MARTYROLOGIUM DES JAHRES -
2004
Bruder Ignacio Garcia Alonso, vom Institut der
Christlichen Schulbrüder wurde im Büro des Rektors des
Internats der Christlichen Schulbrüder in Bobo Dioulasso in
Burkina Faso von einer oder mehreren Personen mit einer Machete
ermordet. Die Täter flohen, ohne Spuren zu hinterlassen. Der
Vorfall ereignete sich am 6. Februar. Der 63jährige Ordensbruder
stammte aus Spanien. Er lebte über 40 Jahre als Missionar in
Marokko, Niger und vor allem in Burkina Faso (vgl. Fidesdienst vom
10. Februar 2004)
Pater Luciano Fulvi, Comboni Missionar aus Italien,
76 Jahre, wurde am 31. März in seiner Wohnung in der Mission
Lyibi am Stadtrand von Gulu (Uganda) mit einer Verletzung am Hals
tot aufgefunden. Er lebte erstmals von 1956 bis 1964 in Uganda,
wohin der 1990 zurückkehrte. Er war vor allem im Erziehungswesen
und zuletzt in der Berufungspastoral tätig. Er wurde von allen
als friedfertiger und freundlicher Mensch beschrieben, der sich
jedoch der Risiken des Lebens als Missionar in dieser Region bewusst
war. (vgl. Fidesdienst vom 31. März 2004)
Javed Anjum, 19jähriger Student aus Quetta
(Pakistan), starb am 2. mai im Krankenhaus von Faisalabad an den
Folgen von insgesamt 26 Verletzungen am ganzen Körper, die
ihm von einem Lehrer und mehreren Studenten einer Islamschule zugefügt
worden waren, die ihn zum Islam bekehren wollten. Am 17. April wurde
Javed von einem Lehrer und mehreren Studenten der Jamia Hassan bin
Almurtaza, einer religiösen islamischen Schule in der Nähe
von Islamabad verschleppt. Fünf Tage lang wurde er misshandelt,
bis sein Zustand sich derart verschlechterte, dass seine Peiniger
in selbst der Polizei übergaben, wo sie erklärten, er
habe versucht einen Diebstahl zu verüben. Die Polizeibeamten
brachten den jungen Mann ins Krankenhaus, wo er jedoch an den Folgen
der Misshandlungen starb. (vgl. Fidesdienst vom 12. Mai 2004)
Samuel Masih, ein junger Pakistaner, der im August
2003 wegen Blasphemie festgenommen wurde, starb am 28. Mai 2004
im Krankenhaus, wo er sich mehrer Monate lang aufgehalten hatte,
nachdem er wegen der im Gefängnis erlittenen Misshandlungen
eingeliefert worden war. Der junge Mann, der auch an Tuberkulose
litt, war von einem fundamentalistischen muslimischen Gefängniswärter
misshandelt worden. Er war von einem Buchhändler aus Lahore
angezeigt worden, weil er angeblich Abfälle an der Mauer einer
Moschee abgestellt haben soll. (vgl. Fidesdienst vom 31. Mai 2004)
Pfarrer Ramon Navarrete Islas, 56jähriger
mexikanischer Weltpriester, wurde in seiner Wohnung in der Nähe
der Pfarrei, die er als Gemeindepfarrer betreute, in Ciudad Juarez
an der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko tot aufgefunden.
Der Priester wurde am 6 Juli mit mehreren Messerstichen in der Brustgegend
auf dem Boden liegend aufgefunden. Wie aus den polizeilichen Ermittlungen
hervorgeht, wurde das Delikt von einem oder mehreren Einbrechern
verübt, die in seiner Wohnung nach Wertgegenständen suchten:
die Wohnung war verwüstet, außerdem stahlen die Täter
das Auto des katholischen Priesters. (vgl. Fidesdienst vom 8. Juli
2004)
Pater Faustino Gazziero von den Dienern Mariens
wurde am Samstag, den 24. Juli nach der Abendmesse im Dom von Santiago
de Chile erstochen. Als der katholische Priester nach dem Abendgottesdienst
in die Sakristei zurückging, wurde er dort von einem 25jährigen
Mann mit einem Messer angegriffen und ermordet. Der Täter konnte
von der Polizei kurz nach der Tat festgenommen werden. Der 69jährige
italienische Pater Gazziero war 1960 sofort nach seiner Priesterweihe
nach Chile gekommen. Er hatte verschiedene Ämter inne und war
seit Jahren Vorsitzender der Stiftung „Santa Teresa“,
die im ganzen Land mehrere Schulen betreibt. (vgl. Fidesdienst vom
26. und 28. Juli 2004)
Pfarrer Eusebio Manuel Sazo Urbina, 45 Jahre aus
Guatemala, betreute als Gemeindepfarrer eine Pfarrgemeinde am Stadtrand
von Guatemala City und wurde am 31. Juli ermordet. Der Priester,
der sich vor allem für humanitäre Hilfsprojekte und Entwicklungsprojekte
engagierte, war zu einem Kranken gerufen worden. Auf dem Weg von
der Pfarrei zur Wohnung des Kranken wurde er von einem Mann überfallen,
der sein Handy stehlen wollte und ihn mit einer Schusswaffe am Hals
und in der Magengegend verletzte. Der katholische Priester starb
beim Transport ins Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Verletzungen.
Sein Amtsvorgänger in der Leitung der Pfarrgemeinde hatte sein
Amt abgegeben weil er mehrmals Morddrohungen erhalten hatte.
Nasir Masih, 26 Jahre, katholischer Pakistaner,
wurde am 16. August aus seiner Wohnung im Verwaltungsbezirk Baldia
Siekhupoura rund 45 Kilometer von Lahore von einer Gruppe muslimischer
Männer verschleppt, die ihn des Diebstahls beschuldigten. Wenige
stunden später teilten Polizeibeamte den Angehörigen fest,
man habe ihn festgenommen. Nach drei Tagen wurde sein Tod bekannt
gegeben: sein Körper wies zahlreiche Verletzungen und Blutflecken
auf. (vgl. Fidesdienst vom 8. September 2004)
Pfarrer Job Chittilappilly, 71 Jahre, wurde am
Morgen des 28. August in seiner Wohnung in Thuruthiparambu im indischen
Unionsstaat Kerala ermordet. Pfarrer Job betete den Rosenkranz vor
dem Gottesdienst, als er von seinen Mördern überrascht
wurde. Aus der Wohnung des Priesters, der seit 45 Jahren als Seelsorger
unter den syromalabarischen Gläubigen tätig war, wurde
von den Tätern nichts mitgenommen oder beschädigt. Bereits
einige Zeit zuvor soll der Priester eingeschüchtert worden
sein. Man werde ihn umbringen, sollte er seine Proselytenmacherei
nicht einstellen, hatte man ihm gedroht. Der Priester stattete hinduistischen
Familien Besuche ab, bei denen er stets willkommen war, ohne dabei
das Ziel des Abwerbens von Gläubigen zu verfolgen. (vgl. Fidesdienst
vom 31. August 2004)
Pfarrer Gerard Fitzimons, 63 Jahre aus England,
wurde am 2. Oktober tot in seiner Wohnung in der Pfarrei der heiligen
Maria und Joseph in Colesberg in der Diözese De Aar (Südafrika)
aufgefunden. Pfarrer Gerard arbeitete seit 7 Jahren in Südafrika,
wo er sich vor allem um Arme und Aidskranke kümmerte (vgl.
Fidesdienst vom 13. Oktober 2004)
Pfarrer Marcino Nájera Cisneros, 42 Jahre,
Gemeindepfarrer in Jilothlan (Mexiko) wurde am 18. Oktober bei einer
Feier nach der heiligen Messe zur Erstkommunion ermordet, nachdem
er versucht hatte, ein Mädchen zu beschützen, das von
einem Mann belästigt worden war, der sie unbedingt zum Tanzen
auffordern wollte. Der Mann hatte sich zunächst entfernt und
war dann zurückgekehrt, um den Priester und zwei weitere Personen
mit einer Schusswaffe zu töten. Das Mädchen blieb unverletzt.
Pfarrer Gerard Nzeyimana, 65 Jahre aus Burundi,
Bischofsvikar in Bururi, wurde am 19. Oktober bei einem Überfall
ermordet. Pfarrer Gerard Nzeyimana kehrte zusammen mit drei Ordensschwestern
und einer jungen Frau von Bujumbura nach Bururi zurück, als
ihr Fahrzeug von bewaffneten Männern aufgehalten wurde. Er
wurde zum Verlassen des Fahrzeugs gezwungen und mit einem Kopfschuss
kaltblütig ermordet. “, so die Beobachter. Er engagierte
sich vor allem für den Frieden und denunzierte immer wieder
die Gewalt an der Zivilbevölkerung. (vgl. Fidesdienst vom 20.
Oktober 2004)
Pater John Hannon, 65 Jahre aus Irland und Missionar
der Gesellschaft der Afrikamissionen (SMA) wurde am 25. November
in den Räumlichkeiten des sich im Bau befindlichen Gemeindezentrums
der Pfarrer St. Barnabas in Matasia (Diözese Ngong, Kenia)
rund zwanzig Kilometer von Nairobi entfernt aufgefunden. Wie aus
den Ermittlungen hervorgeht, drangen seine Mörder gegen Mitternacht
in die Räume der Pfarrgemeinde ein, wo sie wahrscheinlich einen
Raubüberfall geplant hatten. Nachdem sie einen Wachposten gefesselt
hatten, ermordeten sie den Ordensmann. (vgl. Fidesdienst vom 26.
November 2004)
Pfarrer Kazimir Viseticki, 66 Jahre, wurde in
der Nacht vom 17. auf den 18. November ermordet. Seine blutüberströmte
Leiche wurde in seiner Wohnung in der Pfarrei St. Roko in Bosanska
Gradiska (Diözese Banja Luka) im Norden von Bosnien Herzegowina
in der Nähe der kroatischen Grenze aufgefunden. Wahrscheinlich
handelte es sich bei der Tat ursprünglich um einen Raubüberfall:
der Täter wurde von dem katholischen Priester überrascht,
worauf er mit einer Eisenstange auf ihn einschlug. (vgl. Fidesdienst,
20. November 2004)
Schwester Christiane Philippon, 58 Jahre, aus
der Kongregation Notre Dame des Apotres, wurde in der Nacht vom
25. auf den 26. Dezember (gegen drei Uhr morgens) im Tschad auf
der Straße von Ba Hilli nach N’Djamena ermordet. Schwester
Christiane und zwei weitere Ordensschwestern waren auf dem Weg in
die Hauptstadt zu einer Versammlung ihrer Kongregation. Ihr Fahrzeug
wurde auf dem Weg von Banditen überfallen und unter Beschuss
genommen, wobei Schwester Christine ermordet wurde. Ihre drei Mitschwestern,
die sich ebenfalls im Fahrzeug befanden, wurden verletzt. Schwester
Christine lebte und arbeitete seit 20 Jahren im Tschad und seit
5 Jahren in der Diözese Sahr, wo sie vor allem in der Familienpastoral
tätig war. Vor einem Jahr wurde sie in das Amt der Vorsitzenden
der diözesanen Versammlung der Ordensschwestern gewählt.
Ermordet im Jahr 2004
10 Priester
1 Laienbruder
1 Schwester
3 Laien
Herkunftsländer
Europa: 7 (2 Italien, 1 Irland, 1 England, 1 Frankreich,
1 Spanien, 1 Bosnien-Herzegowina)
Amerika: 3 (2 Mexiko, 1 Guatemala)
Asien: 4 (3 Pakistan, 1 Indien).
Afrika: 1 (Burundi)
Ort des Todes
Amerika: 4 (2 Mexiko,1 Guatemala, 1 Chile)
Afrika: 6 (1 Uganda, 1 Burundi, 1 Südafrika, 1 Kenia, 1 Tschad,
1 Burkina Faso)
Asien: 4 (1 Indien, 3 Pakistan)
Europa: 1 (Bosnien-Herzegowina).
Kurzer Kommentar von Kardinal Crescenzio Sepe zur Aufstellung
der im Jahr 2004 ermordeten Mitarbeiter der Mission
Vatikanstadt (Fidesdienst) – Der Fidesdienst bat Kardinal
Crescenzio Sepe, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung
der Völker, um einen kurzen Kommentar zur Aufstellung der im
Jahr 2004 ermordeten Mitarbeiter der Mission. Es folgt der Wortlaut
des Kommentars.
Auch im Jahr 2004 mussten viele Brüder und Schwestern für
das Wachstum der Kirche in der Welt ihr Blut vergießen. Den
meisten Menschen ist dieser Beitrag unbekannt, da Informationen
über diese tragischen Ereignisse meist nicht auf den Seiten
der Zeitungen oder in den Bereichten der Radio- und Fernsehsender
erscheinen. Doch dem Vater, der uns alles Gute schenkt, ist er zweifelsohne
wohl bekannt.
Wir kennen nicht in allen Fällen die Gründe, die zum Tod
geführt haben, doch wir wissen, dass bei vielen der Glaube
ein Grund für das Blutzeugnis war.
Ohne eine mögliche Beurteilung der Kirche vorwegzunehmen können
wir sagen, dass in einigen Fällen die Umstände des Todes
sich wie die Steine eines Mosaiks zusammenfügen, wobei sich
die Kennzeichen jeweils im Vergleich zu den andern unterscheiden,
die doch als Ganzes ein harmonisches Bild entstehen lassen und sich
gegenseitig ergänzen. Es handelt sich dabei um das großes
Mosaik der Kirche, die in verschiedenen Völkern und Kulturen
und unter extrem unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen
lebt, dabei jedoch vom Heiligen Geist, der vereint und Leben schenkt,
zusammengehalten wird. Unter diesen Mosaiksteinen sind einige von
ganz besonderem Glanz, der ihnen das Blut verleiht, das sie für
den Glauben vergossen haben: es sind unserer Märtyrer, die
als solche von der Kirche anerkannt werden, und die in den Augen
der Unwissenden für immer aus dieser Welt beseitigt wurden,
die jedoch mit den Augen des Glaubens gesehen, mit ihrem Blut die
Erde für den Samen neuer Christen fruchtbar gemacht haben.
Das Martyrium zeugt von einer lebendigen Kirche: das Martyrium nährt,
trägt, stärkt und ermutigt die Sendung der Kirche, sie
ist Grund zur Lobpreisung! Der heilige Apostel Paulus schreibt hierzu:
„Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christ, unseres
Herrn rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich
der Welt.“ (Gal 6,14).
Das Martyrium ist Teil der Kirche: denn die Verkündigung des
Evangeliums und des Glaubens immer und überall, auch durch
die Hingabe des eigenen Lebens zu diesem Zweck, ist das höchste
Zeugnis der Evangelisierung, das wir geben können, es ist der
konkrete Frieden, den Jesus Christus den Menschen gebracht hat.
(Fidesdienst, 30/12/2004) |