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Spanien
Die Herrschaft der Bourbonen in Neapel und Spanien führte auch
zu einem kulturellen Austausch, der dazu beitrug, dass in Spanien
und hier insbesondere in Katalonien die Krippentradition eingeführt
wurde, die sich bis dahin auf die plastischen Darstellungen des Weihnachtsgeschehens
in den Kirchen beschränkte.
Die von dem berühmten Bildhauer Ramon Amadeu (1745-1821) hergestellten
Tonfiguren beeinflussten die gesamte nachfolgende Krippenkunst. Bekannt
sind jedoch auch die Krippenfiguren von Francisco Salzillo, Sohn eines
Neapolitaners.
Der erste Krippenverein wurde in Spanien bereits im Jahr 1860 gegründet,
existierte jedoch nicht sehr lange. In Barcelona entstand später
im Jahr 1921 die „Associacion de Pesebristas“, nach deren
Vorbild viele andere Vereine entstanden, die es noch heute in ganz
Spanien gibt.
Begabte Krippenkünstler schufen die Schule der so genannten „katalonischen
Tonkrippenfiguren“, aus der wahre Meisterwerke hervorgingen,
die den jahrhundertealten Stil der Papier- und Korkkrippen ablösten.
Eine Besonderheit dieser Krippen war auch die so genannte „historische“
Darstellung, wobei möglichst wahrheitsgetreu Landschaften, Kleider
und Bräuche Palästinas zur Zeit der Geburt Jesu dargestellt
wurden.
In der Vorweihnachtszeit werden in vielen Städten Spaniens Weihnachtsmärkte
aller Art aufgestellt. In der Weihnachtszeit ist es auch üblich,
dass Kinder mit einer Weihnachtskrippe in einer Kiste von Haus zu
Haus gehen und Gedichte aufsagen, wofür sie mit kleinen Geschenken
und Süßigkeiten belohnt werden. |