| Die
Religionen im neuen Irak
Mossul (Fidesdienst) - „Wir waren sehr besorgt und
haben viel gebetet, doch heute freuen wir uns, dass die Situation
ruhig ist und viele Menschen trotz einiger Attentate zu den
Urnen gingen. Diese erste Stimmabgabe wird in der Geschichte
des Landes erinnert werden. Wir beginnen uns eine Vorstellung
von Freiheit und Demokratie zu machen. Ich freue mich sehr
für mein Volk und alle Menschen im Irak empfinden dasselbe“,
so eine chaldäische Ordensschwester im Gespräch
mit dem Fidesdienst am Tag nach der Wahl im Irak.
„Obschon die Sicherheit im Land weiterhin nicht gewährleistet
ist, gibt es heute neue Hoffnung: die Hoffnung auf Frieden.
Vor allem wir Frauen freuen uns sehr, denn für uns öffnen
sich neue Horizonte, eine Ära, in der wir unsere Meinung
äußern und auf unsere Menschenwürde bestehen
dürfen: das Klima der Freiheit betrifft auch uns. Wir
erwarten uns das Beste für unser Land. Heute wollen wir
vor allem nachdrücklich zu verstehen geben, dass der
Frieden möglich ist: alle Komponenten der irakischen
Gesellschaft: Sunniten, Schiiten, Kurden und Christen können
durch das harmonische Zusammenleben zum Entstehen eines freien
und demokratischen Irak beitragen.“, so die chaldäische
Ordensschwester weiter.
„Als Christen“, betont die Ordensschwester abschließend,
„nehmen wir an diesem Prozess mit allen Kräften
teil und möchten damit einen Beitrag zum Aufbau des neuen
Irak leisten. In Karakosch, in der Nähe von Mossul, wo
rund 30.000 Christen leben, wurden keine Wahllokale eingerichtet.
Die Menschen haben protestiert und es wurde uns die Möglichkeit
gegeben, unsere Stimme heute abzugeben. Dies zeigt die Absicht
aller Christen und aller Iraker: alle möchten zur Zukunft
der Nation beitragen. Mit meinen Mitschwestern in unserer
Gemeinschaft werden wir vor allem weiterhin dafür beten,
dass Gott dem Irakischen Volk beistehen und es segnen möge.“
(PA) (Fidesdienst, 31/01/2005) |