen Guerillakämpfern ermordet wurden. Zwei weitere Priester wurden in Mexiko ermordet: sie arbeiteten dort in besonders armen Regionen, die als Brennpunkte illegaler Geschäfte von besonderer Gewalt betroffen sind. Eine Ordensfrau, die für die Kommission der Landpastoral vor allem unter den Landarbeitern tätig war, und zwei weitere Priester wurden in Brasilien ermordet. Zwei Ordensleute, die als Missionare unter armen Menschen in Jamaika tätig waren, wurden von derselben Kugel ermordet, während sie sich in ihrer Gemeinschaft in Kingston aufhielten: auch dies ein weiteres Zeichen eines Klimas der Unsicherheit und der Gewalt in der Hauptstadt des Landes.

In Afrika starben ein Bischof, sechs Priester, eine Ordensschwester und ein Laie. Sie wurden in ihren Wohnungen tot aufgefunden und waren wahrscheinlich Opfer von Kriminellen auf der Suche nach Geld oder sie wurden mit blutiger Gewalt in Kenia, der Demokratischen Republik Kongo, Kongo Brazzaville, Nigeria und Südafrika ermordet. Unter ihnen befand sich auch der kongolesische Priester Francois Djikulo, der zusammen mit einem Laien bei einer Friedensmission von dem gefürchteten Rebellenanführer Kyungu Kyungu, alias Gedeon, ermordet wurden, den sie mit ihrem spontanen Besuch zum Niederlegen der Waffen und damit zur Beendigung des Terrors unter der einheimischen Bevölkerung bewegen wollten.

Auch auf dem asiatischen Kontinent starben ein in Indien und ein in Indonesien ermordeter Priester für das Evangelium.

Euch in Europa wurden zwei Priester ermordet: in Brüssel starb ein Priester, der sich für die Aufnahme von Zuwanderern und Asylsuchenden engagierte und in Russland starb ein Priester in der Nähe von Moskau, wo er die Pfarrgemeinde wieder aufbauen wollte.

Schließlich soll auch an die vielen „unbekannten Kämpfer des Glaubens“ in allen Teilen der Welt erinnert werden, von denen wir vielleicht nie erfahren werden. Der Fidesdienst nimmt deshalb gerne weitere Informationen und aktuelle Daten zur diesjährigen Aufstellung oder zu den Listen der vergangenen Jahre entgegen. (SL) (Fidesdienst, 30/12/2005)

Name und Nachname

Nationalität

Institut

Ort und Datum des Todes

1.

P. Thomas Richard Heath

USA

Dominikaner OP

13/1 – Kisumu (Kenia)

2.

Pfarrer Thomas Harsidiyono

Indonesien

Weltpriester

14/1–Purworejo-Java (Indonesien)

3.

Pfarrer Jan Hermanovsky

Slowakei

Weltpriester

20/1- Brjansk-Moskau (Russland)

4.

Padre Manuel Delgado

Mexiko

Franziskaner OFM

6/2- Bufalo (Mexiko)

5.

Schw. Dorothy Stang

USA

Kongregation Notre Dame

12/2 – Anapu (Brasile)

6.

Pfarrer Mathew Uzhuthal

Indien

Vikar Erzdiözese Patna

1/5 - Patna (Indien)

7.

Padre René de Haes

Belgien

Jesuit SJ

7/5 – Kinshasa (D.R.Kongo)

8.

Pfarrer Robert De Leener

Belgien

Weltpriester

4-5/5 – Brüssel (Belgien)

9.

Sua Ecc. Mons. Luigi Locati

Italia

Apostolischer Vikar von Isiolo

14/7-Isiolo (Kenia)

10.

Pfarrer Paulo Henrique Machado

Brasile

Weltpriester

25/7-Rio de Janeiro (Brasile)

11.

Pfarrer Godwin Okwesili

Nigeria

Weltpriester

2/8- Lagos (Nigeria)

12.

Pfarrer Jesus Adrian Sanchez

Kolumbien

Weltpriester

18/8-Chaparral (Kolumbien)

13.

Pfarrer Vicente Rozo Bayona

Kolumbien

Weltpriester

15/8-El Diviso (Kolumbien)

14.

Pfarrer Jesus Emilio Mora

Kolumbien

Weltpriester

15/8-El Diviso (Kolumbien)

15.

Pfarrer Francois Djikulo

D.R.Kongo

Weltpriester

…/8-Mutendele (D.R.Kongo)

16.

Simon Kayimbi

D.R.Kongo

Laie

…/8-Mutendele (D.R.Kongo)

17.

Pfarrer Giuseppe Bessone

Italia

Fidei Pfarrerum

2/9-Blumenau (Brasile)

18.

Padre Angelo Redaelli

Italia

Franziskaner OFM

12/9-Owando (Rep. Kongo)

19.

Pfarrer Luis Velasquez Romero

Mexiko

Weltpriester

25/10-Tijuana (Mexiko)

20.

Suresh Barwa

Indien

Mitglied der Missionaries of the Poor (MOP)

27/10-Kingston (Jamaika)

21.

Marco Candelario Lasbuna

Philippinen

Mitglied Missionaries of the Poor (MOP)

27/10-Kingston (Jamaika)

22.

Schw. Margarita Vásquez Sandino

Kolumbien

Schw. vom Guten Herzen

11/11- Medellin (Kolumbien)

23.

Padre Philip Valayam

Indien

Salesianer SDB

25/12-Nairobi (Kenia)

24. Schw. Margaret Branchen Schweiz Orden der heiligen Ursula von Brigue 28/12 - Ngqueleni (Südafrika)

 

MARTYROLOGIUM DES JAHRES - 2005

Pater Thomas Richard Heath, Dominikaner, aus den Vereinigten Staaten, 85 Jahre, seit 13 Jahren in Kenia tätig, nachdem er zuvor zehn Jahre in Südafrika in Lesotho gelebt und gearbeitet hatte, starb am 13. Januar 2005 an den Folgen der Verletzungen, die ihm am 4. Januar bei einem Überfall auf das Ordenshaus in Kisumu zugefügt worden waren, wo er wohnte. Er war als Prediger und Lehrer sehr beliebt und hatte in Kenia Generationen von Priestern ausgebildet. In seiner Gemeinschaft war er als Vorbild der Treue zum Ordensleben und für sein besonderes Augenmerk für die Bedürfnisse seiner Mitmenschen bekannt. (vgl. Fidesdienst vom 19/1/2005)

Pfarrer Thomas Harsidiyono, aus Indonesien, wurde am Morgen des 14. Januar 2005 in Purworejo (Mitteljava) tot aufgefunden. Unbekannte waren in seine Pfarrei eingedrungen, wo sie mit großer Wahrscheinlichkeit einen Raubüberfall geplant hatten. Der 50jährige Priester wurde mit schweren Verletzungen am Kopf aufgefunden. Zeugenberichte schließen aus, dass der Priester Feinde hatte oder dass Drohungen gegen in ausgesprochen worden waren.

Pfarrer Jan Hermanovsky, 70 Jahre, aus der Slowakei, wurde am 20. Januar von zwei jungen Kriminellen ermordet, die in seinen Wohnung in der Nähe der Pfarrei Brjansk (Russland) eingebrochen waren. Pfarrer Jan Hermanovsky war vor allem für sein Engagement für die Einheit der Christen und sein besonderes Augenmerk für Arme und Ausgegrenzte bekannt. Er verteilte selbst Lebensmittel unter Obdachlosen im Bahnhof seiner Stadt. Alles, was er hatte, gab er den Bedürftigsten. Er hatte in Italien studiert, wo er auch zum Priester geweiht wurde und bis zu seiner Rückkehr in die Heimat 1995 als Seelsorger tätig war. 1998 zog er in die Russische Föderation um, wo die katholischen Gemeinden langsam wieder aufgebaut wurden und ein großer Bedarf an Priestern bestand. Zunächst arbeitete er in der Pfarreigemeinde Oriol in Moskau, von wo aus er nach Brjansk geschickt wurde, um dort eine alte Pfarrei neu aufzubauen. (vgl. Fidesdienst vom 25/1/2001)

Pfarrer Manuel Delgado, OFM, 42 Jahre,wurde am 6. Februar 2005 durch einen anonymen Hinweis in der Nähe der Stadt Bufalo in Ciudad Jimenez im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua aufgefunden. Er wurde seit dem 5. Februar vermisst. Die Leiche des Priesters wies zahlreiche Verletzungen auf, was darauf schließen lässt, dass er gefoltert wurde. Der Priester, trug zum Zeitpunkt des Mordes weltliche Kleidung. Er stammte aus Tampico, Tamaulipas, im Norden des Landes. Als Vikar war er in der „Santo Cristo“-Kirche in Burgos tätig. Die von den Polizeibehörden gesammelten Indizien lassen sich auf einen Raubüberfall schließen.

Schwester Dorothy Stang, 73 Jahre, aus den Vereinigten Staaten mit brasilianischer Staatsangehörigkeit gehörte der Kongregation „Notre Dame“ an und wurde am 12. Februar 2005 mit sechs Pistolenschüssen in einem Ort in rund 40 Kilometer Entfernung von Anapu, im Westen des brasilianischen Bundesstaates Para ermordet. Seit über 20 Jahren hatte die Ordensfrau für die Kommission der Landpastoral (CPT) gearbeitet. Dabei hatte sie sich stets entschieden und leidenschaftlich für die Anliegen der Feldarbeiter vor allem in den Amazonasgebieten des Staates Para eingesetzt. Infolge ihrer Anklagen hinsichtlich der gewaltsamen Aktion der „Fazendeiros“ und „Grileiros“ hatte Schwester Dorothy seit 1999 wiederholt Morddrohungen erhalten. Auch in der Woche vor ihrem Tod hatte sie Morddrohungen denunziert. Als Anerkennung für ihr Engagement unter den Armen wurde sie 2004 zur „Ehrenbürgerin von Para“ ernannt. Ebenfalls 2004 war ihr Einsatz für die Menschenrechte mit dem „Jose Carlos Castro“-Preis der brasilianischen Anwälte gewürdigt worden. (vgl. Fidesdienst vom 15/2/2005)

Pfarrer Mathew Uzhuthal, Vikar der Erzdiözese Patna im indischen Unionsstaat Bihar, starb am 1. Mai 2005 an den Folgen eines Überfalls, der am 11. April auf ihn verübt wurde. Pfarrer Mathew wurde am 11. April in seinem Pfarrbüro von einem jungen Täter mit Messerstichen im Brustbereich und am Hals verletzt, der wiederholt versucht hatte, den Priester durch Erpressung zur Zahlung von Geldsummen zu zwingen. Der verletzte Priester wurde zunächst in das kleine „Nazareth“- Krankenhaus eingeliefert, von wo aus er in das größere Holy Family Hospital nach Patna überwiesen wurde, wo er von Spezialisten behandelt wurde. Nach 19tägigem Krankenhausaufenthalt verschlechterte sich sein Zustand und er starb schließlich an Herzstillstand. Pfarrer Mathew Uzhutal war vor allem ein engagierter Missionar. Der aus dem indischen Unionsstaat Kerala stammende Priester hatte sich seit 1953 in Patna niedergelassen. Er wurde von Papst Paul VI. beim Eucharistischen Weltkongress in Mumbai 1964 zum Priester geweiht. Während der 40 Jahre seines Priesteramtes war er in verschiedenen Pfarreien tätig, wo er sich vor allem um bedürftige Familien kümmerte und im Katechesezentrum der Diözese Katecheseunterricht gab. (vgl. Fidesdienst vom 15/4/2005; 16/4/2005; 7/5/2005)

Pater René de Haes, 72 Jahre, belgischer Jesuitenpater, wurde am späten Abend des 7. Mai 2005 mit einer Schusswaffe von zwei Männern im Stadtviertel Kimwenza im Norden von Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) ermordet, während er im Auto in das Philosophat zurückkehrte, in dem er wohnte. Er lebte seit 1959 in Afrika und war vor allem für seine Tätigkeit als Lehrer und für seine theologischen Veröffentlichungen bekannt, in denen er sich insbesondere mit der Religion in Afrika und mit den Sekten befasste. Er engagierte sich insbesondere auch im sozialen Bereich.

Pfarrer Robert De Leener, 54 Jahre, aus Ixelles (Belgien), wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni von einem Zuwanderer ermordet, den der Priester in Erwartung der Aufenthaltsgenehmigung im Pfarrhaus aufgenommen hatte. Der Priester war als Gemeindepfarrer in der „Heilig-Kreuz“-Pfarrei in Watermael-Boitsfort (Brüssel) tätig und betreute als Seelsorger auch andere Gemeinden. Der Zuwanderer war am Tag vor dem Mord wegen seines aggressiven Verhaltens aus dem Pfarrhaus weggeschickt worden, kehrte aber am Tag danach zu dem Pfarrer zurück und erstach diesen vor den Augen seiner Mutter. Nach Aussage seiner Pfarrgemeindemitglieder wurde der Priester Opfer seiner eigenen Gutmütigkeit: alle, die an seine Tür klopften konnten auf seine Hilfe zählen.

Bischof Luigi Locati, Apostolischer Vikar von Isolo im Nordosten Kenias, wurde am Abend des 14. Juli 2005 vor dem Pastoralzentrum des Vikariats ermordet. Der 77jährige Bischof Locati stammte aus der italienischen Diözese Vercelli und war seit 40 Jahren in der Kenia tätig, wohin er als „Fidei Donum“-Priester entsandt worden war. Er währe wenig später in den Ruhestand gegangen. Er lebte stets in armen und einfachen Verhältnissen und auch als Bischof behielt er diesen Lebensstil bei. Er war vor allem für seine Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit und sein Engagement für Gerechtigkeit bekannt. Bischof Locati hatte wiederholt Morddrohungen erhalten und war deshalb abends stets mit zwei Leibwächtern unterwegs. (vgl. Fidesdienst vom 15/7/2005)

Pfarrer Paulo Henrique Machado, 36 Jahre aus Brasilien war stellvertretender Koordinator der Pastoral in Nova Iguacu und wurde am 25. Juli 2005 von einem bewaffneten Kommando ermordet. Seine Leiche war an Bord seines Autos unter einer Brücke am Stadtrand von Rio de Janeiro aufgefunden worden. Seine Mörder hatten seine Uhr, sein Mobiltelefon und seine Geldbörse entwendet. Als Motiv für den Mord an dem Priester wird vor allem dessen Engagement zum Schutz der Menschenrechte vermutet, das von den einheimischen kriminellen Banden mit Misstrauen betrachtet wird. Er wird als junger, fröhlicher, engagierter und um Frieden und Harmonie bemühter Priester beschrieben. Insbesondere bemühte er sich um die Unterstützung der Familienagehörigen der Opfer des Massakers im Stadtrandviertel Nova Iguacu, wo er auch mehrmals auf das kriminelle Vorgehen von Drogenhändlern denunziert hatte.

Pfarrer Godwin Okwesili, 42 Jahre aus Nigeria wurde am 2. August 2005 in der St. Dominic Catholic Church in Yaba im Unionsstaat Lagos (Nigeria) ermordet. Am Nachmittag waren drei junge Männer unter dem Vorwand der Auslieferung eines Pakets in das Pfarrhaus eingedrungen, wo sie eine heftige Diskussion provozierten. Als der Priester aus seinem Zimmer trat, um nachzusehen, was geschah, wurde er vor seiner Zimmertür ermordet.

Pfarrer Jesus Adrian Sanchez, 32 Jahre, katholischer Priester aus der Diözese Espinal (Tolima), Pfarrer von El Limon, wurde am 18. August 2005 ermordet, während er am Institut Camacho Angarita in der ländlichen Region Chaparral (Tolima) Religionsunterricht gab. Gegen 10 Uhr hatte ein bewaffneter Mann den Unterrichtsraum betreten und den Priester gezwungen den Saal zu verlassen, woraufhin er mit einer Schusswaffe ermordet wurde. Der Priester engagierte sich aktiv vor allem im Bereich der Jugendpastoral, wobei er die Jungendlichen insbesondere dazu bewegen wollte, ihre Schulausbildung nicht abzubrechen, um sich den Guerillakämpfern anzuschließen. Der Vorsitzende der Kolumbianischen Bischofskonferenz verurteilte das Verbrechen als „gewaltsames Sakrileg“ und bat die Autoren des verheerenden Mordes um Umkehr und die kolumbianische Bevölkerung um das Gebet für den Beistand Gottes „bei der Überweindung einer Kultur der Gewalt und des Todes, die das Leben derer nicht respektieren, die sich für den Frieden einsetzen und Zeugen der Wahrheit und des Lebens sind“.

Pfarrer Vicente Rozo Bayona, 50 Jahre, und Pfarrer Jesus Emilio Mora, 65 Jahre, beide Priester aus der kolumbianischen Diözese Ocaña, Gemeindepfarrer der beiden einzigen Pfarreien in Convencion wurden am Morgen des 15. August 2005 ermordet während sie zu einer Feier unterwegs waren. Guerillakämpfer überfielen das Fahrzeug, in dem sich die Priester befanden auf dem Weg von Teorema nach Convencion in der Ortschaft El Diviso (Kolumbien) und schossen dabei mit Maschinengewehren auf den Wagen, wobei die beiden Priester und zwei weitere Mitreisende ermordet wurden, die in der Region eine Kaserne bauen sollten. Die Guerillakämpfer der ELN baten in einer kürzlichen Verlautbarung um Vergebung für die Tat, bei der es sich um einen „tragischen“ Irrtum handelte. Die Kolumbianische Bischofskonferenz bezeichnete den Vorfall als „grausames Verbrechen“ und verurteile die moralischen und materiellen Verantwortlichen „dieses gewaltsamen Sakrilegs“, das „das Bemühen der Kirche um Versöhnung und Frieden“ beeinträchtigt.

Pfarrer Francois Djikulo, kongolesischer Priester aus der Diözese Manono in der Demokratischen Republik Kongo brach im August zu einer Friedensmission bei dem gefürchteten Rebellenanführer Kyungu Kyungu, alias Gedeon, auf, den er dazu bewegen wollte, die Waffen niederzulegen und den Terror unter der einheimischen Bevölkerung zu beenden. Erst mehrere Monate später hatte man die Gewissheit, dass der Priester auf barbarische Weise ermordet wurde: er wurde zusammen mit seinem Begleiter, Simon Kayimbi, zunächst verstümmelt und dann bei lebendigem Leib verbrannt. Tatort war Mutendele, in der Region Pweto, rund 75 km von der Pfarrei Dubie in der Diözese Kilwa Kasenga entfernt. (vgl. Fidesdienst vom 21/11/2005 - 23/11/2005)

Pfarrer Giuseppe Bessone, Fidei-Donum Priester aus der italienischen Diözese Pinerolo (Italien) wurde in seinem Pfarrhaus in S. Antonio a Blumenau (Brasile) in der Nacht des 2. September ermordet. Bei dem Mörder handelte es sich um einen 16jährigen Jungen, der von dem Priester in seiner Wohnung aufgenommen worden war und bei dem Vorfall selbst verletzt wurde. Wahrscheinlich hatte er versucht, den Priester zu berauben. Pfarrer Bessone wurde am 25. Juni 1967 zum Priester geweiht. Nachdem er einige Jahre lang als Priester in der Diözese Pinerolo tätig gewesen war wurde er 1975 als Fidei Pfarrerum-Priester nach Brasilien entsandt, wo er zunächst Vikar der Pfarrei „Unsere liebe Frau von der Herrlichkeit“ in Blumenau war. Später war er Pfarrer der Pfarrei „Unsere liebe Frau von Fatima“ in Joinville und „St. Ines“ in Indasal und schließlich in der Pfarrei „St. Antonio“ in Blumenau. Nach einem Erholungsurlaub in Italien war er nach Brasilien zurückgekehrt, um dort seine Tätigkeit als Seelsorger wieder aufzunehmen. (vgl. Fidesdienst vom 6/9/2005)

Pater Angelo Redaelli, 40 Jahre aus der Provinz Lombardei des Franziskanerordens wurde am 12. September 2005 von einer aufgebrachten Menschenmasse ermordet, nachdem er bei einem Unfall ein Mädchen in einem Dorf rund 30 Kilometer von Owando in der Republik Kongo angefahren und dabei tödlich verletzt hatte. Pater Angelo war seit zwei Jahren als Missionar im Kongo tätig gewesen, wo er sich sofort gut in die einheimische Gemeinde eingefügt hatte. In den vergangenen Monaten hatte er vor allem in der Pfarrei Meku, nördlich von Owando in der Nähe des tragischen Unfalls gearbeitet. Er setzte sich dort vor allem für Straßenkinder ein. Außerdem engagierte er sich im Bereich des Gesundheitswesens und in der Katechese. Er wurde ermordet, während er sich auf dem Weg zu einer Katechistenschule befand (vgl. Fidesdienst vom 13/9/2005)

Pfarrer Luis Velasquez Romero, 51 Jahre, Priester aus der mexikanischen Diözese Tijuana, wurde durch Schüsse aus einer Pistole ermordet: seine Leiche wurde am 25. Oktober 2005 in einem Fahrzeug in der Nähe eines Einkaufszentrums gefunden. Der Priester, der als Seelsorger in einer Pfarrei im Stadtviertel Colinas di Agua Caliente in Tijuana tätig war, war auch Richter am Kirchengericht der Diözese tätig. Er war als freundliche Person bekannt, die sich stets um die Nähe zu den Menschen bemühte. Die Stadt Tijunana befindet sich im Gebiet an der Grenze zu den Vereinigten Staaten und ist oft Schauplatz von Gewalt und Konflikten zwischen Drogenhändlerbanden.

Suresh Barwa, 31 Jahre, und Marco Candelario Lasbuna, 22 Jahre, Mitglieder der Kongregation der „Missionaries of the Poor“ (MOP), die sich vor allem um die Betreuung von Armen und Ausgeschlossenen in Jamaika, Indien, Uganda und auf den Philippinen bemüht, wurden am 27. Oktober ermordet. Sie befanden sich zusammen mit anderen Personen in der Küche des Hauses „Corpus Christi“ der MOP, im Zentrum von Kingston (Jamaika). Beide wurden von derselben Kugel am Kopf getroffen, während sie nach einem Fest für einen Mitbruder, den Abwasch erledigten. Der aus den Philippinen stammende Marco war erst seit fünf Monaten in Kingston, während der Suresh aus Indien bereits seit zwei Jahren in Jamaika tätig war.

Schwester Margarita Vásquez Sandino, 87 Jahre, von den Schwestern vom Guten Hirten wurde am 11. November 2005in Medellin (Kolumbien) ermordet, wo sie einen kranken Angehörigen pflegte. Ein Jugendlicher, der Kontakt zu den Schwestern hatte und für sie Malerarbeiten erledigte, war in die Wohnung eingedrungen, wo er wahrscheinlich einen Diebstahl begehen wollte. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten gegen die Ordensfrau, an deren Folgen die Schwester starb. Schwester Margerita war für eine Weihnachtsgeschenkaktion für Kinder verantwortlich, die Opfer von Landminen geworden waren.

Pater Philip Valayam, 46 Jahre (SDB) wurde in der Nacht zwischen dem 24. und 25. Dezember ermordet, nachdem er die Mitternachtsmesse gefeiert hatte und in das “Pfarrer Bosco Youth Educational Services”-Zentrum in Nairobi (Kenia) zurück kehrte. Der Priester wurde von einigen Männern überfallen, die auf ihn schossen, nachdem er sich wehren wollte. Pater Valayam war als Priester sehr beliebt und bekannt. Er wurde in Koodaranhi-Calicut (Indien) geboren) und 1988 zum Priester geweiht. Bei seiner Ankunft im Inspektorat Ostafrika wurde er zunächst als Missionar nach Tansania entsandt. 2001 wurde er nach Kenia versetzt.

Schwester Margaret Branchen, 74 Jahre, aus der Schweiz, Mitglied des Ordens der heiligen Ursula von Brigue (Kanton Valais) wurde am 28. Dezember 2005 in der südafrikanischen Kleinstadt Ngqueleni am Ostkap ermordet, wo sie sich in der St. Mary-Klinik aufhielt, in der sie als Krankenschwester und Geburtshelferin tätig war. Schwester Margaret lebte und arbeitete seit mehreren Jahren in dem afrikanischen Land, wo die Ursulinnen von Brigue sechs Niederlassungen haben. Die Behörden vermuten, dass die Ordensschwester bei einem versuchten Diebstahl ermordet wurde.

Ermordet im Jahr 20051 Bischof
17 Priester
2 Ordensmänner
3 Ordensschwestern
1 Laie

Herkunftsland
Amerika: 9 (2 Vereinigte Staaten, 4 Kolumbien, 1 Brasilien, 2 Mexiko)
Asien:5 (1 Indonesien, 1 Philippinen, 3 Indien)
Europa: 7 (3 Italia, 2 Belgien, 1 Slowakei, 1 Schweiz)
Afrika: 3 (1 Nigeria, 2 D.R. Kongo)

Ort des Todes
Amerika: 11 (2 Mexiko, 3 Brasilien, 4 Kolumbien, 2 Jamaika)
Afrika: 9 (3 Kenia, 3 D.R. Kongo, 1 Republik Kongo, 1 Nigeria, 1Südafrika )
Asien: 2 (1 Indien, 1 Indonesien)
Europa: 2 (1 Russland, 1 Brüssel). (Fidesdienst 30/12/2005)

 

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