AMERIKA/VENEZUELA - Bischöfe: “Es wird versucht eine totalitäre Regierungsform durchzusetzen“

Donnerstag, 3 April 2014

Caracas (Fides) – Die Bischofskonferenz von Venezuela (CEV) benennt in einem jetzt erschienenen gemeinsamen Dokument der Bischöfe die “grundlegende Ursache der Krise in Venezuela”: nach Ansicht der Bischöfe wollen die “Regierungspartei und Präsident Nicolas Maduro mit allen Mitteln den so genannten ‘Plan de la Patria’ verwirklichen“ hinter dem sich die „das Vorhaben der Durchsetzung einer totalitären Regierung“ verberge. Dies führte zu Protesten der Opposition und der Bürger, bei denen in den vergangenen zwei Monate 39 starben, 550 schwer verletzt und über 150 festgenommen wurden. Das gemeinsame Dokument der Bischöfe mit dem Titel „Verantwortlich für den Frieden und das Schicksal der Demokratie in Venezuela“ wurde vom Vorstand der Bischofskonferenz am 2. April unterzeichnet.
Bei der Präsentation des Dokuments beklagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz Erzbischof Diego Rafael Padrón Sánchez von Cumaná "die politische Polarisierung im Land nach einer Reihe von Demonstrationen gegen die Regierung, zu denen Studenten am 4. Februar aufgerufen hatten und denen sich Oppositionsgruppen anschlossen, die in der Folge gegen die Unsicherheit im Land, die Inflationsrate von 57%, die Lebensmittelknappheit, die Unterdrückung durch die Guardia Nacional und die Inhaftierung von Oppositionsmitgliedern protestierten".
"Wir fordern mit Nachdruck, dass die Regierung für die Entwaffnung bewaffneter Gruppen sorgt“, so die Bischöfe mit deutlichen Worten, „Ihre koordinierte Aktion, bei der sie nach bestimmten Schemen vorgehen, zeigt, dass es sich nicht um vereinzelte oder spontan entstandenen Gruppen handelt, sondern dass sie vielmehr für das gewaltsame Eingreifen ausgebildet wurden. In vielen Fällen handelten sie vor den Augen der Sicherheitskräfte, ohne dass diese eingriffen, weshalb auch deren Vorgehen ernsthaft in Frage zu stellen ist".
"Der christliche Glaube”, so die Bischöfe in ihrem Dokument, “verlangt, wenn er richtig verstanden wird, von allen Glaubenden verantwortliches Handeln mit Blick auf das Schicksal des Landes. Sie dürfen nicht untätig bleiben, sondern müssen für den Schutz des Lebens, der Menschenrechte, der Freiheit und der Demokratie eintreten. Niemand, der in Venezuela lebt, darf sagen, dass er angesichts von Gewalt und Tod in den Städten und an anderen Orten nicht betroffen und besorgt ist. Wir sind alle, ohne Ausnahme, verantwortlich für die Freiheit, den Frieden und das Schicksal der Demokratie in unserem Land". (CE) (Fides, 03/04/2014)


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