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Welche Zukunft haben die Christen im Irak

Der muslimische Fanatismus gefährdet das Überleben der christlichen Gemeinde im Irak. Es folgen eine Liste des Schreckens und mehrere Berichte zur Lage im Irak, die der Fidesdienst in der Hoffnung veröffentlicht, dass das Zusammenleben und der Frieden wieder möglich sein werden.

ASIEN/IRAK - Welche Zukunft haben die Christen im Irak, wenn das Morden und die Massaker weitergehen? Der Fidesdienst veröffentlicht eine „Liste des Schreckens“ mit den Namen der Christen, die dem islamischen Fanatismus im Irak zum Opfer fielen

Bagdad (Fidesdienst) - Das letzte Opfer in chronologischer Reihenfolge ist ein Mädchen aus einer chaldäischen Familie in Bagdad. Sie wurde von einer islamischen Terrorgruppe verschleppt, die von der Familie Lösegeld forderte. Doch die Eltern konnten die geforderte Summe nicht zahlen. Deshalb wurde das Mädchen am 14. Oktober kaltblütig ermordet. Die Leiche des Kindes wurde der Familie zugeschickt. Die Familie ist heute vom Schmerz zerstört.
Dies ist nur eine von vielen Geschichten über das unsagbare Leid der christlichen Familien im Irak: Mindestens 88 irakische Christen wurden nach Angaben von Radiosendern, Zeitschriften und Websites im Internet, die die Situation der Christen im Irak beobachten, seit April 2003 von integralistischen Gruppen ermordet. Es folgt eine „Liste des Schreckens“, die hauptsächlich auf den von dem in Arabisch erscheinenden Website www.ankawa.com und der irakischen assyrischen Zeitschrift Zauaa gesammelten Daten basiert.
Die Kommentare der irakischen und arabischen christlichen Presse bringen die Sorge der Christen im Irak zum Ausdruck. Deshalb bitten die Autoren in ihren allarmierenden Appellen um den Schutz der Behörden und das Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft, denn sie fragen sich: Welche Zukunft haben die Christen im Irak, wenn das Morden und die Massaker weitergehen? (PA) (Fidesdienst, 16/10/2004)

Die „Liste des Schreckens“ >>

ASIEN/IRAK - Das Leben der Christen in Mossul ist ein Albtraum: Fundamentalistische Milizen entführen und morden – Eine Ordensschwester berichtet: „Einige Imam predigen, dass sich der Mörder eines Christen vor Gott nicht schuldig macht“

Mossul (Fidesdienst) – „Die Situation ist sehr schlimm. Christen leben in ständiger albtraumgleicher Angst vor einem Überfall auf die eigenen Wohnung, Entführungen und Mord durch radikale islamische Terroristen. Mossul war einst eine sehr ruhige Kleinstadt, heute ist das Leben für uns hier unmöglich geworden“, so eine irakische Ordensschwester, deren Namen wir aus Sicherheitsgründen nicht nennen, im Gespräch mit dem Fidesdienst.
„Für die Überfälle sind bewaffnete islamische Gruppen verantwortlich. Sie dringen in die Häuser von Christen ein und nehmen sich, was sie wollen, verschleppen Menschen oder ermorden sie. Dafür sind auch einige Imam verantwortlich, die predigen, dass sich der Mörder eines Christen vor Gott nicht schuldig macht“, so die Ordensschwester gegenüber dem Fidesdienst.
Die Schwester berichtet von ihre eigenen Erfahrung: „Es findet eine wahre Menschenjagd statt, und das leben der christlichen Familien hat sich in einen Albtraum verwandelt. Vor einigen Tagen wurde einer meiner Verwandten aus einer Wohnung verschleppt und fünft Tage lang von seinen Entführern festgehalten. Sie wollten ihn zum Islam bekehren und drohten ihm mit Folter. Er hat durchgehalten und die Familie hat schließlich ein Lösegeld bezahlt, damit der junge Mann freigelassen wurde. Doch viele andere junge Männer wie er kommen nicht mehr frei und werden ermordet.“
„Die Familien“, so die Ordensfrau, „werden bedroht und terrorisiert. Überall herrscht Chaos und das geht vor allem auf Kosten der Christen, auch weil sich diese nicht wehren und als friedliebende Menschen keine Waffen besitzen. Viele Familien schicken ihre Kinder nicht zur Schule und christliche Frauen verlassen die Wohnung nicht mehr. Ein chaldäischer Priester wurde bedroht und gezwungen die Stadt zu verlassen, nachdem er einen ermordeten christlichen Jugendlichen beerdigt hatte, Aus diesem Grund verlassen weiterhin viele Christen den Irak. Sie fliehen nach Syrien und Jordanien oder in die kurdischen Gebiete im Nordirak.“
„Es gibt weder Polizei noch andere staatliche Behörden, die diese anarchische Situation kontrollieren könnten. Die Namen vieler Mitglieder der integralistischen Milizen sind bekannt, doch niemand unternimmt etwas gegen sie. Und auch unsere muslimischen Freunde, unsere Nachbarn, friedliebende Menschen, können nichts tun. Es bleibt uns nichts anderes als das Gebet: Nächsten Sonntag werden wir gemeinsam für die Überwindung der Gewalt und für die Familien der Opfer beten“.
Bereits im Dezember 2003 hatte der Fidesdienst auf die Zunahme des islamischen Drucks auf die christliche Gemeinde in Mossul hingewiesen. Vor einem Jahr waren bewaffnete Männer in die Gebäude des Chaldäischen Patriarchats der Stadt eingedrungen. Zuvor hatte es andere Einschüchterungsakte gegeben. Der Patriarch hatte Drohbriefe erhalten, in denen allen Christen, die sich nicht zum Islam bekehrten mit Mord gedroht wurde. Christliche Religionsführer appellierten an die Bürger Mossuls mit der Bitte Extremisten und Gewalttätige zu isolieren. (PA) (Fidesdienst, 14/10/2004 – 39 Zeilen, 460 Worte)

ASIEN/IRAK - Ein Bericht über das Leben der irakischen Christen: Sie möchten zur Beendigung der Gewalt und der Bedrohung betragen und ein friedliches Zusammenleben fördern, … doch wie soll das angesichts der gegenwärtigen Lage geschehen?

Bagdad (Fidesdienst) – Zur Situation der Christen im Irak schreibt der syrisch-katholische Priester Nizar Semaan in einem Bericht für den Fidesdienst: „Viele Christen haben Angst, vor allem diejenigen, die von radikalen Gruppen bedroht werden, die in Mossul auch am hellen Tag nicht aufgehalten werden, denn die einheimische Polizei ist bisher nicht in der Lage etwas dagegen zu unternehmen. Diese Gruppen zerstören die Gesellschaft und das friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen. Es handelt sich dabei um ein sehr ernstes Problem und wenn nicht bald etwas dagegen unternommen wird, wird sich die Situation mit Sicherheit verschlechtern“.
In den vergangenen Wochen wurden Dominikaterpatres in Mossul von sunnitischen (wahabitische) Gruppen bedroht. Der ganzen christlichen Gemeinde wurde befohlen die Stadt zur und ihre Besitztümer zu verlassen. Die wenigen Christen, die ihre Geschäfte in Mossul verkaufen wollen, finden keine interessierten Käufer, nachdem der Imam in seiner Freitagspredigt sagte: ‚Kauft nichts von Ungläubigen (Christen), denn sie werden bald die Stadt verlassen und dann werden wir uns alles kostenlos holen, was sie haben’. Ich habe einen muslimischen Bekannten, den ich als friedlichen Menschen kenne gefragt, warum es soviel Gewalt gibt. Er antwortete mir, dass er die ganze Woche über ruhig sei, aber wenn er zum Freitagsgebet gehe und die Predigt des Imam höre, dann verliere er die Vernunft und sein Herz erfülle sich mit Hass und Gewalt.
Auf den Straßen sind die Beleidigungen und das Verhalten der Extremisten unerträglich geworden, vor allem gegenüber christlichen Frauen und Mädchen. Junge christliche Frauen, die zur Universität gehen müssen ein Kopftuch tragen, damit sie dort eingelassen werden.
Dies ist für die Christen ein wahres Drama und alle fragen sich: Wer nimmt uns in Schutz? Wenn wir uns an die Amerikaner wenden, wird man uns als Kollaborateure und Verräter betrachten, die den Tod verdienen. Wenden wir uns an die Kurden und bitten wir sie um Schutz, wird man uns vorwerfen wir würden die Einheit des Irak untergraben. Viele Muslime in Mossul, Menschen guten Willens, sind mit diesen Drohungen nicht einverstanden, doch sie haben nicht den Mut dies auszusprechen, wie sie um ihr Leben fürchten. Der Bürgermeister hat diesen Gruppen mit Gewalt gedroht, sollten sie weiterhin in der Stadt agieren und es bleibt zu hoffen, dass etwas geschieht vor die Situation außer Kontrolle gerät. Während der vergangenen Tage wurde ein bekannter muslimischer Arzt ermordet. Aus Protest haben die Ärzte und Krankenhäuser der Stadt einen dreitägigen Streik durchgeführt.
Viele Christen, darunter auch wohlhabende Bürger aus Bagdad verlassen ihre Heimat und gehen nach Syrien oder Jordanien oder in den Norden, wo sie auf den Schutz der Kurden zählen können. Viele Ärzte, Ingenieure und Universitätsprofessoren haben den Irak bereits verlassen, weil sie sich bedroht fühlen. Diejenigen, die sich zum Bleiben entschlossen haben, werden immer wieder erpresst: Wenn sie am Leben bleiben wollen, müssen sie dafür viel Geld bezahlen. Es handelt sich um einen offenen Krieg gegen die Menschen mit Talent und diejenigen, die sich für die Verbesserung der Situation im Land einsetzen. Dies ist das Ziel der Extremisten: sie wollen alle gebildeten Menschen und Unternehmer aus dem Irak vertreiben und, damit die Terroristen freie Bahn haben. Auf diese Weise wird der Irak in die Hände von ungebildeten und radikalen Muslimen fallen.
Nicht nur in den großen Städten sondern auch in den Dörfern, in denen die Christen einen Großteil der Einwohner ausmachen gibt es dieselben Sicherheitsprobleme, Diese Dörfer sind von kleinen muslimischen Zentren umgeben, in denen die Menschen mit jeder Art von Waffen ausgerüstet sind, die sie sich aus den ehemaligen Waffenlagern des Saddam-Regimes geholt hben. Wir besitzen keine Waffen, denn wir glauben nicht an die Stärke der Waffen. Doch wie lange werden die Christen nach mit gefalteten Händen auf den Tod warten können? Ich möchte die internationale Staatengemeinschaft und alle Menschen guten Willens darum bitten, einzugreifen um ein wahres Massaker zu verhindern, wir dürfen nicht warten bis es ein neues Darfur gibt. Wir müssen bald etwas unternehmen, die Welt muss unser Leid verstehen. Wir möchten in unserem Land bleiben. Denn ich frage mich: Wenn die Christen das Land verlassen, was wird dann aus dem Irak? Es wäre bestimmt eine finstere Zukunft, denn die Christen sind hier eine wichtige Komponente, wenn es darum geht, die Demokratie aufzubauen“. (LM) (Fidesdienst, 11/10/2004 – 55 Zeilen, 722 Worten)

ASIEN/IRAK - Ein dramatischer Augenzeugenbericht führt uns nicht nur die grausame Tragödie des Todes vor Augen sondern stellt uns auch vor die Frage … Was tun?

Ninive (Fidesdienst) – „Helft uns, sie bringen uns um! Wir werden verfolgt“. Dieser dramatische Hilferuf stammt von Christen aus dem Irak, wo eine chaldäische Familie aus Al-Bakar in der Nähe von Mossul im Norden des Irak am Telefon von ihrer Not berichtet.
Mitten in der Nacht wurde die katholische Familie von Mazen Sako heute gegen 3.00 Uhr von einer Gruppe schwarz gekleideter muslimischer Fanatiker überfallen, die der Familie drohten: „Wir werden euch ausrotten: Dies ist das Ende für euch Christen“.
Mazen Sako versuchte sich zwar zu wehren, doch es gelang ihm nicht das Vorhaben der Eindringlinge zu verhindern: vor seinen Augen wurde sein zehnjähriger Sohn Majed ermordet.
„Dies ist nur eines von Dutzenden solcher Übergriffe auf Christen, die derzeit im Irak verübt werden. Doch niemand spricht darüber, denn alle haben Angst“, berichten Augenzeugen aus dem Irak gegenüber dem Fidesdienst, „Auch christliche Frauen aus Ninive werden von muslimischen Fundamentalisten bedroht. Sie werden vor allem während des muslimischen Fastenmonats Ramadan gezwungen, einen Schleier zu tragen“.
„Erst vor wenigen Tagen wurden sieben junge Christen in Bagdad ermordet. Da fragt man sich: Welche Zukunft haben Christen im Irak? Wer wird sich um sie kümmern? Über 40.000 Christen sind nach dem Attentat auf verschiedenen Krchen Anfang August bereits nach Syrien geflüchtet. Was sollen wir tun? Wir müssen um unser Leben bangen“.
Die Kleinstadt Ninive hat rund 25.000 Einwohner, bei denen es sich größtenteils um chaldäische Katholiken handelt. Während des Krieges im vergangene Jahr haben 10.000 Christen Bagdad verlassen und in der Stadt Zuflucht vor der Gewalt gesucht. Damals hatten sich viele dieser Flüchtling solidarisch angenommen … was geschieht heute? (Fidesdienst, 6/10/2004 – Zeilen, Worte)

ASIEN/IRAK - Der erste Schultag im Irak: Aus den alten Schulbüchern wurden die Seiten mit Fotos von Saddam Hussein herausgerissen. Ein Augenzeuge berichtet

Bagdad (Fidesdienst) – Der im Irak tätige syrisch-katholische Pfarrer Nizar Semaan schrieb für den Fidesdienst folgenden Bericht aus dem Norden des Landes.
„Es ist 7.45 Uhr morgens und ich stehe vor dem Eingang der Grundschule. Viele Schüler freuen sich, was man an einem Lächeln in ihrem Gesicht erkennt, andere sind noch müde und haben keine Lust zum Reden. Viele haben keine Schultasche dabei, weil sie noch keiner Bücher und Hefte haben. Andere, die eine Schultasche mit sich tragen haben nur ein Heft oder einen Stift eingepackt. Die meisten sind gut gekleidet.
Ich spreche einen elfjährigen Jungen an, und frage ihn, wie er über das neue Schuljahr denkt. Er antwortet: „Ich wünsche mir, dass die Lehrer uns dabei helfen, gute Leistungen zu bringen, denn ich möchte einmal Ingenieur werden, damit ich die Stromversorgung im Irak mit aufbauen kann“. Daraus wird deutlich, wie sehr die Iraker seit 10 Jahren darunter leiden, dass es keine Stromversorgung gibt.
Ein sechsjähriger gut gekleideter Junge erklärt mit einem Lächeln, er wolle selbst einmal Lehrer werden. Ein neunjähriges Mädchen, die letztes Jahr Klassenbeste war bekräftigt mit ernster Mine: „Ich möchte nur, dass man mich lernen lässt, ich wünsche mir, dass es Frieden für alle gibt und ich möchte einmal Ärztin werden, damit ich Verletzte und Kranke heilen kann“.
Alle Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren, mit denen ich mich unterhalte, kennen keine Angst, alle sind froh, dass sie zur Schule gehen dürfen. Die Kinder der Mittel- und Oberstufe überraschen mich, denn ich muss feststellen, dass sie auch über Politik Bescheid wissen und die Situation im Land sehr genau analysieren. Alle wünschen sich vor allem Sicherheit im Land, damit sie ihre schulische Ausbildung fortsetzen können: „Wir haben keine Angst, vor denen, die uns umbringen wollen, wir leben einfach weiter und glauben fest daran, dass wir dieses Jahr unser Lernpensum schaffen werden“.
„Hoffentlich sind unserer Lehrer demokratischer geworden. Ich liebe die Demokratie, auch wenn ich nicht genau weiß, was es bedeutet, doch ich bin fest davon überzeugt, dass sie besser ist als die Diktatur“, bekräftigt einer der Schüler. Alle sind davon überzeugt, dass sie lernen müssen, damit sie zum Aufbau des neuen Irak beitragen können. Ich frage sie „Welchen Irak?“. Sie antworten: „einen Irak des Friedens und des Respekts für jeden Menschen. Vor der Schule für Mädchen spreche ich mit einer 15-Jährigen: „ES ist nicht einfach, unter solchen Bedingungen zu lernen, doch wir müssen es dun, denn unser Land braucht uns. Wir sind die Zukunft des Landes und müssen in der Lage sein, uns in seinen Dienst zu stellen. Wir haben keine Angst und hoffen, dass sich die Situation dieses Jahr bessern wird.“
Die Rektoren und Lehre der verschiedenen Schulen weisen vor allem darauf hin, dass Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten notwendig sind und dass es noch keine neuen Lehrbücher gibt. Ein Geschichtslehrer betont, dass vor allem neue Geschichtsbücher notwendig seien: „Ich wünsche mir Geschichtsbücher, in denen nicht militärische Anführer im Mittelpunkt stehen, sondern all jene Personen, die ihr Leben dem Frieden und der Demokratie gewidmet haben“, betont er. Zur Zeit des Saddam-Regimes befand sich auf den Umschlägen der Bücher in allen Fächern ein Bild Saddams und auf den Umschlagseiten Zitate aus seinen Reden, die die Schüler auswendig lernen mussten. Nach dem Sturz des Regimes werden derzeit die alten Schulbücher weiter benutzt, aus denen die Seiten mit den Fotos von Saddam und seinen Zitaten herausgerissen wurden.
„Gewiss“, so ein Rektor, „eine Reform des Schulsystems nimmt viel Zeit in Anspruch und es ist unter den derzeitigen Bedingungen nicht einfach, doch wir hoffen, dass es uns trotzdem gelingen wird, damit unsere Schüler mit einem neuen Geist aufwachsen können. Auch weil der Zirka über große menschliche Ressourcen im schulischen und erzieherischen Bereich verfügt.“ Da die Sicherheitslage derzeit nicht vorhersehbar ist, werden keine Vorhersagen gemacht: Die Iraker haben sich daran gewöhnt, von einem Tag auf den anderen zu leben. Während der vergangenen Tage wurde auch von möglichen Attentaten auf Schule gesprochen, doch diesen Gerüchte möchte niemand wirklich Gehör schenken.“ (Fidesdienst, 4/10/2004 – 54 Zeilen, 677 Worte)


ASIEN/IRAK - Es gibt nicht nur Bomben und Attentate. Ein Augenzeuge beschreibt das Alltagsleben der Menschen im Irak

Bagdad (Fidesdienst) – Pfarrer Nizar Semaan ist vor über einem Monat wieder in sein Land zurückgekehrt und beschreibt die Situation im Irak wie folgt: „Es gibt zwar einige Probleme, doch wir wollen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht ausgeben. Das Hauptproblem ist derzeit die Sicherheitslage, gefolgt vom Mangel an Arbeitsplätzen“.
„Der Wiederaufbau (von Wohnhäusern, Schulen und Straßen) geht voran, doch darüber hinaus gibt es nicht viele Arbeitsplätze, abgesehen von den öffentlichen Ämtern, wo es einige positive Neuheiten zu verzeichnen gibt. Das Gehalt der Beamten ist besser als zu Zeiten Saddams, als die Beamten 3.000 Dinar (umgerechnet etwa 2 Dollar) im Monat bekamen, was nicht einmal für zwei Kilo Fleisch reichte. Heute verdienen Beamte zwischen 250.000 und 300.000 Dinar, damit können sie gut leben“. „Die besseren Gehälter haben sich positiv auf die einheimische Wirtschaft ausgeübt“, so Pfarrer Semaan, „zahlreiche Beamten renovieren heute ihre Wohnungen, nachdem sie sich während der vergangenen 15 Jahre weder Möbel noch Haushaltsgeräte leisten konnten“.
Das Alltagsleben der Menschen im Irak beschreibt Pater Nizar wie folgt: „Das Leben geht weiter, die Schüler bereiten sich auf das neue Schuljahr vor, auch wenn es immer wieder Gerüchte über mögliche Attentate auf Schulen gibt. In meiner Heimatstadt werden jeden tag 4 bis 6 Hochzeiten gefiert. Allein in der vergangenen Woche haben 25 Paare geheiratet. Dieses Jahr wurden 200 neue Familien gegründet.“
Zur Situation der Kirche erklärt Pfarrer Semaan: „Die kirchliche Tätigkeit wird fortgesetzt und es finden regelmäßige Treffen der Jugendgruppen und Katechismusstunden statt. Außerdem werden neuen Sozialzentren eingerichtet und Computer- und Sprachkurse angeboten.
Nach Ansicht von Pfarrer Semaan „sind die Menschen sechs Monate nach dem Sturz Saddams davon überzeugt, dass dieser Wechsel notwendig war“. „Ich habe mit Menschen jeder Altersgruppe gesprochen und niemand trauert der Vergangenheit nach“, so der katholische Priester. „Die Christen wünschen sich eine bessere Zukunft für den Irak und sie glauben, trotz zunehmender Angst vor dem muslimischen Extremismus, dass diese möglich sein wird. In Mossul, wo es besonders viele muslimische Bewegungen gibt, können unsere Mädchen nicht auf die Straße gehen, ohne dass sie bedroht oder belästigt werden“.
Was die Sicherheitslage anbelangt, so bekräftig Pfarrer Semaan: „Auch die Menschen in Bagdad haben sich daran gewöhnt mit den Attentaten zu leben, die hier kein großes Aufsehen mehr erregen. Eine oder zwei Stunden nach einem Attentat kehren die Menschen zur Arbeit zurück und nehmen ihre normale Tätigkeit wieder auf. Viele besitzen Waffen, manche benutzen sie um sich zu schützen andere um sich Respekt zu verschaffen. Ein großes Problem sind kriminelle Banden, die nichts mit der Politik zu tun haben, sondern Geschäftsleute entführen und Lösegeld verlangen. Dies ist in letzter Zeit auch in meiner Stadt drei- bis viermal vorgekommen. Es werden Ärzte, Ingeneure, Universitätsprofessoren und Anwälte entführt. Vor allem Personen die mit Amerikanern oder Hilfswerken zusammenarbeiten sind bedroht und insbesondere Christen, die für solche Organisationen arbeiten. (LM) (Fidesdienst, 30/09/2004 – 40 Zeilen, 480 Worte)


ASIEN/IRAK - „Schulreform zur Bekämpfung des Extremismus im Nahen Osten“, fordert Pfarrer Nizar Semaan. „Die Schule muss zum Frieden erziehen! Wenn ein Kind bereits ab seinem sechsten Lebensjahr nur von Krieg und vom Mord an den Feinden hört, dann braucht man sich nicht wundern, wenn 18-Jährige zu Kamikazen werden“

Bagdad (Fidesdienst) – „Ich bin davon überzeugt, dass eine Reform des Schulsystems zur Lösung des Problems des muslimischen Extremismus im Nahen Osten beitragen würde“, so der syrisch-katholische Pfarrer Nizar Seeman aus Mossul gegenüber dem Fidesdienst. „Ich denke dabei an meine Erfahrung als Schüler in öffentlichen Schulen im Irak zurück. Während meiner 15jährigen Schulzeit habe ich nie das Wort Frieden gehört. Stattdessen brachte man uns bei, dass der Irak von Feinden umgeben sei, von Iran, Israel und Syrien. Konzepte und Werte wie Frieden, Zusammenleben, gegenseitiger Respekt waren vollkommen unbekannt. Erst durch die Kirche und während der Jahre meiner Priesterausbildung habe ich die Werte des Friedens und der Liebe kennen gelernt“, so Pfarrer Semaan.
„Der Irak ist dabei kein Einzelfall: in der ganzen arabischen Welt werden Schüler weiterhin bereits von frühester Kindheit an zu Hass und Angst erzogen. Krieg wird dabei als Notwendigkeit dargestellt“, so der irakische Priester. „Die neuen irakischen Lehrpläne werden derzeit revidiert und es besteht Hoffnung darauf, dass die Situation sich ändern wird, Wenn es im Irak eine Veränderung gibt, wird dann auch in den anderen arabischen Ländern etwas geschehen? In meinem Innersten hoffe ich dies, doch wenn ich mit der Vernunft darüber nachdenke, dann habe ich einige Zweifel“.
„So versteht man auch, weshalb die Lehrmeister des Terrors keine Schwierigkeiten haben, wenn es darum geht junge Menschen zu rekrutieren, die sie zu menschlichen Bomben machen. Wenn ein Kind bereits ab seinem sechsten Lebensjahr nur von Krieg und vom Mord an den Feinden hört, dann braucht man sich nicht wundern, wenn 18-Jährige zu Kamikazen werden“, so Pfarrer Semaan.
„Trotz der vielen Opfer des Terrorismus dürfen wir nicht Opfer einer Logik des Hasses werden. Hass und Angst bedeutet, dass die Terroristen gesiegt haben. Ihr Ziel ist es nämlich Schrecken und Angst zu verbreiten, die zu weiterem Hass führen, was in einem Teufelskreis endet. Die Ketten des Hasse müssen gesprengt werden, damit unsere Werte wieder gelten, nämlich Frieden und Zusammenleben“, so der katholische Pfarrer. „Damit dies geschieht, müssen wir uns bewusst machen, dass auch die jungen Menschen, die sich in die Luft sprengen und damit andere Menschen ermorden, selbst Opfer ihrer Anführer sind, die die im Nahen Osten zutiefst verwurzelten religiösen Gefühle zu verbrecherischen Zwecken manipulieren. Ich habe noch nie gesehen, dass ein Anführer einer Terroristengruppe sich selbst in die Luft sprengt. Denn ganz offensichtlich ist ihnen das eigenen Leben wichtiger als das dieser jungen Menschen, die sie vorher auf diabolische Weise manipuliert haben“.
„Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die Logik des Lebens über die Logik des Todes siegen wird. Irgendwann werden diese jungen Menschen, die sich dem Tod verschrieben haben, die Schönheit des Lebens entdecken und den Gürtel mit dem Sprengstoff wegschmeißen“, so Pfarrer Semaan. „Ich weiß zwar auch, dass dies noch lange dauern wird und dass noch viel Blut vergossen werden wird, doch die Logik der Gewalt wird nicht siegen können“, so der Pfarrer weiter. „Wir Christen haben die Aufgabe unseren Glauben und die Logik der Liebe zu verkünden. Unsere Märtyrer haben ihr Leben hingegeben, damit andere leben können. Darin unterscheiden sie sich von den so genannte Märtyrern, die sich in die Luft sprengen um andere zu ermorden. Ein Konzept, dass im Grunde nicht einmal islamisch ist, sondern nur eine Manipulation des Islam darstellt“. (LM) (Fidesdienst, 02/09/04 – 45 Zeilen, 581 Worte)


ASIEN/IRAK - „Du sollst nicht töten! Ein Gebot, das auch für den Islam gilt. Extremisten, die im Islam töten, schänden die Religion, die sie angeblich vertreten“ so ein irakischer Priester

Bagdad (Fidesdienst) – „Diese Menschen leben nicht nach den Geboten Gottes. Sie machen sich zum Richter und Henker und handeln dabei nach eigenen Gesetzen, die nichts mit der Religion zu tun haben“, so der syrisch-katholische Pfarrer Nizar Semaan aus Mossul im Gespräch mit dem Fidesdienst in einem Kommentar zu den Hinrichtungen mehrerer Geiseln durch ihre Entführer im Irak. „Sie vertreten dabei gewiss nicht den wahren Islam“, so der Pfarrer. „Das Gebot „Du sollst nicht töten“ gilt für alle drei monotheistischen abrahamitischen Kirchen: sowohl für das Judentum als auch für das Christentum und den Islam. Wenn man unschuldige Geiseln tötet, dann hat das nichts mit der islamischen Religion zu tun. Islamische Extremisten ignorieren damit die Grundlagen der Religion, die sie auf willkürliche Weise angeblich vertreten“.
„Was wollen diese Terroristen eigentlich? Den Irak befreien“, fragt sich Pater Nizar. „Es scheint mir nicht, als ob sie die Absicht hätten, einen neuen demokratischen Staat zu gründen, sondern sie wollen uns vielmehr in die dunkle Zeit der Diktatur zurückführen. Die irakische Bevölkerung braucht sie nicht. Im Gegenteil, bei den meisten Opfern der Attentate handelt es sich um unschuldige Iraker“.
Zur öffentlichen Ordnung im Irak unterscheidet Pfarrer Semaan zwischen politischer und allgemeiner Kriminalität. „Die große internationale Presse widmet den Geiselnahmen, deren Opfer ausländischer Bürger im Irak sind, großes Interesse, doch es gibt auch sehr viele Iraker, die von kriminellen auf der Suche nach leichtem Verdienst entführt werden. Dabei handelt es sich bei den Opfern meist um Angehörige von Freiberuflern, Ärzten und Geschäftsleuten. Die Geiseln werden gegen Zahlung eines Lösegelds freigelassen.“, so der irakische Priester.
Nach Ansicht von Pfarrer Nizar „ist der Anstieg der Kriminalität auf den Beschluss Saddam Husseins zurückzuführen, rund 20.000 bis 30.000 Gefangenen kurz vor dem letzten Krieg freizulassen. Diese Verbrecher haben sich nach ihrer Freilassung in Banden organisiert, die nun im ganzen Land erpressen“.
„Die ehrlichen Menschen reagieren jedoch bereits darauf“, so Pfarrer Semaan. „Die Menschen arbeiten mit der Polizei zusammen und melden verdächtige Personen und Ereignisse, die darauf schließen lassen, dass ein Attentat oder eine Entführung vorbereitet wird. Es handelt sich dabei zweifelsohne um ein ermutigendes Signal, auch wenn die Gewalt im Irak noch lange nicht zu Ende sein wird. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass es in meinem Land wieder Frieden geben wird.“
Ws die Situation der irakischen Christen anbelangt erklärt Pfarrer Semaan: „Die Christen leiden unter der allgemeinen Situation im Land, wie alle anderen Iraker. Doch das Leben geht weiter. Ich möchte nur zwei kleine Beispiele nennen: der Eigentümer der Möbelfabrik in Karakosh (christliche Kleinstadt mit 25.000 Einwohnern in der Nähe von Mossul, Nordirak, Anm. d. Red.) erklärte mir, dass er alle seine Ehebetten ausverkauft hat, weil so viele junge Menschen heiraten. Vergangene Woche wurden in Karakosh 350 Jugendliche gefirmt. Dies ist ein Zeichen der Lebendigkeit der christlichen Präsenz im Irak“ (LM) (Fidesdienst, 26/7/2004 – 40 Zeilen, 489 Worte)


ASIEN/IRAK - Auch nach der Bedrohung von Christen durch Extremisten „findet keine Massenflucht statt“, bekräftigt ein irakischer Priester. Sorge mit Blick auf das neue staatliche Fernsehen, das nur den Islam berücksichtigt und den anderen Religionen keine Aufmerksamkeit widmet

Bagdad (Fidesdienst) – „Es gibt keinen Massenflucht von Christen aus dem Irak“, bekräftigt der syrisch-katholische Priester Nizar Semaan, der als Pfarrer im Nordirakischen Mossul tätig ist, gegenüber dem Fidesdienst. „Einige Medien bereichten weiterhin von einer Auswanderungswelle unter den Christen, doch mir ist nichts davon bekannt“, erklärt der katholische Priester.
„Es gibt Menschen, die vorübergehend im Ausland Zuflucht suchen, insbesondere im benachbarten Jordanien. Doch es handelt sich größtenteils um reiche Leute aus allen religiösen Konfessionen: es sind zwar Christen darunter, aber auch sunnitische und schiitische Muslime. Die Sicherheitslage in Großstädten, wie Bagdad und Mossul führt dazu, dass diejenigen, die die Möglichkeit dazu haben, Zuflucht in kleineren Städten suchen, die als sicherer gelten, oder gar im Ausland. Doch es geht dabei nicht um ein endgültiges Verlassen des Irak“.
„Während der vergangenen Wochen hatte sich das Gerücht verbreitet, dass die australische Botschaft in Bagdad Visa an Iraker erteilt, die das Land verlassen wollen. Diese Nachricht wurde jedoch von den australischen Behörden und von irakischen Priestern, die in Australien tätig sind, dementiert. In diesem Land lebt eine irakische Gemeinde, die für diejenigen, die unser Land verlassen möchten, ein Anziehungspunkt sein könnte. Auf jeden Fall handelt es sich dabei jedoch gegenwärtig um vereinzelte Fälle“, so Pfarrer Nizar.
Nach Presseberichten sollen assyrische Christen von islamischen Extremisten bedroht worden sein. Die Assyrer klagen auch darüber, dass der neue staatliche Fernsehsender im Irak viermal am Tag Programme ausstrahlt, die dem Islam gewidmet sind, und den anderen Religionen im Irak keinerlei Aufmerksamkeit widmet. (LM) (Fidesdienst, 2/7/2004 – 24 Zeilen, 279 Worte)


ASIEN/IRAK - „Der Extremistenführer Sarkawi will den Irak von den Ausländern befreien. Dann sollte er als erster das Land verlassen, denn er ist kein Iraker und vergießt das Blut unschuldiger irakischer Bürger“, so ein katholischer Priester aus dem Nordirak

Bagdad (Fidesdienst) – „Wer hat ihn denn darum gebeten, in unser Land zu kommen und das irakische Volk zu ‚verteidigen’, indem er Blutbäder unter unschuldigen Zivilisten verursacht?“. Der syrisch-katholische Pfarrer Nizar Semaan, der in Mossul im Norden des Irak tätig ist, ist entsetzt angesichts der Anschlagserie und Rebellenagriffen, bei denen mehreren irakischen Städten fast hundert Menschen ums Leben gekommen sind.
„Der jordanische Extremistenführer Abu Mussab el Sarkawi, der sich mit seiner Organisation zu den Angriffen bekannte, tut so als ob er das irakische Volk vertreten und den Irak von den Ausländern befreien wollte. Aber wer hat ihn darum gebeten? Welcher Iraker ist damit einverstanden, dass durch diese Verbrecher andere Iraker ums Leben kommen? Wie kann er sich erlauben, dem irakischen Ministerpräsident mit Mord zu drohen?“, fragt sich Pfarrer Semaan. „Sarkawi will den Irak von den Ausländern befreien. Dann sollte er als erster das Land verlassen“, fordert er. „Diese Verbrecher haben sich den Irak als Schlachtfeld für einen Krieg ausgesucht, der nicht der Krieg der Iraker ist. Wir sind der Gewalt und des Todes müde. Wir wünschen uns Möglichkeiten zum Wiederaufbau unseres Landes“.
„Das was im Irak geschieht, betrifft die ganze arabische Welt, denn diese Terroristen kommen aus verschiedenen arabischen Ländern“, so Pfarre Semaan. „In diesem Zusammenhang werden ich nie müde werden, die Führungskräfte der arabischen Welt um eine Verurteilung des Terrorismus zu bitten, was sie bisher noch nicht getan haben“. „Im Gegenteil“, so der katholische Priester weiter, „arabische Medien berichten in triumphierenden Tönen über diese Ereignisse. Vielmehr sollten Verwandte und Häuptlinge der Volksstämme das Vorgehen von Leuten wie Sarkawi öffentlich verurteilen. In der arabischen Gesellschaft bedeutet das Urteil des eigenen Vaters oder des eigenen Clans Isolierung. Auf diese Weise würden diese Terroristen isoliert und sie wären nicht mehr in der Lage neue Anhänger zu rekrutieren“. (LM) (Fidesdienst, 25/6/2004 – 27 Zeilen, 331 Worte)


ASIEN/IRAK - „Ich wünsche mir, dass die jungen Menschen im Irak bleiben“. Appell des irakischen Priesters Bashar Warda

Bagdad (Fidesdienst) – „Junge Menschen bleibt im Irak und tragt zum Fortschritt unserer Gesellschaft bei!“, appelliert der 32jährige aus Bagdad stammende Priester Bashar Warda, der am Babel College for Philosophy and Theologe in der irakischen Hauptstadt unterrichtet. Das Ökumenische Institut, das Priesteramtskandidaten der verschiedenen christlichen Konfessionen ausbildet, wird derzeit von rund 280 Studenten besucht.
Während es im Land weiterhin zu Gewalt und Mord kommt, wovon auch Regierungsvertreter nicht verschont bleiben, fordert Pfarrer Bashar, der auch das Sekretariat für humanitäre Hilfen der katholischen Kirche im Irak leitet, in einem Schreiben, das das katholische Hilfswerk „Kirche in Not/Ostpriesterhilfe zitiert, die Gläubigen seines Landes zum Engagement für den Aufbau des neuen Irak auf, wobei er sich mit dieser Bitte insbesondere an die jungen Bürger des Landes widmet.
Vor allem betont der katholische Priester in diesem Zusammenhang auch die Absicht der katholischen Kirche, junge Menschen bei ihrem menschlichen, kulturellen und geistlichen Wachstum zu begleiten. Zu diesem Zweck sollen im ganzen Land Pastoral- und Sozialzentren entstehen, die vor allem für junge Menschen gedacht sind. Ebenso wichtig sei die Ausbildung junger Priester und Katechisten zur „Fortführung unseres Engagements und unserer Pastoraltätigkeit im Irak“.
Pfarrer Warda weist auch darauf hin, dass die Christen sich mit der irakischen Bevölkerung vereint fühlen, wobei das wachsende Engagement christlicher Bürger in der irakischen Gesellschaft „Anlass zu großer Hoffnung“ sei.
In seinem Schreiben ruft der katholische Priester zu Hoffnung und Versöhnung im Land auf und erinnert daran, dass jeder Einzelne die eigene Verantwortung für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des Landes übernehmen sollte. (PA) (Fidesdienst, 17/6/2004 – 26 Zeilen, 268 Worte)


ASIEN/IRAK - CHRISTEN APPELLIEREN AN DIE EINWOHNER VON MOSUL: „LASST NICHT ZU, DASS EINE EXTREMISTISCHE MINDERHEIT DAS JAHRHUNDERTE ALTE BILD DER RELIGIÖSEN TOLERANZ UND DES FRIEDLICHEN ZUSAMMENLEBENS IN DER STADT ZERSTÖRT“

Bagdad (Fidesdienst) – Der Druck, den muslimische Extremisten auf die christliche Gemeinde in Mosul (Nordirak) ausüben, nimmt zu. Wie Beobachter gegenüber dem Fidesdienst berichten, sollen letzte Woche mindestens 10 bewaffnete Männer während der Nacht in das Chaldäische Patriarchat in Mosul eingedrungen sein. Dabei soll zwar noch nicht keine Gewalt ausgeübt worden sein, doch man soll den Anwesenden gedroht haben: „Seht ihr, wir können euch jederzeit treffen, wenn wir wollen“.
Dieser Episode war eine Reihe von Einschüchterungen vorausgegangen, darunter auch Drohbriefe, die unter der Eingangspforte der Bischofsresidenz des chaldäischen Bischofs hindurch geschoben worden waren. In den Drohbriefen wurde die Ermordung von Christen in Aussicht gestellt, sollten sich diese nicht zum Islam bekehren oder sie enthielten Telefonnummern, unter denen ein Anrufbeantworter zur Bekehrung aufforderte.
Unterdessen appellierten die christlichen Religionsführer an alle Einwohner der Stadt Mosul mit der Bitte um Ausgrenzung von Extremisten und Gewalttätigen. „Dies ist der einzige Weg“, so ein einheimischer Beobachter gegenüber dem Fidesdienst, „Wir können die amerikanischen Truppen nicht um Hilfe bitten, denn damit würden wir noch mehr Hass auf uns ziehen und als Verräter des Irak betrachtet werden. Die einheimische Polizei ist noch nicht stark genug und kann keinen wirksamen Schutz garantieren. Deshalb können wir uns nur mit der Waffe des Dialogs vor dem Extremismus schützen“.
„Gott sei dank“, so der Beobachter weiter, „ haben wir gute Beziehungen zu den muslimischen Religionsführern. Deshalb haben wir uns auch bereits an sie gewandt und sie gebeten, sich dafür einzusetzen, dass die extremistische Vision der Religion nicht überwiegt und wir weiterhin friedlich zusammenleben können. Der Sinn unserer Botschaft an die Einwohner der Stadt Mosul ist folgender: Lasst nicht zu, dass eine extremistische Minderheit das jahrhunderte alte Bild der Toleranz und des friedlichen Zusammenlebens in der Stadt zerstört“. (LM) (Fidesdienst, 17/12/2003 – 31 Zeilen, 316 Worte)


ASIEN/IRAK - CHRISTEN IM NORDIRAK BEDROHT. EXTREMISTEN GEBEN JUNGEN MENSCHEN GELD, DAMIT SIE FUNDAMENTALISTISCHE POSITIONEN BEZIEHEN

Mosul (Fidesdienst) – Dem Fidesdienst liegen Berichte über Einschüchterungsmaßnahmen gegen Christen in der im Norden des Irak gelgegenen Stadt Mosul vor. „Vergangene Woche konnte eine Bombe vor einer katholischen Schule in Mosul entschärft werden. Die Sprengstoffladung setzte sich aus mehreren kleinen Handgranaten zusammen, doch sie hätte Kinder verletzen oder auch töten können. Aus Sicherheitsgründen blieb die Schule eine Woche geschlossen“, so der syrische Priester Nizar Semaan aus Mosul gegenüber dem Fidesdienst. „Ebenfalls in der verngangenen Woche wurde mit Kalaschnikows auf den syrisch-antiochischen Bischofssitz unserer Stadt geschossen“, so der Priester weiter. „Bei den Verantwortlichen handelt es sich wahrscheinlich um Wahabiten aus Mosul. Mit diesen Einschüchterungsmaßnahmen gegen Christen wollen die Extremisten ihre Stärke unter Beweis stellen und, was noch schlimmer ist, die Rückkehr zur Normalität verhindern. In Mosul versucht man derzeit Straßen und öffentliche Einrichtungen, wie Schulen und Krankenhäuser wieder instand zu setzen. Doch die Extremisten versuchen ihre Gesetze der Intoleranz und der Gewalt auch in Mosul durchzusetzen, wo es eine lange Tradition des Respekts zwischen Religionen und Volksstämmen gibt. Mosul lebt vom Handel und es ist bekannt, das Geschäftsleute stets eine tolerante und offene Einstellung haben“, erklärt Pfarrer Nizar.
Im Nordirak kam es in den vergangenen Wochen verstärkt zu Gewalt gegen die amerikanischen Truppen. Erst vor zwei Tagen stürzten über Mosul zwei amerikanische Hubschrauber ab, von denen einer von denen mindestens einer mit Sicherheit von einer Rakete getroffen worden war.
„Ich weiß nicht, welche Beziehungen zwischen den Verantwortlichen der Angriffe auf die Amerikaner und denjenigen, die Angriffe auf Christen verüben bestehen“, so Pfarrer Nizar. „Was ich jedoch sagen kann ist, dass die Wahabiten auch unter dem Sddam-Regim extremistische Postition vertraten, auch wenn das damals nicht so zum Vorschein kam. Heute fühlen sie sich stark und versuchen ihre Aktivitäten auszudehnen und immer mehr Menschen auf ihre Seite zu ziehen. Die Wahabiten werden aus dem Ausland finanziert und können deshalb leicht jugendliche Arbeitslose rekrutieren“.
„Hierzu möchte ich an einem einfachen Beispiel erklären, wie das Geld aus dem Ausland zur Verbreitung einer islamistischen Vision in der Gesellschaft genutzt wird“, so Pfarrer Nizar. „Als ich Ende der 80er Jahre die Universität besuchte trug eine von vierzig jungen Frauen einen Schleier. Heute sind die Proportionen umgekehrt: auf 40 verschleierte Frauen kommt eine ohne Schleier! Die jungen Frauen bekommen Geld dafür, dass sie einen Schleier tragen.“
„Diejenigen, in deren Händen sich das Schicksal des Irak befindet, sollten versuchen zu verhindern, dass die Tradition der Toleranz und des zufriedlichen Zusammenleben zwischen den verschiedenen Glaubensbekenntnissen zerstört wurd. Wir wollen nicht, dass der Irak zu einem neuen Libanon wird“, bekräftigt Pfarrer Nizar abschließend. (LM) (Fidesdienst, 17/11/2003 – Zeilen, Worte)

ASIEN/IRAK - “WIR WOLLEN NICHT, DASS DER IRAK ZU EINEM ZWEITEN PALÄSTINA WIRD, WO ES KEINEN STAAT GIBT UND TERRORISTISCHE GRUPPEN DAS SAGEN HABEN“: DIE BEHERZTEN WORTE DES ORDENSOBEREN DES EINZIGEN CHALDÄISCHEN ORDENS IM GESPRÄCH MIT DEM FIDESDIENST

Bagdad (Fidesdienst) – „Wir möchten nicht, dass der Irak zu einem zweiten Palästina wird, wo es keinen Staat gibt, das Land sich selbst überlassen wird, terroristische Gruppen das Sagen haben und die Menschen verhungern!“, mit diesem Appell wendet sich Pater Denka H. Toma, der Generalobere des Antonianischen Ordens S.Ormizda der Chaldäer, des im siebten Jahrhundert nach Christus entstandenen einzigen im Irak präsenten chaldäischen Ordens an den Fidesdienst.
Der 42jährige P. Denka H. Toma leitet eine Ordensgemeinschaft, der 45 Mönche angehören, die sich dem kontemplativen und aktiven Leben geweiht haben und auch verschiedene pastorale Ämter ausüben. In einem Exklusiv-Gespräch mit dem Fidesdienst kommentiert er die Situation im Irak wenige Tage nach dem Attentat von Nasirija: „Heute fehlt mir jeglicher Optimismus. Alles hängt von den Vereinigten Staaten ab, die absolute Macht besitzen und unserem Land Gutes tun, aber auch Schaden zufügen können. Es herrscht Unsicherheit, wir befinden uns zwischen den Fronten: nach dem Ende der Diktatur hat einen neue politische Phase noch nicht begonnen. Es muss bald möglichst ein Ausweg aus dieser tragischen gefunden werden, in der Terrorismus und Unsicherheit ein leichtes Spiel haben. Wir beten dafür, dass etwas so Schreckliches nicht merh geschehen möge“.
Zum Attentat auf die italienischen Soldaten erklärt der Ordensobere: „Wir empfinden tiefe Trauer. Die italienischen Einheiten spielen in Nasirija eine sehr wichtige Rolle, denn sie sorgen für Ordnung und Befriedung in diesem Gebiet. Sie haben sehr gute Beziehungen zu den Menschen vor Ort aufgebaut. Wir wissen nicht, wer für das Attentat verantwortlich ist, vermutlich handelt es sich um Anhänger des Saddam-Reguimes oder Terroristen, die nach dem Krieg in den Irak gekommen sind, was angeischts der Tatsache, dass die Grenzen lange offen geblieben sind gut möglich wäre.“
Was sollte sich angesichts der vielfachen Attentate an der amerikanischen Politik im Irak ändern? Hierzu meint der Ordensobere im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Die Vereinigten Staaten haben die Sicherheitskräfte im Irak aufgelöst, doch sie sollten die Iraker heute wieder an der Gewährleistung der Sicherheit beteiligen, denn sie kennen die einheimische Mentalität, die Orte und die menschen. Die Merheit der Menschen hier sind mit dem Verlauf der Dinge nicht zufrieden: sie schätzen zwar das amerikanischen Eingreifen zur Befreiung des Irak von der Diktatur, doch heute, sechs Monate nach Ende des Krieges, klagen sie über den ausbleibenden sozialen, zivilen und wirtschaftlichen Wiederaufbau. Viele glauben heute, dass das eigentliche Ziel der Amerikaner die Inbesitznahme der irakischen Erdölvorkommen war. Die Menschen sind nach drei Kriegen in zwanzig Jahren und 12 Jahren Embargo völlig erschöpft.“
Beobachter halten eine Beschleunigung bei der Übergabe der Aufgaben von der amerikanischen Zivilverwaltung an den provisorischen irakischen Regierungsrat für notwendig. Doch Pater Denka H. Toma hat Bedenken: „Der provisorische Regierungsrat wird nicht viel tun können, denn er wird von den Vereinigten Staaten kontrolliert. Seine Mitglieder gehorchen den Amerikanern in allem, größtenteils handelt es sich um Geschäftsleute mit irakischer Staatsangehörigkeit, die viele Jahre im Ausland gelebt haben. Sie kennen deshalb das Leid nicht, dass die Menschen in den vergangenen Jahren erleben mussten. Sie werden vom Volk als ‚Ausländer’ betrachtet. Unter solchen Bedingungen wird der Rat nur schwer die volle Verantwortung übernehmen und tatsächlich regieren können.“
Unter den dramatischen Bedingungen, die im Irak derzeit herrschen, versucht die chaldäische Kirche Zeichen der Hoffnung zu setzen: „Während der Jahre des Krieges, der Gewalt und des Hungers“, so Pater Toma abschließend zum Fidesdienst, „haben wir stehts versucht, den Menschen nahe zu sein und das tun wir auch heute. Die chaldäische Kirche ist für alle, auch für viele Nichtchristen eine Stütze. Die chaldäischen Mönche besuchen die Familien, beten mit den jungen Menschen, unterrichten die Kinder und legen ein wichtiges Zeugnis vom Glauben ab. Alle chaldäischen Familien beten jeden Tag dafür, dass der Herr unserem Land eine friedliche Zukunft schenken möge“. (PA) (Fidesdienst, 14/11/2003 – 56 Zeilen, 564 Worte


ASIEN/IRAK - DIE CHALDÄISCHEN CHRISTEN KÖNNEN HELFEN DIE SOZIALEN SPANNUNGEN ZU ENTHÄRTEN“: EIN REPRÄSENTANT DES CHALDÄISCHEN NATIONALKONGRESSES ZU BESUCH IM WEISSEN HAUS

Washington (Fides)- Tiefe Besorgnis über die delikate Situation des Irak, eingezwängt zwischen Spannungen, Fundamentalismus und Attentaten ausdrücken. Bekräftigen, dass die chaldäischen Christen und alle anderen Konfessionen bereit sind, sich direkt mit einzubringen, um der Nation eine Stabilität, Wohlergehen und Frieden zu versichern. Dies sind die Hauptargumente die aus dem in den vergangen Tagen stattgefundenen Besuch von Joseph Kassab in Washington hervorgingen.
Er ist Mitglied des Generalkomitees des chaldäischen Nationalkongresses, politische Formation die im Irak die Angehörigen der mehrheitlichen katholischen Gemeinschaften, die über 600.000 Gläubige zählt, vereint
Eine Notiz die vom Sekretariat des Kongresses kommt, informiert die Agentur Fides, dass Kassab während seines Besuchs, der am 8.November abschloss, verschiedene Exponenten der amerikanischen Verwaltung getroffen hat, mit denen er über die Erarbeitung und die Inhalte einer neuen irakischen Verfassung, und wie diese die Rechte und die Religionsfreiheit aller ethnischen Gruppen und Minderheiten schützen könnte, diskutierte. In diesem delikaten Moment indem sich fundamentalistische Drohungen einen Weg bahnen –unterstrich Kassab – könnte die chaldäische Gemeinschaft, dritte im Land präsente ethnische Gruppe, hilfreich sein, um in der irakischen Gesellschaft die positive Wahrnehmung der Präsenz und der militärischen und zivilen amerikanischen und alliierten Aktionen im Irak zu verbreiten..
Im Weissen Haus traf Kassab Steve Hadley, Vize-Berater für die Nationale Sicherheit und den Botschafter Larry Rossin, Direktor des Büros für die Geschäfte in Südasien. Kassab hatte ein wichtiges Gespräch mit den komplett versammelten Mitgliedern der Nationalen Kommission über die Religionsfreiheit, mit einigen Mitgliedern des amerikanischen Kongresses und einigen Senatoren.
In den verschiedenen Gesprächen bekräftigte Kassab, dass Bedauern der irakischen Chaldäer für die fehlende Nominierung eines chaldäischen Repräsentanten in den vom
Botschafter im Irak Paul Bremer, nominierten provisorischen Regierungsrat, unterstreichend dass sich die Chaldäer auf politischer Ebene für die Konstruktion ein freies, demokratisches und die Menschenrechte respektierendes Irak einsetzen wollen.
(PA) Agentur Fides 10/11/2003)


ASIEN/IRAK - CHALDÄISCHE KATHOLIKEN: POLITISCHES ENGAGEMENT FÜR DEMOKRATISCHES, ZIVILES UND MORALISCHES WACHSTUM DES IRAK

Bagdad (Fidesdienst) – Nach jahrelangem Ausschluss aus dem öffentlichen Leben möchte die chaldäische Gemeinde im Irak nun wieder politisch aktiv werden. Dies wurde am Vorabend der Schaffung des „Leadership Council“ bekannt, der als Exekutivorgan im Irak die Regierungsgeschäfte übernehmen soll. Ghassan Hanna, Sekretär des Chaldäischen Nationalrestes, der die chaldäischen Gläubigen im Irak auf politischer Ebene vertritt, bat offiziell um die Aufnahme von Vertretern der chaldäischen Gemeinde in den Rat, in dem nach ersten Verlautbarungen kein christlicher Delegierter angehören soll. „Ein Ausschuss der Chaldäer aus dem Council würde bedeuten, dass dieser das Land nicht richtig repräsentiert“, betonte Hanna, der gleichzeitig auch die in der Diaspora lebenden chaldäischen Gläubigen um Mobilisierung bat.
Der Chaldäische Kongress hat seit etwa einem Monat eine Vertretung in Bagdad eröffnet, um dort zum Wiederaufbau der demokratischen Institutionen und zum zivilen und moralischen Wachstum im Irak zu leisten, der „nicht auf den Beitrag der chaldäischen Gemeinde verzichten werden kann“. Die Chaldäer warnen in diesem Zusammenhang vor der Tendenz zur Entstehung einer schiitischen Theokratie. Die Niederlassung in Bagdad wird von Fouad Bodagh (Präsident) und Issam Jarjis (Sekretär und Sprecher) geleitet.
Im Irak ist zwar der Islam Staatsreligion und 90% der Bevölkerung sind Muslime, doch die Verfassung garantiert Kultfreiheit. In den vergangenen Jahrzehnten waren unter der Diktatur von Saddam Hussein von den insgesamt 250 Abgeordneten der Volksversammlung nur sehr wenige Chaldäer. Heute versuchen die Christen wieder eine Rolle im politischen Leben des Landes spielen, obschon weiterhin die Meinung vorherrscht, dass in einem Land, dessen Bevölkerung mehrheitlich muslimisch ist auch die Regierung muslimisch sein sollte. In diesem Zusammenhang weisen die Christen auf die Präsenz verschiedener schiitischer Strömungen hin, deren erklärtes Ziel die Schaffung eines islamischen Staates ist.
Insgesamt leben im Irak etwa 800.000 Christen (3% der Bevölkerung), bei denen es sich um Katholiken und Orthodoxe handelt. Die chaldäischen Christen machen wiederum mit 500-600.000 Gläubigen einen Anteil von etwa 70% aus. Die meisten chaldäischen Christen (etwa 350.00) leben in Bagdad, wo sich auch der Sitz des chaldäischen Patriarchats befindet. Nach dem Tod von Patriarch Raphael I. Bidawid, der am 7. Juli in Beirut starb, üben wird das Patriarchat von den beiden Weihbischöfen Emmanule-Karim Delly und Andreaos Abouna geleitet. Der neu Patriarch wird im Rahmen einer Versammlung des Heiligen Synods der Chaldäischen Kirche gewählt werden.
Die Chaldäsiche Kirche widmet sich vor allem der Katechese und der Erziehung sowie der Betreuung armer christlicher und muslimischer Familien. Die offizielle Sprache der chaldäischen Liturgie ist Aramäisch. Da die meisten Gläubigen jedoch Arabisch sprechen, werden die Gottesdienste meistens zweisprachig gefeiert. Es gibt chaldäische Diaspora-Gemeinden in Amerika, Europa und Ozeanien. Im Jahr 2000 wurde in Rom eine Prokura der Chaldäischen Kirche beim Heiligen Stuhl eingerichtet. (PA) (Fidesdienst 10/7/2003 – 40 Zeilen, 449 Worte)

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