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Africa

2003-11-12

AFRIKA/UGANDA - ERZBISCHOF ODAMA KOMMENTIERT EXKLUSIV FÜR DEN FIDESDIENST DIE GESPRÄCHE DER RELIGIONSFÜHRER IN NORDUGANDA MIT DEM UN-GENERAL-UNTERSEKRETÄR FÜR HUMANITÄRE ANGELEGENHEITEN

Gulu (Fidesdienst) – Wir sind zufrieden mit den Gesprächen mit dem Vertreter der Vereinten Nationen, so Erzbischof John Baptist Odama von Gulu (Norduganda) in einem Kommentar zu dem Treffen zwischen den Vertretern der Acholi Relgious Leader`s Peace Initative (ARLPI) und Jan Egeland, General-Untersekretär der Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten. Im Mittelpunkt der Gespräche stand das Problem der LRA-Guerilla-Einheiten (Lord’s Resistance Army), die seit Ende der 80iger Jahre in Norduganda ihr blutiges Unwesen treiben.
„Wir haben uns am Nachmittag des 9. November in miener Wohnung getroffen“, so Erzbischof Odama. „Als Vertreter der Religionen in dieser Region haben wir Herrn Egeland vor allem um ein direktes Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft und insbesondere der Vereinten Nationen im Zusammenhang mit dem seit Jahren in unserem Land herrschenden Konflikt gebeten. Wir wenden uns an die Vereinten Nationen vor allem mit der Bitte, einen Dialog zwischen der Regierung und der LRA einzuleiten. Dabei haben wir auch unsere Überzeugung zum Ausdruck gebracht, dass die ugandische Frage auch im gegenwärtigen Friedensprozess im Sudan zwischen der Regierung in Khartoum und den SPLA-Rebellen (Sudanesische Volksarmee für die Befreiung) berücksichtigt werden sollte. Insbesondere fordern wir die Schaffung eines internationalen Kontrollsystems an der Grenze zwischen Sudan und Uganda , damit verhindert werden kann, dass die jeweils im anderen Land agierenden Rebellen jenseits der Grenze Zuflucht suchen.“
Erzbischof Odama nennt einen weiteren Grund für die Schaffung eines solchen Kontrollsystems: „Es wurde auch über das Problem der Verteilung von leichten Waffen im Norden Ugandas gesprochen: viele dieser Waffen kommen aus dem Sudan, weshalb die internationale Staatengemeinschaft uns beim Einziehen dieser Todeswerkzeuge unterstützen und deren weitere Verteilung verhindern sollte.“
„Schließlich haben wir auch um die baldige Bereitstellung von humanitären Hilfen für die Binnenflüchtlinge gebeten, deren Zahl infolge des Krieges heute rund 1,3 Millionen beträgt.“
„Herr Egeland hat uns die Unterstützung der Vereinten Nationen zugesichert, was humanitäre Hilfen anbelangt“, so der Erzbischof von Gulu, „Auf politischer Ebene werden die Vereinten Nationen seines Erachtens nur mit Zustimmung der ugandischen Regierung um eine Vermittulung bemühen können.“
Jan Egeland, der die Situation in Norduganda als „größte weltweit ignorierte und vergessene Krise“ bezeichnet hat, lancierte einen dringenden Spendenauruf mit der Bitte um die Bereitstellung von 130 Millionen Dollar für lebensnotwendige Güter für Norduganda. (LM) (Fidesdienst 12/11/2003 – 38 Zeilen, 387 Worte)

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