AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Bischöfe zum Konflikt in Tigray: “Wenn wir den Krieg nicht beenden, ist das unser eigenes Ende”

Freitag, 11 März 2022 bischöfe    

Addis Abeba (Fides) - "Seit dem Ausbruch des Krieges hat die katholische Kirche in Äthiopien nicht geschwiegen. Die Kirche hat immer wieder öffentliche Erklärungen abgegeben, in denen sie den Krieg, den Verlust von Menschenleben, die Vertreibung, die Zerstörung von materiellen Gütern und alle Folgen des Krieges anprangert", so die äthiopischen Bischöfe in einer gemeinsamen Erklärung der Bischofskonferenz, die verschiedenen Stellungnahmen seit Beginn des Konflikts in der Region Tigray erinnern (vgl. Fides 6/11/2020), 26/7/2021) und 23/12/2021).
Die katholische Kirche in Äthiopien habe sich außerdem zusammen mit Schwesterkirchen in anderen Teilen der Welt mobilisiert, um der vom Krieg betroffenen Bevölkerung in den Staaten Tigray, Amhara, Oromia, Afar und Benishangul Gumuz „mit Nahrungsmitteln und lebensnotwendigen Gütern zu helfen".
"Als Bischöfe haben wir mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass wir untröstlich sind, wenn wir sehen, wie die Bevölkerung leidet und keine Nahrungsmittel mehr hat", betonen sie. "Die Bischöfe versichern ihre Gebete und erneuern ihren Appell für den Schutz der natürlichen Rechte und der Würde jedes Menschen".
"Wenn wir Äthiopier die Konflikte in der äthiopischen Geschichte nicht beenden, wird es der Krieg sein, der uns Äthiopier aus der Geschichte tilgen wird", warnen die Bischöfe und erneuern ihren Appell "an alle Konfliktparteien in unserem Land, die Waffen niederzulegen und einen echten Dialog im Interesse des Volkes aufzunehmen, um ihm ein Leben in Frieden zu ermöglichen".
Der Konflikt in Äthiopien geht weiter, wie auch die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, am 7. März berichtete, die erklärte, sie erhalte "weiterhin Berichte über schwere und massive Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Konflikt in den Regionen Afar und Amhara sowie in Tigray".
Nach Angaben von Bachelet wurden zwischen dem 22. November und dem 28. Februar bei einer Reihe von Luftangriffen im Norden des Landes mehr als 300 Zivilisten getötet.
(L.M.) (Fides 11/3/2022)


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