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Hintergrund - Europa der Religionen |
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SPANIEN
UND DER ISLAM |
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Index
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Im
ersten Quartal des Jahres 2002 lebten in Spanien rund 1.230.000
Ausländer bei insgesamt 40 Millionen Einwohnern. Im Verhältnis
zur Gesamteinwohnerzahl liegt der Anteil der Ausländer
also bei kaum 3%. Damit liegt Spanien weit unter dem Durchschnitt
in anderen Ländern der Europäischen Union, auffällig
ist hier also nicht die absolute Zahl er Zuwanderer als vielmehr
das offensichtlich rasche Wachstum des Einwanderungsphänomens,
denn noch 1995 lag die Zahl der Ausländer in Spanien bei
kaum einer halben Million (siehe Tab. 1). |
Untersuchungen
des Büros für internationale soziale Angelegenheiten zeigen,
dass die meisten Ausländer seit mehr als einem Jahr und weniger
als fünf Jahren in Spanien leben (Tab. 2); direkt nach Spanien
einreisten ohne vorherigen Aufenthalt in einem Drittland (Tab. 3);
Spanien wegen seiner geographischen Nähe, im Fall der Einwanderer
aus Afrika, oder wegen der weniger strengen Einwanderungsbestimmungen,
im Fall von Einwanderern aus Asien oder Lateinamerika, und der Tatsache,
dass dieselbe Sprache gesprochen wird (4), ausgewählt. Was
die Einstellung der Spanier zum Phänomen der Zuwanderung anbelangt,
so sollte daran erinnert werden, dass Spanien historisch gesehen an
einem der am meisten verbreiteten - wenn nicht sogar des größten
– Prozesses der Rassenmischung beteiligt war. Das spanische
Volk ist an sich bereits eine Mischung verschiedener Volksstämme:
Iberer, Kelten, Phönizier, Griechen, Römer, Westgoten, Araber
und Juden. Deshalb sollte es für die Akzeptierung des Phänomens
der Massenzuwanderung im Grunde eigentlich vorbestimmt sein. Doch
in Wirklichkeit liegen die Dinge etwas anders. An erster Stelle, weil
die die Ursprünge der eigenen Rassenmischung weit zurück
in der Vergangenheit liegen und der Kollektivität heute nicht
mehr bewusst sind; zum anderen, weil die Zuwanderung in Spanien noch
nicht das Ausmaß der anderen europäischen Länder angenommen
hat und deshalb die Einstellung der spanischen Staatsbürger gegenüber
dem Phänomen größtenteils noch nicht öffentlich
bekannt ist; an dritter Stelle, weil der Übergang vom Auswanderungsland
zum Einwanderungsland so rasch vor sich ging, dass die Anpassung an
diese neue Realität noch nicht abgeschlossen ist.
In Spanien gibt es zumindest bis jetzt relativ wenig Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit, und diese sind auf jeden Fall hier weniger ausgeprägt
als in anderen Ländern der Europäischen Union, wobei das
am meisten diskriminierte Volk paradoxerweise die spanischen „Gitanos“
(Flamencokünstler und fliegende Händler) sind: eine spanische
Minderheit, deren Mitglieder bereits vor Jahrhunderten nach Spanien
kamen.
Die meisten Spanier befürworten die Bereitstellung sozialer Dienstleistungen
für Zuwanderer (Tab. 5) und würden eine solche eventuell
sogar auch für illegale Einwanderer begrüßen. (Tab.
6).
Die Zuwanderung basiert in Spanien auf drei Punkten: die Entwicklungszusammenarbeit
mit den Herkunftsländern der Einwanderer; die Einreise von Zuwandererkontingenten,
die von der spanischen Wirtschaft absorbiert werden können und
die Entwicklung von Programmen zur Förderung der sozialen Eingliederung.
Zur Beobachtung und Koordinierung der Zuwandererbewegung wurden in
Spanien zwei staatliche Einrichtungen geschaffen: Das Forum für
die Integration von Zuwanderern und das Ständige Zuwanderungsobservatorium.
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