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Vaticano

2003-10-24

VATIKAN - PAPSTAUDIENZ FÜR DIE BISCHÖFE AUS ENGLAND UND WALES: ANGESICHTS DER FORTSCHREITENDEN SÄKULARISIERUNG, DIE DAS LEBEN DER GESELLSCHAFT ZERSTÖRT, MUSS DIE EVANGELISIERUNG DER KULTUR IM MITTELPUNKT DER NEUEVANGELISIERUNG STEHEN

Vatikanstadt (Fidesdienst) – „England und Wales verfügen zwar über ein großes christliches Erbe, doch sie stehen einer fortschreitenden Säkularisierung gegenüber. Grundlage dieser Situation ist der Versuch eine Vision von der Menschheit zu schaffen, die von Gott getrennt und von Christus entfernt ist. Dies ist eine Mentalität, die den Individualismus übersteigert und die grundlegenden Beziehungen zwischen Freiheit und Wahrheit sprengt und demzufolge auch die gegenseitigen Bande reißen läst, die das gesellschaftliche Leben ausmachen.“, so der Heilige Vater in seiner Ansprache bei der Ad limina-Audienz für die Bischöfe aus England und Wales am 23. Oktober. „Dieser Verlust des Sinnes für Gott wird oft als ‚Verlassenheit des Menschen’ empfunden“, so der Papst weiter, „das Auseinanderfallen der Gesellschaft, die Bedrohung des Familienlebens, die dunklen Schatten der Intoleranz gegenüber anderen Rassen und des Krieges, führen dazu, dass sich viele Männer und Frauen und insbesondere junge Menschen orientierungslos und manchmal auch hoffnungslos fühlen. Denn nicht nur die Kirche spürt die Gefahr, die von der Säkularisierung ausgeht, sondern auch die bürgerliche Gesellschaft“.
In dieser Zeit der Orientierungslosigkeit richten die Gläubigen den Blick auf ihre Hirten, denn durch das Verkünden der Lehren des Evangeliums sollen sie die Finsternis vertreiben und den Weg des Lebens erleuchten. „Das Phänomen der Säkularisierung und der weit verbreiteten religiösen Gleichgültigkeit, der Rückgang bei den Priester- und Ordensberufen“, so der Papst weiter, „sowie die Schwierigkeiten, auf die die Eltern stoßen, wenn es um die religiöse Erziehung ihrer Kinder geht, zeugen von der dringenden Notwendigkeit des eigentlichen Amtes des Bischofs als authentische und anerkannte Verkünder des Evangeliums.“ Das neue Jahrtausend erfordert einen neuen Aufschwung im christlichen Leben, wie der Papst bereits im Apostolischen Schreiben Novo Millennio Ineunte betont hatte: „Wenn die Kirche den Durst der Männer und Frauen nach Wahrheit und authentischen Werten stillen will, auf denen sie ihr eigenes Leben aufbauen können, dann dürfen wir keine Mühe scheuen, wenn es darum geht wirksame pastorale Initiativen zu planen, die Jesus bekannt machen … Die Herausforderung, die wir meistern müssen, besteht darin, die Kirche zum Haus und zur Schule der Gemeinschaft zu machen, wo eine Pädagogik des Gebets, eine überzeugende Katechese zur Bedeutung der Liturgie und zur Wichtigkeit des Sonntagsgottesdienstes und die Förderung einer Praxis der regelmäßigen Beichte stattfindet.“
Der Papst wies sodann auch auf die Wichtigkeit der Evangelisierung der Kultur hin, was die kirchliche Lehre zur Ehe, zur Nutzung der Medien und zur katholischen Schule anbelangt: „Besonders wichtig ist es, dass die Einzigkeit der der Ehe, als Bund für das ganze Leben zwischen Mann und Frau, betont wird, wo sie als Ehemann- und Ehefrau liebevoll am göttlichen Schöpfungsplan teilnehmen. Die Gleichstellung der Ehe mit anderen Formen des Zusammenlebens verschleiert die Sakralität der Ehe und verstößt gegen dessen Wert im göttlichen Plan für die Menschen“. Hinsichtlich der Medien wies Papst Johannes Paul II. darauf hin, dass es „unverzichtbare Voraussetzung jeder Form der Kommunikation“ sei, „das Leben zu achten und zu schützen“. Deshalb sollen die Bischöfe die Medien auffordern gemeinsam mit ihnen „die Barrieren des Misstrauens abzubauen und zu versuchen die Völker durch gegenseitiges Verständnis und Respekt zu vereinen“. Abschließend begrüßte der Papst den „wertvollen Beitrag der katholischen Schulen“ und appellierte an die Ordensleute mit der Bitte „das Apostolat in den Schulen nicht zu vernachlässigen sondern vielmehr ihre Engagement zu erneuern und sich auch in armen Regionen in den Dienst der Erziehung zu stellen“. Der vollständige Wortlaut der Ansprache des Heiligen Vaters ist in Englisch zugänglich unter www.fides.org. (SL) (Fidesdienst, 24/10/2003 – 51 Zeilen, 594 Worte)

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