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XII. TAG ZUM GEDENKEN AN DIE ERMORDETEN MISSIONARE

XII. TAG ZUM GEDENKEN AN DIE ERMORDETEN MISSIONARE

- Interview mit Crescenzio Cardinal Sepe
- Einige Zeugnisse
- „Gehetzt aber doch nicht verlassen“
- Gedenken an die Ermordeten Missionare auf der ganzen Welt

Sussidio del MGMissionario:
1.- I missionari martiri: perseguitati ma non abbandonati (italiano)
2.- Vorschläge der Jugendmissionsbewegung zur Gestaltung Feier des Gedenktages
3.- Martyrologium 2003
4.- Veglia (italiano)
5.- Via Crucis (italiano)
6.- Movimento Giovanile Missionario (italiano)
7.- Offerta della sofferenza (italiano)

EINIGE ZEUGNISSE
Erzbischof Michael Courtney Pater Mario Mantovani
Bruder Anton Probst Schwester Czeslawa Lorek
Marko Makuec Shir Joe Castillo
Annalena Tonelli  

Erzbischof Michael Courtney hat sich aufgeopfert für die Bevölkerung in Burundi, wohin in der Papst als Apostel des Friedens entsandt hatte

Aus der Predigt, die Kardinalstaatsekretär bei der Trauerfeier für Erzbischof Michael Aidan Courtney, im Petersdom gehalten hat. Der Apostolische Nuntius war am 29. Dezember 2003 bei einem Attentat auf tragische Weise ums Leben gekommen.
„Unser verehrter Apostolischer Nuntius hat uns die Kunst des christlichen Lebens gelehrt“, so der Kardinal in seiner Predigt. „Als Sohn Irlands hat er das Zeugnis seines festen Glaubens auf die Straßen der Welt getragen. Auf den Spuren Christi, des Guten Hirten, hat er sein Leben für das burundische Volk geopfert, zu dem ihn der Papst als Apostel des Friedens entsandt hatte. In allen Teilen dieses gemarterten Landes hatte Erzbischof Michael mit Nachdruck die Worte widerhallen lassen, die der Papst bei seinem historischen Besuch in Burundi im September 1990 ausgesprochen hatte: „Frieden, Frieden! Vergebung und Liebe!“. Und als Apostolischer Nuntius ging er mit dem Beispiel der Liebe zu diesem geliebten Volk voraus.“
Indem er an die tragischen Ereignisse am 29. Dezember erinnerte, als der Apostolische Nuntius in Burundi ermordet wurde („Noch einmal hat Kain sich auf Abel gestürzt!“) erinnerte Kardinal Sodano daran, dass „die katholische Glaubensgemeinschaft in Burundi, sich, erschüttert von dem tragischen Ereignis, sofort im Gebet versammelt hat, um den Herrn darum zu bitten, dass der demjenigen die Belohnung der Gerechten zukommen lassen möge, der während seiner drei Jahre seines Dienstes in dieser Nuntiatur ein leuchtendes Beispiel des apostolischen Engagements gewesen war“. Die Beerdigung, die am 31. Dezember in der Kathedrale von Bujumbura stattgefunden hat, stellte das Ansehen unter beweis, dass der verstorbene Erzbischof Michael in diesem gemarterten Land genossen hat.“
Unterdessen erinnerten auch die burundischen Bischöfe in ihrer Botschaft zu diesem traurigen Anlass an das heldenhafte Zeugnis des Nuntius: „Tag und Nacht, hat Erzbischof Michael Courtney ohne Unterhalt versucht, den Burundiern dabei zu helfen das Einverständnis untereinander durch den Dialog wieder herzustellen … Er hat keine Mühe gescheut, wenn es darum ging die Burundier einander näher zu bringen, und keiner blieb dabei ausgeschlossen. Auf diese Weise wollte er zeigen, dass es für die Rettung unseres Lands keinen anderen Weg gab als den Dialog, die Übereinstimmung und die endgültige Ablehnung des Mordes als politisches Mittel“.
Abschließend bezeichnete Kardinal Sodano, den Tod von Erzbischof Courtney „eine Brücke zwischen dem irdischen und dem himmlischen Leben und zwischen den beiden Ufern des menschlichen Daseins“ und damit Anlass zum Nachdenken: „Es ist ein Aufruf, das Leben als eine Sendung zu betrachten, die vollbracht werden muss, einen Weg der beschritten werden soll und zwar auf den Spuren, die die Vorsehung für uns bereit hält, wobei wir den Gürtel nicht ablegen und die Lampen brennen lassen sollen!“ (Fidesdienst, 20/3/2004 – 36 Zeilen, 450 Worte)

Der Comboni Missionar Pater Mario Mantovani hatte seinen Mörder einst getauft
Pater Mario Mantovani wurde am Vorabend des Festes Mariä Himmelfahrt erschossen, während er zusammen mit Bruder Godfrey Kiruowa, selbst ein Ugander, durch den Ort Lobel, etwa 40 Kilometer von seiner Mission in Kanawat entfernt, fuhr. Die beiden Comboni Missionare waren in Kanawat losgefahren und wollten nach Kapedo, wo sie die Beichte hören und einen Gottesdienst zum bevorstehenden Fest feiern wollten, doch sie kamen dort nie an, denn sie wurden unterwegs von Karimojong-Kriegern ermordet. Das Auto, an dessen Steuer Bruder Godfrey saß, befand sich zwischen einer Bande Dototh-Krieger und Jie-Kriegern. Der ugandische Ordensmann wurde als erster von einem Schuss am Kopf und danach noch von zwei weiteren Schüssen getroffen. Als Pater Mario begriffen hatte, dass er für seinen Mitbruder nichts mehr tun konnte, warf er, der noch unverletzt war, sich aus dem Auto. Es gelang ihm, sich im hohen Gras zu verstecken. Doch der Mörder, der befürchtete, Pater Mario könne ihn erkannt haben, folgte ihm und erschoss ihn ohne jeden Skrupel. Danach nahm er die Schuhe und einige persönliche Gegenstände des Toten und brachte sie in seine Hütte. Diese Tatsache ermöglichte später die Identifizierung des Täters, der zunächst fast von den von Pater Mario betreuten Pfarrgemeindemitgliedern gelyncht worden wäre. Der italienische Missionar, der seit langem in der Region tätig war, war bei allen bekannt und beliebt.
Pater Mario hatte die ganzen 46 Jahre seiner Missionstätigkeit in derselben Gegend in Uganda verbracht. Bei dem Missionsgebiet handelte es sich um die größte und gefährlichste unter den Missionen der Comboni Missionare auf der ganzen Welt. Pater Mantovani scheute sich nicht davor, sich Leprakranken zu nähern. Er betrat ihre Hütten, verband ihre Wunden (stets ohne Handschuhe), brachte ihnen etwas zu essen, eine Decke, etwas Seife und Tabak, den er oft auch zusammen mit seinen Patienten rauchte, um die Barrieren zu durchbrechen, und unterhielt sich mit ihnen ganz unbeschwert, als ob es sich um Gesunde handelte.
Ein ganz besonderes Augenmerk widmete Pater Mario auch alten Menschen. Es kam vor, das alte Menschen, wenn sie sich nicht mehr um sich selbst kümmern konnten und ihr Clan unter der Hungersnot litt, in der Wüste zum Sterben alleine gelassen wurden. Diese Menschen wären dort auf jeden Fall den Hyänen zum Opfer gefallen. Pater Mario gründete eine christliche Organisation, die ihm Bescheid gab, wenn ein alter Mensch in der Wüste allein gelassen werden sollte. Danach fuhr er sofort los, um diesen Menschen zu helfen, er brachte sie in seine Mission, wo er sie liebevoll pflegte. Dies gefiel den Menschen und es war deshalb ein wertvolles Zeugnis zugunsten der Missionare und der Religion, die sie verkündeten.
„Viele Jahre“, schrieb Pater Mario, war ich in verschiedenen Missionen tätig, wo ich nie ein Kind getauft, oder im die Erstkommunion gegeben habe, weil die Eltern nichts wussten und die Kinder im Alter von 4 bis 15 Jahren als Hirten jeden Tag auf die Tiere aufpassen mussten. Dies waren die Jahre, in denen ich gesät habe. Während dieser Jahre, habe ich auch viele kleinen Schulen gegründet, denen es nie an Schülern fehlte“.
„Nach 10 Jahren, habe ich auf Anraten der Katechisten die kleinen Hirten am Abend in die Mission eingeladen, wo sie am Religionsunterricht teilnehmen konnten und etwas zu essen bekamen. Ganz langsam kam einer nach dem anderen.“, so Pater Mario, „Nach 20 Jahren besuchten Jungen im Alter von 16-17 Jahren die erste Klasse der Grundschule. Nach dreijährigem Unterricht empfingen sie die Taufe und die Erstkommunion. Heute werden sie im Alter von 17-18 Jahren gefirmt. Danach gehen sie nicht mehr weg. Oft wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, um die Kapellen zu besuchen, erkennen sich mich und laufen auf mich zu, um mich zu grüßen. Für mich sind sie alle Brüder, die ich auf der Straße, auf den Feldern, auf der Heide oder in der Mission treffe. Und auf diese Weise wächst die Kirche zusammen mit den Gläubigen, den Katechisten und auch mit den Priestern, die alle aus diesem Land stammen, wo es nur Dornen, Sand und Steine zu geben schien“. (Fidesdienst, 20/3/2004 – 48 Zeilen, 672 Worte)

Bruder Anton Probst aus dem Orden der Claretiner wurde Mbuto „Großer Bruder´“ genannt
Bruder Anton war in seinem missionarischen Wirken sehr effektiv und engagiert. 23 Jahre hat er Tag für Tag im Kongo verbracht, von 1968 bis 1991. Praktisch veranlagt, wie er war, kümmerte er sich um alle technischen Dienste: Mechanik, Schreinerei, Klempnerei usw. In diesem Sinn hat er durch die Sammlung von Regen- und Klimadaten, die ein wertvoller Beitrag für das Land sind, mitgewirkt.
Wie P. Kihunga Nzungu Zénon CMF betont, war es vor allem sein Anliegen, sich in das Volk einzureihen, weshalb es ihn auch dazu gedrängt hat, an gewissen traditionellen Initiationen teilzunehmen. Auch hat er sein ganzes irdisches Leben lang einen kupfernen Armreif (traditionelles Symbol) getragen, auf dem sein afrikanischer Name Gamudondu eingraviert war, was so viel bedeutet wie kleiner Baum, der etwas aushält: Familienoberhaupt, Sippenoberhaupt, Häuptling. Bruder Anton war ein Missionar in der Art Clarets; er hat Hügel, Täler und Ebenen durchwandert auf der Suche nach und in der Begegnung mit der kongolesischen, also der afrikanischen Seele
„Darüber hinaus können wir sein Zeugnis als Ordensmann nicht stillschweigend übergehen. Dienstbereitschaft, Verfügbarkeit. Wie Maria, unsere Mutter und Ausbilderin: Demut und Einfachheit. Er wollte bei seinen jungen Mitbrüdern immer den Geschmack am Ordensleben und am missionarischen Leben wecken, was im Übrigen seinen Beinamen Mbuta (großer Bruder, Meister, Führer, Vertrauter, kurz und gut, Initiator seiner jungen Mitbrüder) rechtfertigt“, so Pater Zenon. „Er hat Afrika geliebt, er hat für Afrika gearbeitet, er ist in Afrika und für Afrika gestorben. Wir bitten ihn aufrichtig um Vergebung für diese Tat. Er möge für uns eintreten, damit dein Blut, das auf afrikanischer Erde vergossen wurde, neue Berufungen aufkeimen lässt, die sich ganz Christus und der Weltkirche hingeben“, hofft Pater Zenon.
Die Novizen aus dem Noviziat in Akono (Kamerun) erinnern sich: „Wer von Bruder Anton sprechen möchte, stößt sofort auf eine Schwierigkeit, nämlich ihn in seiner Komplexität zu umschreiben. In der Tat haben alle, die in der Claretinergemeinschaft Akono vorbeigekommen sind oder mit den Claretinern Kontakt aufgenommen haben, mindestens einmal von „Mbuta“ oder auch vom „Großen Bruder“ reden hören; doch wer von letzteren könnte sich damit brüsten, in die Geheimnisse seiner Persönlichkeit eingedrungen zu sein? Wir Claretinernovizen haben Bruder Anton erst am 20. September 2003 kennen gelernt, als er uns von der Pfarrei Nkolbisson zum Noviziat in Akono brachte. Was uns zuallererst aufgefallen ist, ist diese Gelassenheit und außerordentliche Vorsicht, die uns fast erstaunt hat. Während der Zeit, die wir mit ihm verbrachten, haben sich uns einige Züge seiner Persönlichkeit besonders eingeprägt. Bruder Anton war ein unermüdlicher Arbeiter. Das ging so weit, dass ihn sein Eifer dazu geführt hatte, alle Ruhezeiten aus seiner Tagesplanung zu streichen. Er nahm alle Tage die gleiche Arbeit wieder auf, mit der gleichen Beständigkeit, dem gleichen Eifer sowie dem gleichen Fleiß und der gleichen Sorgfalt. Wenn er den Novizen einen Vortrag halten sollte, begann er nie, solange wir nicht alle im Raum waren, und manchmal holte er die zu spät Kommenden persönlich. Er war kein Mann von hochspekulativen Reden, sondern ein praktischer Pädagoge, und es wäre keine Lüge, zu sagen, sein praktisches Wissen sei enzyklopädisch gewesen. Ein Weiser geht, eine Bibliothek verschwindet. Sein Tod hinterlässt einen heftigen Schmerz in uns, und gleichzeitig ist er eine klaffende Leere.“ (Fidesdienst, 20/3/2004 – 42 Zeilen, 537 Worte)

Schwester Czeslawa Lorek hörte eine innere Stimme sagen: „Was kann ich für den Papst tun? Wie kann ich ihm helfen? – Ich weiß es, ich werde in die Mission gehen!“
Schwester Czeslawa Lorek wurde 1938 in Binczyce Gorne in Polen in einer einfachen und sehr christlichen Familie geboren. Ihr Gemeindepfarrer, Pater Stanislaw Pieprznikm war ihr erster geistlicher Begleiter und betreute sie auch während der Zeit, in der sie sich für das Ordensleben entschied sowie zu Beginn ihrer Zeit als Ordensfrau. Eines Tages hatte das Mädchen bei der Anbetung des Allerheiligsten eine innere Stimme gehört, die ihr sagte: „Tochter, schenke mir dein Leben!“. Von da an ging alles ziemlich schnell.
Sie trat 1960 in die Kongregation vom Heiligen Herzen (RSCJ) ein und wurde während der ersten Zeit ihres Ordenslebens für die Arbeit mit Kindern als Religionslehrerin und Kindergärtnerin ausgebildet. 1978 nahm sie an der ersten Audienz des gerade neu gewählten Papst Johannes Paul II. teil. In ihrem Inneren hörte sie erneut die Stimme: „Was kann ich für den Papst tun? Wie kann ich ihm helfen? – Ich weiß es, ich werde in die Mission gehen!“
Im Dezember 1978 bat sie ihre Ordensoberin um die Erlaubnis in das damalige Zaire zu gehen, und erklärte diesen Wunsch wie folgt: „Die Worte des Papstes haben meinen Glauben an die Göttliche Vorsehung gestärkt. Ich begebe mich in seine Hände, die mich auserwählt haben, damit ich im folgen soll und die mich nun auffordern mein Leben hinzugeben und in das Land zu gehen, das er mir zeigt. Mein einziger Wunsch ist es, seinem Willen zu folgen; Ihr bin ich, Herr! Sende mich! Ich bin arm und besitze weder Geld noch besondere Talente, aber ich möchte auf alles verzichten, wenn ich nur davon Zeugnis ablegen kann, dass Gott die Liebe ist, Ich habe die Liebe Jesu erfahren und fühle mich dazu angetrieben, im alltäglichen Leben von dieser Liebe zu zeugen. Ich möchte beten und dem Herrn dafür danken, dass er in mir so große Dinge gewirkt hat. Ich möchte seinem Willen folgen, damit die Sendung der Kirche erfüllt werden kann.“
1984 reiste sie nach einer langen Vorbereitungszeit endlich nach Zaire. Ihre Absicht war es, alles für das Reich Gottes zu tun und ein Instrument seiner Liebe und seines Friedens sein. Doch das Leben in dem afrikanischen Land war damals schockierend und voller Herausforderungen. Schwester Czeslawa arbeitete mit Kindern, Gefangenen und Frauen.
Nach dem Krieg zog sie nach Kinshasa um. 1995 erkrankte sie an Krebs, doch nach einer Operation und der Genesungszeit, wollte sie wieder in die Mission zurückkehren. 2001 mache sie ihren letzten Heimaturlaub. Am 11. Mai 2003 wurde sich in der Kirche, in der sie in Kinshasa tätig war, überfallen. Am 21. Mai 2003 erlag sie den Folgen der Verletzungen. Ihre Mitschwestern und alle, die sie kannten, erinnern sich an eine Person, die die Liebe Gottes, Heiterkeit und Frieden ausstrahlte, als einen sensiblen Menschen, der sich ganz Afrika gewidmet hatte. (Fidesdienst, 20/3/2004 – 34 Zeilen, 486 Worte)

Marko Makuec Shir, ein Katechist, der in Kutum (Sudan) ermordet wurde
Unter den Teilnehmern des von der Pfarrgemeinde Nyala im Februar 2003 veranstalteten „Kurses zur Bewältigung von Traumata“ war auch der junge Katechist Marko Makuec Shir, ein Dinka aus Gogrial, Vater von drei Kindern. Der Kurs sollte darüber informieren, wie man traumatische Situationen bewältigen konnte, die im Sudan nach fas 40 Kriegsjahren sehr häufig waren. Marko wusste damals noch nicht, dass er selbst sechs Monate später seine letzte eigene traumatische Erfahrung machen und in Kutum, wo er seit 1998 als Katechist tätig war, durch einen Schuss sterben sollte. Kutum ist ein hübscher kleiner Ort mit fruchtbarem Ackerland etwa 80 Kilometer nördlich von El Fasher der Hauptstadt des Staates. Er liegt in rund 800 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Das Leben in dem kleinen Ort verlief ruhig und der einzige Grund, weshalb die Katechisten die Kleinstadt nicht gerne besuchte, war ihre abgelegene Lage. Am 25. April 2003 änderte sich die Situation auf dramatische Weise. El Fasher wurde von Rebellen angegriffen, die als sich ihre Panzerwagen aus der Stadt entfernten, nur noch Zerstörung und Tod hinterließen. Marko schickte seine Frau und die Kinder nach Khartum und blieb selbst alleine in Kutum, wo er ein Dutzend christliche Familien und 500 dort Stationierte größtenteils christliche Soldaten betreute, Tagsüber hatte er in zwei Geschäften an einer Straße im Zentrum zu tun, die ihm gehörten.
Am Freitag, dem 12. August 2003 verübten die Rebellen einen erneuten Angriff auf die Stadt Kutum, doch nach einigen Stunden mussten sie sich geschlagen geben. Als der Lärm der Gefechte sich gelegt hatte, ging Marko ins Krankenhaus, wo er einen Freund besuchen wollte, der verletzt worden war. Dort wurde er von einem Rebellen aufgehalten, der ihn nach seinem Ausweis fragte. Während er in seiner Jackentasche suchte, kam ein zweiter Rebelle hinzu, der ihn für einen Soldaten hielt und auf ihn schoss. Er war sofort tot. Marko war niemals Soldat gewesen, aber er hatte als Katechist viele Soldaten betreut und zusammen mit ihnen gebetet. Vielleicht war er deshalb verdächtigt worden, einer von ihnen zu sein. Als wahrer Dinka hatte Marko sich nie davor gefürchtet, sein eigenes Leben für seine Mitmenschen und für das Evangelium auf Spiel zu setzen. (Fidesdienst, 20/3/2004 – 25 Zeilen, 366 Worte)

José Castillo hatte sich als Missionar 5 Jahre lang für soziale Belange und Menschenrechte eingesetzt, bevor er ermordet wurde
José Castillo und seine Frau Yelitza hatten sich nach ihrem Studium an der Universität Venezuela gemeinsam für das Missionsprojekt der Päpstlichen Missionswerke begeistert und gingen deshalb 1998 als Missionare in das Apostolische Vikariat Machiques (Venezuela). Der Apostolische Vikar, Mgr. Ramiro Diaz Sanchez, OMI, beauftragte sie mit der Leitung des Büros für soziale Belange und Menschenrechte: diese Aufgabe erfüllten beide mit großem Engagement und viel Kompetenz, denn José war Anwalt und seine Frau Lehrerin. Beide waren während ihrer fünfjährigen Tätigkeit mit vielfältigen schwierigen Situationen konfrontiert worden. Sie unterstützten die Yukpa- und Bari-Indios in den Bergregionen des Vikariats und betreuten Flüchtlinge, die infolge des Bürgerkriegs in Kolumbien in Venezuela Zuflucht gesucht hatten.
Nachdem ihre Zeit als Missionare abgelaufen war, hatte das Ehepaar beschlossen, sich in Merida niederzulassen. Am Nachmittag des 27. August 2003 wurden sie in der Nähe des Wohnviertel Tinaquillo di Machiques überfallen. In der Geschichte des Vikariats hatte es noch nie ein derart grausames Verbrechen gegeben: das Auto des Ehepaars wurde aufgehalten und die gesamte Munition eines Maschinengewehrs wurden auf die Insassen des Fahrzeugs abgefeuert. José war sofort tot, seine Frau und sein kleiner Sohn wurden schwer verletzt. Danach hatte waren in dem Vikariat noch mehrmals Drohungen gegen Pastoralarbeiter ausgesprochen worden. (Fidesdienst. 20/3/2004 – 19 Zeilen, 224 Worte)

Annalena Tonelli, 35 Jahre in Afrika: „Sie konnte alle begeistern!“
„Als sie 1969 zum ersten Mal nach Afrika kam, sah sie aus wie ein junges Mädchen, man sah ihr ihre 23 Jahre nicht an. Annalena wolle in den Schulen der Consolata Missionare in Thomsfall (Kenia) Englisch unterrichten. Sie kam mit zwei anderen Laienmissionarinnen, die wie sie ebenfalls aus Forli stammten und sich auf ihre Tätigkeit in der Mission freuten. Begeisterung: das war es, was sie ihren Mitmenschen vermittelte. Man bekam Lust, die eigene Arbeit liegen zu lassen und ihr zu helfen.“
So beschreibt Schwester Orietta Pinta von den Consolata Missionarinnen ihre Erinnerungen an die junge Annalena Tonelli, die direkt aus Italien kam, wo sie sich auch in ihrer Heimatstadt um arme Menschen gekümmert hatte, und nun in der vom Samburu-Volk bewohnten Mission Maralal, arbeiten wollte, wo die Schwestern eine Schule hatten, die von 164 Mädchen besucht wurde.
Im Laufe der Jahre besuchte Annalena die Mission der Schwestern im Wüstengebiet immer wieder und dabei erkannte sie, dass sie vor allem für die Arbeit unter den TBC-kranken Nomaden geeignet war. Deshalb beschloss sie nach ihrem bereits abgeschlossenen Jurastudium auch noch ein Medizinstudium zu absolvieren und kehrte als Fachärztin für Tropenkrankheiten nach Afrika zurück.
„Annalena war eine starke und fröhliche Frau, die harte Arbeit machte ihr nichts aus“, so Schwester Orietta. „Sie besaß eine große Opferbereitschaft und so kam es, dass sie mit den Menschen, denen sie ihre ganze Energie widmete, auch das Leben in der Armut teilte. Sie schlief auf einer Matte obwohl in ihrem Zimmer ein Bett stand, denn ihre Opferbereitschaft war so groß wie ihr Herz.“
Auch Schwester Floriana Lano, die von 1970 bis 1991 als Missionarin in Mogadischu tätig war, erinnert sich noch gut an Annalena, die damals schon gereift war, und dies nicht nur als Frau sondern auch in ihrer Überzeugung, als Laienmissionarin, ihr Leben ganz für das somalische Volk hingeben zu wollen. „Als sie zur geistlichen Einkehr zu uns kam, erzählte sie uns von ihrer Tätigkeit im Krankenhaus von Wajir, wo sie das Projekt der Weltgesundheitsorganisation leitete. Dort war sie bei einem Überfall verletzt worden. Als wir sie im Krankenhaus besuchten, um uns zu erkundigen wie es ihr ging, war sie es, die uns Mut zusprach. Sie war eine Frau, die keine Angst hatte und sich nicht erpressen ließ und sie sagte uns damals, dass sie nach ihrer Genesung sofort wieder arbeiten wollte. Sie widmete sich ihrer Arbeit voll und ganz und ihre Kräfte schienen sich nie zu erschöpfen. Sie war ein Vorbild, wenn es um die Hingabe ging, auch für uns Schwestern.“ (M.F.D.’A.) (Fidesdienst 20/3/2004 – 29 Zeilen, 416 Worte)

 

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