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6 JANUAR – TAG DER KINDERMISSIONSWERKE
KINDER MÜSSEN ALS SOLDATEN TÖTEN
DIE GESCHICHTE VON TITI, DER KLEINEN KRIEGERIN
Titi Bahyoh war Kindersoldatin in Sierra Leone. Sie erzählte ihre Geschichte dem Xaverianer Missionar Pater Bepi Berton, der sich seit vielen Jahren um die Rehabilitation von Kindern kümmert, die von Kriegen betroffen sind. Titi musste sieben Jahre lang in den Reihen der RUF kämpfen. Mehrmals hat sie die Flucht versucht, doch jedes Mal wurde sie geschnappt und bestraft.
Schliesslich brannten die Rebellen ihr ihren STempel in ihre Brust eingebrannt. So klein sie war, musste Bondo, so lautet ihr wahrer Name, den Frauen helfen, die in den Basislagern das Essen vorbereiteten und in Nächtlichen Aktionen diese Lebensmittelrationen transportieren. Im Laufe der Jahre wurde Bondo-Titi nicht mehr nur als Haushaltshilfe eingesetzt sondern musste als Heranwachsende den Soldaten auch als Konkubine dienen bis es ihr gelang, im Laufe eines Gefechts zu flüchten und zu ihrer Familie nach Freetown zurückzukehren. Die Brandmarke der Rebellen konnte durch zwar durch eine chirurgische Operation entfernt werden, doch diese hat eine grosse Narbe hinterlassen.
Die Geschichte von Titi hat ein Happy End: sie konnte nach Hause zurückkehren. Doch für die meisten Kindersoldaten bedeutet das Tragen einer Waffe das endgültige Ende ihrer Kindheit.

Über 300.000 Kinder im Alter unter 18 Jahren müssen auf der ganzen Welt in Kriegen kämpfen. Tausende kleiner Soldaten haben wurden in den vergangenen zehn Jahren sowohl in regulären Armeen als auch in bewaffneten Banden der Opposition als Soldaten eingesetzt und starben bei Gefechten. Die meisten sind 15 bis 18 Jahre alt, doch es werden auch 10jährige Kinder rekrutiert und tendenziell sinkt das Durchschnittsalter der Kindersoldaten.
Auch hier steht Afrika an erster Stelle unter den Kontinenten, die von diesem schrecklichen Phänomen betroffen sind: im April vergangenen Jahres sprach die rEgierung in Maputo von 120.000 Soldaten im Alter utner 18 Jahren. Doch auch in Asien, Amerika und Europa werden Soldaten im Kindesalter rekrutiert und ausgebldet.
Die Geschichte der Kindersoldaten ist lang. In den vergangenen 25 Jahren wurde der Einsatz von Kindersoldaten in Konflikten in 25 Ländern dokumentiert. Oft wird ihre Teilnahme an Gefechten offiziell hinter dem Deckmantel der „Botendienste“ verheimlicht, doch vor allem Missionare haben insbesondere in Sierra Leone öffentlich auf den Einsatz von Kindern im Bürgerkrieg hingewiesen.
In Äthiopien müssen Auch Mädchen in Kriegen kämpfen und ihre Zahl wird auf 25-30% der bewaffneten Opposition geschätzt. Oft melden sich Kinder und Jugendliche auf „freiwillig“ , um sich das eigene Überleben zu sichern, weil sie aus armen Familien stammen oder gar kein Zuhause besitzen: allein 1997 haben sich in der Demoktratischen Republik Kongo 5.000 Kinder als Soldaten gemeldet, nachdem sie über das Radio von dieser Möglichkeit erfahren hatten.
In einem der zahlreichen verheimlichten Kriege, der in Myanmar zu einem unendlichen Morden zwischen den verschiedenen Volksgruppen des Landes führt, werden Kinder in die Minenfelder geschickt: mit diesem kaum vorstellbaren grausamen System werden dort Landminen entschärft.
Die Namen dieser Kinder werden wir nie erfahren, denn in diesen und vielen anderen Situationen, in denen Kinder „ausgebeutet“ werden, wird ihr Status als „Minderjährige“ bis zuletzt ausgenutzt: sie werden verkauft, sich selbst überlassen oder gequält, weil ihre Stimme nicht zählt. Ihrer Stimme wird weder Gehör noch Glauben geschenkt.
Am traurigsten ist die Tatsache, dass das Phänomen trotz wiederholter Klagen und Denunzierungen in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat und zwar infolge der veränderten Natur vieler Kriege, bei denen es sich heute um ethnische, religiöse oder nationalistische Konflikte handelt.
Die so genannten „Kriegsherren“, die die Fäden der jeweiligen Streitkräfte in ihren Händen halten, lassen sich von den Artikeln der Genfer Konvention über die Rechte der Kinder nur wenig beeindrucken, sie sehen vielmehr die Vorteile dieser Arbeitskräfte, die sie mit Kost und Unterhalt ködern können.
Leichtere Waffen können auch von 10jährigen Kindern benutzt werden, die zum Beispiel ein AK-47-Gewehr mit der Leichtigkeit eines Erwachsenen bedienen.
Kinder sterben, Kinder täten.
In jedem Fall sind sie Opfer. Im vergangenen Jahrzehnt starben über 2 Millionen Kinder in Kriegen und über sechs Millionen sind heute behindert oder leiden an den Folgen schwerer Verletzungen, eine Million Kinder sind Kriegswaisen, die ihre Eltern im Chaos der Kriege verloren haben. Rund 20 Millionen Kinder haben kein Zuhause. Jedes Jahr werden 9.000 Kinder von Anti-Personen-Minen verletzt oder getötet.
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