AMERIKA/KOLUMBIEN - Am kommenden Sonntag beginnt die XIII. Woche für den Frieden, die sich vor allem mit sozialer Gerechtigkeit und Versöhnung befasst

Donnerstag, 31 August 2006

Bogotà (Fidesdienst) - Soziale Gerechtigkeit und Versöhnung sind die beiden Hauptthemen über die Kirche und Gesellschaft anlässlich der XIII. Woche des Friedens nachdenken sollen, die am Sonntag, den 3. September beginnt und bis zum darauf folgenden Sonntag dauern wird. Bei der Präsentation der Initiativen hatten die Vertreter der katholischen Kirche in Kolumbien an die Behörden des Landes und an alle Staatsbürger appelliert und um eine Intensivierung der Bemühungen zur Bekämpfung der extremen Armut und der Ungerechtigkeit gebeten.
Der Leiter des Sekretariats für Soziales und Caritas, Bischof Hector Henao Gaviria von Garagoa betonte in diesem Zusammenhang, dass „die Versöhnung wesentlicher Bestandteil eines umfassenden Friedens ist“. Bei der Präsentation sagte Bischof Gaviria: „Der Aufbau des Friedens erfordert viel Klarheit, was die Prioritäten des Landes anbelangt, zu denen in diesem Moment die Bekämpfung der Armut und das Handeln zur Garantie der Erfüllung der grundlegenden Bedürfnisse und der Lebensmittelsicherheit für die meisten Kolumbianer gehört.“ Die kolumbianischen Bischöfe haben bereits in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass die extreme Armut zu den Hauptgründen für die weit verbreitete Gewalt gehört, die im Land herrscht, und die dazu führt, dass Kolumbien auf der Liste der Länder mit der höchsten Gewaltrate an zehnter Stelle steht. Obschon das Land reich an Bodenschätzen ist, leben derzeit 33 Millionen Kolumbier unterhalb der Armutsgrenze und von diesen verfügen 11 Millionen über ein Tageseinkommen von weniger als einem Dollar. Rund 48% der Bevölkerung, die in extremer Armut lebt sind Jugendliche im Alter unter 15 Jahren.
Der Sekretär der Kolumbianischen Bischofskonferenz, Bischof Fabian Marulanda Lopez von Jerico, erinnerte daran, dass die Woche des Friedens allen Vorteile bringen kann, weshalb alle zur Teilnahme an den Veranstaltungen eingeladen seien, die im ganzen Land stattfinden. In diesem Zusammenhang bat er auch um die Freilassung aller Geiseln, die sich gegenwärtig in den Händen bewaffneter Gruppen oder einfacher Krimineller befinden. Zu den schlimmsten Plagen Kolumbiens gehören die Entführungen aus politischen Gründen oder zu erpresserischen Zwecken. Wie aus offiziellen Angaben der kolumbianischen Kirche hervorgeht, befinden sich derzeit rund 2.490 Geiseln in den Händen von Entführern.
Die Woche des Friedens fand erstmals 1993 statt und soll nicht nur alle Gesellschaftsteile zum Engagement für den Frieden anregen, sondern auch über die Bemühungen tausender Menschen bekannt machen, die sich bereits für den Frieden einsetzen und über Initiativen aufklären, die zu einem menschenwürdigeren Leben beitragen. Viele Organisationen, Institutionen und Gruppen nehmen mit zahlreichen Initiativen und Aktionen an der Veranstaltung teil. (SL) (Fidesdienst, 31/08/2006 - 35 Zeilen, 415 Worte)


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