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„… Maria gebar ihren erstgeboren Sohn, wickelte
ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge
kein Platz für sie war“
Das Lukasevangelium (Lk 2,7) berichtet davon, dass Jesus in einem
Stall geboren wurde, oder zumindest an einem Ort, der für das
Unterstellen von Tieren bestimmt war. Das deutsche Wort Krippe (crechè
in Französisch, crib in Englisch, Krubba in Schwedisch) leitet
sich vom lateinischen Ausdruck cripia ab, der übersetzt so
viel bedeutet wie Futterkrippe.
Der italienische Ausdruck „Prespio“ hingegen hat seinen
Ursprung im lateinischen Verb praesepire (umzäunen), was ebenfalls
auf eine Futterstelle schließen lässt.
Erstmals tritt der Ausdruck im Zusammenhang mit der römischen
Marienbasilika „Santa Maria Maggiore“ auf, die seit
dem 7. Jahrhundert ‚Sancta Maria ad Praesepe“ genannt
wurde, da zu dieser Zeit der Überlieferung nach die Reliquien
der heiligen Krippe in der Basilika untergebracht wurden.
Das Wörterbuch der darstellenden Kunst beschreibt die Krippe
als plastische, dreidimensionale Darstellung der Geburt Christi,
die mit beweglichen Figuren gestaltet wird, die je nach dem künstlerischen
Empfinden des Krippenbauers unterschiedlich aufgestellt werden könne,
und mit wahrheitsgetreu gebauten Elementen wie Häusern, Felsen
und Pflanzen ausgestattet ist, und zu Weihnachten aufgestellt wird.
Als solche steht die Krippe auch in enger Verbindung mit der theatralischen
Darstellung, da die Krippe wie das Schauspiel dazu dienen, ein zeitlich
und räumlich der Vergangenheit angehörendes Ereignis durch
darstellerische Fiktion reell darzustellen. Deshalb braucht die
Krippe, ebenso wie das Schauspiel ein Bühnenbild: wenn es dieses
Bühnenbild um die Personen, die das Geschehen darstellen nicht
gibt, dann wird zwar an die Geburt Christi erinnert, ohne dass es
sich jedoch um eine Krippe im eigentlichen Sinn handelt.
Im Lauf der Jahrhunderte gab es in der Geschichte der Krippen verschiedene
Entwicklungsphasen. Erstmals gibt es die Krippe in Gotteshäusern,
in einer ersten Phase, die als kirchlich bezeichnet werden soll,
in Form von Darstellungen, die zunächst gemalt und später
bildhauerisch umgesetzt werden, an Altären und Kapellen, die
insbesondere der Krippe geweiht sind und währen der Weihnachtszeit
mit Lichtern, Blumen und Tüchern ausgeschmückt werden.
Während einer zweite Phase, der so genannten aristokratischen
Phase, findet die Krippe bei Adelsfamilien Verbreitung, die Krippen
mit prunkvoller Ausstattung herstellen lassen, was jedoch auch zu
großen künstlerischen Leistungen führt, die sich
jedoch schrittweise in der darauf folgende Phase an Bedeutung verlieren,
als die Krippe in allen Bevölkerungsteilen üblich wurde,
und damit volkstümliche Züge annahm. |