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Vatikan - „Pater Pio und Papst Johannes Paul II. vereint durch einen unumwerflichen Glauben"

Vatikanstadt (Fides) - Mit Blick auf die Heiligsprechung von Pater Pio(1887-1968) am 16. Juni 2002 auf dem Petersplatz in Rom veröffentlicht der Fidesdienst nachstehend ein Exklusivinterviewmit Frau Prof. Wanda Poltawska, die duch die Fürbitte von Pater Pio geheilt wurde:

Fidesdienst: Welche Dimension der Persönlichkeit und der Berufung von Pater Pio berührt Sie am meisten?

Antwort: Was mich am meisten beeindruckt ist vor allem das Zeugnis seines inneren Lebens in Verbindung mit Gott. Pater Pio zeigt mit jeder Faser seiner Existenz, dass die wahre Ebene und die authentische Dimension, die wir anstreben sollten, das spirituelle Leben ist: ein Leben in Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus Christus, damit wir sein Leben empfangen. Normalerweise vergessen heute viele dass die wahre Dimension die ewige ist, denn Gott hat uns geschaffen und Gott ist ewig. Pater Pio ist wie alle Heiligen Zeuge davon, dass das Leben nicht mit dem Tod endet, sondern dass in Wirklichkeit nach dem Tod erst das wahre leben beginnt, dass ganz in Gott aufgeht. Die Ausdrucksweise derer, die nicht an Gott glauben beschränkt sich auf psychologische, soziologische und physische Kategorien … Pater Pio teilt uns die wahre Dimension des Menschen mit, das wahre Maß der menschlichen Person, den er spricht zu uns von Gott: ja, Tott existiert und Pater Pio legt davon Zeugnis ab.

Fidesdienst: Können Sei uns davon erzählen, was Sie nach Ihrer Heilung durch die Fürsprache von Pater Pio erlebt haben? Nach dem Wunder der Heilung sind Sie nach San Giovanni Rotondo gereist, was haben Sie empfunden, als sie Pater Pio begegnet sind?

Antwort: Es ist gewiss nicht einfach, davon zu erzählen, was ich in meinem Innersten fühle. Meine Krankheit und dann die unerklärbare Heilung, von der ich zunächst glaubte, es handle sich um eine Fehldiagnose der Ärzte. Erst später wurde mir bewußt, vor allem als ich Pater Pio begegnet bin, dass es sich um ein Geschenk Gottes gehandelt hat, das Pater Pio für mich erwirkt hatte. Was mich am meisten beeindruckt hat, als ich im Mai 1967 zum ersten Mal in San Giovanni Rotondo war, war der Blick von Pater Pio, seine Augen und seine Worte, die so sher vom Glauben sprachen, als er die Heilige Messe feierte. Ich wußte nichts über ihn, doch seit ich ihm begegnet bin, geht er mir nicht mehr aus dem Sinn. An jenem Tag befand ich mich mitten in einer Menschenmasse. Ich habe wie alle anderen am Gottesdienst teilgenommen. Nach dem Gottesdienst ging Pater Pio wie gewöhnlich, obschon dies für Ihn sehr anstrengend war, durch die Menge. Als er in meiner Nähe war, schaute er mich an, ohne etwas zu sagen und streichelte mir väterlich über den Kopf. Als sie diese Geste sahen, fragten die Frauen, die neben mir standen, wer ich sei. Es hatte sie beeindruckt, dass Pater Pio gerade bei mir stehen geblieben war. Ich verstand nicht genau, was sie von mir wissen wollten und antwortete nur: „Ich komme aus Polen". Dieser Augenblick, in dem er mich angeschaut hat, ohne etwas zu sagen, wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Es fällt mir nicht leicht, mich für jemanden zu halten, der ein Wunder erfahren hat.

Fidesdienst: Was hat Sie an Pater Pio am meisten beeindruckt?

Antwort: Wie ich bereits sagte: sein Blick und wie er die Heilige Messe feiert. Er feiert die Messe, indem er sie erlebt; es war sichtbar, dass Pater Pio ein wahres Geheimnis und wahres Leid erfuhr. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so wie Pater Pio die Heilige Messe feiert; welche andere Priester feiert die Heilige Messe auf diese Weise? In einer derart gottesfürchtigen Stille und mit soviel Hingabe. Alle waren sitll, weil sie von dieser Art und Weise die Messe zu feiern beeindruckt waren. Es war zu der Zeit, als Pater Pio auch körperlich sehr leiden mußte und fast nicht mehr gehen konnte; es war ein Jahr vor seinem Tod.

Fidesdienst: Wir wissen, dass Sie Papst Johannes Paul II. gut kennen und zwar aus der Zeit als er noch in Krakau lebte. Gibt es Ihrer Meinung nach Gemeinsamkeiten zwischen dem Papst und Pater Pio?

Antwort: Der tiefe Glaube. Auch der Papst lebt stets auf einer spirituellen Ebene in Verbindung zu Gott, seiner Existenz, seiner Gegenwart uns seiner Herrschaft gewiss. Dieser tiefe Glaube hat mich bei beiden beeindruckt. Sie leben einen gewissen, starken Glauben und aus deisem Grund glauben Sie auch, dass für Gott alles möglich ist. Mit einem unumwerflichen Glauben an den Herrn Jesus Christus nichts unmöglich und dessen sind sie gewiss.

Fidesdienst: Wie wird es für Sie sein, an der Heiligsprechung von Pater Pio am 16. Juni 2002 auf dem Petersplatz in Rom durch Papst Johannes Paul II. teilzunehmen?

Antwort: Ich betrachte dies als das Ziel eines langen Weges, des Weges der Anerkennung der Heiligkeit von Pater Pio. Der Heilige Vater war bereits vor er selbst Papst war sicher, dass Pater Pio ein Heiliger war. Mit dieser Gewissheit legte er bei Pater Pio die Beichte ab. Die Heilgsprechung ist deshalb meiner Ansicht nach für Papst Johannes Paul II. eine Vollendung. Er besiegelt damit einen Weg, der vor langer Zeit begonnen hat, und der von der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse unter allen Aspekten sorgfältig geprüft wurde. Der Papst hat sich an die vorgeschriebenen Verfahren gehalten, doch in seinem Herzen war er sich sicher, dass es sich bei Pater Pio um einen Menschen gehandelt hat, der von Christus auf außergewöhnliche Art und Weise geliebt wurde mit seinem Leben, in dem er so viel Schmerz erfahren mußte. Der Papst war sich seit vielen Jahren sicher, dass Pater Pio ein heiligmäßiges Leben geführt hatte; und ich war es auch.

Fidesdienst: Möchten Sie etwas zu der „Katechese" zum Schmerz sagen, die uns Papst Johannes Paul II. am eigenen Leib vorlebt?

Ich kann nur wiederholen, was der Heilige Vater gesagt hat: der Schmerz ist das größte Geheimnis Gottes, man kann ihn nicht verstehen, man muß ihn einfach annehmen; er ist also vor allem Geheimnis und wir Katholiken sollten nicht über das Leid Unschuldiger diskutieren, wir sollten uns nicht nach dem Grund dafür fragen, sondern es dem Herrn als Opfer anbeiten, wie es auch der Papst tut und uns damit unserem Herrn Jesus Christus für das Heil der Welt anschließen. Hat uns dies nicht auch Pater Pio gelehrt? Alles liegt in den Händen Gottes. Gott hat auch das Leben des Heiligen Vaters in seinen Händen, der Heilige Vater vertraut sich Ihm völlig an und erwartet von Ihm und nur von Ihm alles; so war es bis heute und so wird es bis zum Schluß sein. (Fides 15/6/2002)

 

 


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