|
 |
Die barocke Weihnachtskrippe erreicht den Höhepunkt ihrer künstlerischen
Ausdrucksform in den neapolitanischen Krippenkunst, die wenn auch
mit den jeweiligen regionalen Unterschieden, die sizilianische, genuesische
und römische Krippe beeinflusst.
Abgesehen von dem Glanz der barocken neapolitanischen, sizilianischen
und zum Teil auch genuesischen Krippen des 18. Jahrhunderts sind die
italienischen Weihnachtskrippen in den anderen Regionen des Lands
ab dem 19. Jahrhundert einfache und weniger aufwändig und dem
historischen Umfeld entsprechend ausgestattet. In Südtirol sind
gibt es vor allem aus Holz geschnitzte Krippenfiguren und in den Regionen
Lombardei und Emilia Romagna sind die Figuren aus bemaltem Ton. Es
gibt in diesem Jahrhundert auch die ersten beweglichen Weihnachtskrippen.
Unter anderem kam es im Verlauf des Jahrhunderts unter dem Einfluss
des Materialismus und des illuminierten Rationalismus auch zu einem
gewissen Schwinden der Krippentradition.
Erst im darauf folgenden Jahrhundert wurden mit der Romantik die geistlichen
Werte und damit auch das religiöse Empfinden und der Sinn für
Familie und Tradition wieder wichtiger, die alle in der Weihnachtskrippe
zum Ausdruck kommen, womit das Interesse an der Krippenkunst wieder
zunahm, wobei die Machart sich jedoch völlig verändert hatte.
Nachdem die Blütezeit der Kruppenkunst vorüber war und es
keine großen Auftraggeber mehr gab, womit auch die Ausstellung
von Weihnachtskrippen in Kirchen und Wohnhäusern der Adelsfamilien
immer seltener geworden war, gab es zunehmend Krippen unter dem einfachen
Volk, weshalb die heimischen Gestaltungselemente bald überwogen.
Es wurden Krippenfiguren aus Ton und Pappmaché hergestellt,
die für ein größeres Publikum zugänglich waren;
an die Stelle der Künstler traten Handwerker, die oft Vorlagen
benutzten und dabei alte Motive nachahmten; deshalb gewann die Weihnachtskrippe
gerade in diesem Jahrhundert ihre ursprüngliche Unschuld und
volkstümliche Ausdrucksform und Poesie zurück, die in den
reich gestalteten Krippen der Barockzeit verloren gegangen war. |