Africa
2003-05-07
AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - LANGSAME RÜCKKEHR ZUR NORMALITÄT: MISSIONARE KEHREN IN GEPLÜNDERTE UND ZERSTÖRTE MISSIONSSTATIONEN ZURÜCK
Bangui (Fidesdienst) – Die Situation in Bangui ist wieder stabiler“, erklärt ein in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik tätiger Comboni Missionar gegenüber dem Fidesdienst. „Nach der Machtübernahme durch den Armeegeneral Francois Bozizé gab es fast keine Plünderungen mehr und es konnte wieder ein Mindestmaß an Ordnung hergestellt werden. In den ländlichen Gebieten gibt es jedoch weiterhin Schwierigkeiten. Bozizé hat sich selbst zum Präsidenten ernannt und gleichzeitig auch fünf Provinzverwalter bestellt, doch die Verwaltung funktioniert nur mühsam, da zahlreiche Infrastrukturen durch den Krieg zerstört oder beschädigt wurden. Auf den großen Verbindungsstraßen dieses ausgedehnten Landes ist die Sicherheitslage immer noch prekär, da vor allem in abgelegenen Regionen immer noch Banditenbanden agieren“.
„Die Missionare kehren langsam wieder in ihre Missionsstationen zurück, die sie während der Gefechte verlassen mussten“, so der Comboni Missionar weiter, „doch sie stoßen dabei auf enorme Schwierigkeiten, da zahlreiche Missionen geplündert und völlig zerstört wurden. Der Appell der Bischöfe des Landes, die uns um baldige Wiederaufnahme unserer Tätigkeit gebeten haben, hat uns Missionaren Mut gemacht. Dabei bezeichnen die Bischöfe die Arbeit der Missionare als unverzichtbar für die christlichen Gläubigen des Landes. Außerdem unterstützen die Bischöfe die Tätigkeit der verschiedenen Missionskongregationen im Land.“
Unterdessen verhandelt Bozizé mit dem Tschad über den Rückzug der Soldaten aus dem Nachbarland, die ihn bei der Machtübernahme unterstützt hatten. Gleichzeitig werden im ganzen Land CEMAC-Friedenseinheiten der Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft der Westafrikanischen Länder der stationiert.
„Bozizé verhandelt auch mit Frankreich über die Entsendung eines Kontingents von 2000 bis 3000 Soldaten“, bestätigt der Missionar gegenüber dem Fidesdienst. „Paris könnte an eine Rückkehr in die Zentralafrikanische Republik interessiert sein, weil dabei auch die Kontrolle der Erdölvorkommen an der Grenze zum Tschad im Spiel ist, um die es auch in diesem Konflikt gegangen war“.
Die Krise in Zentralafrika hatte am 25. Oktober letzten Jahres begonnen, nachdem ein versuchter Staatsstreich des ehemaligen Oberstabsführers Francois Bozizé gescheitert war. Nach monatelangen Gefechten konnte Bozizé schließlich doch an die Macht gelangen und das Staatsoberhaupt Ange-Felix Patassé zur Flucht nach Togo zwingen.(LM) (Fidesdienst 7/5/2003 – 32 Zeilen, 338 Worte)
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