AFRIKA/SÜDAFRIKA - Menschenhandel: Heute auch in den sozialen Medien

Donnerstag, 10 Februar 2022 menschenhandel  

Pretoria (Fides) - "Menschenhandel bedeutet nicht nur, dass man Menschen von einem Land in ein anderes bringt und versklavt. Menschenhandel ist, wenn jemand das Leben eines anderen in Besitz nimmt und es ausbeutet", so Jacqueline Fourie, Gründerin und Vorsitzende von „Small Voice Human Trafficking“, einer Nichtregierungsorganisation, die den Menschenhandel in Südafrika und Sambia bekämpft, im Anschluss an den Gottesdienst anlässlich des Festes der heiligen Bakhita in der Pfarrei „St. Augustine“ in Silverston (Pretoria). Seit 2015 begeht die katholische Kirche, am Fest der sudanesichen Heiligen, die selbst als Sklavin verkauft wurde, am 8. Februar den „Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel“.
Jacqueline Fourie erinnerte daran, dass das größte Hindernis, mit dem sich die Organisation konfrontiert sei, die Unwissenheit sei, aufgrund derer Menschen leugnen, dass es in Südafrika Menschenhandel gibt. Die Vorsitzende der NRO wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Kinder und Jugendliche von Menschenhändlern auch über soziale Medien in Fallen gelockt werden, die sie Ausbeutung nutzen. "Der Menschenhandel ist nach dem Drogenhandel das am schnellsten wachsende Verbrechen", sagte Fourie.
In seiner Predigt betonte auch Pfarrer Robert Ndung'u dass die Opfer des Menschenhandels auf der Suche nach Arbeit, auf der Flucht vor Armut, Krieg und Gewalt überall verstreut sind.
Mit Bezug auf das mysteriöse Verschwinden von Personen während der Vorstellungsgespräche, warnte Sello Mashaba von der Organisation „Without Chains“, die den insbesondere auch den Handel mit Mädchen bekämpft, vor den Stellenanzeigen einiger Modelagenturen. "Viele Mädchen sind wegen solcher attraktiv und professionell erscheinenden Arbeitsangebote verschwunden", so Mashaba.
In Südafrika gibt es verschiedene Formen des Menschenhandels, dessen Opfer südafrikanische Bürger, Asylbewerber sowie afrikanische und asiatische Migranten sind. Die COVID-19-Epidemie hat das Problem noch verschärft. Am 31. Mai 2021 rief die südafrikanische Regierung die Kinderschutzwoche unter dem Motto "Schützen wir die Kinder während COVID-19 und darüber hinaus" ins Leben. Laut dem Globalen Bericht 2018 des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung über Menschenhandel machen Kinder fast ein Drittel der Opfer von Menschenhandel weltweit aus, wobei 71 Prozent der Opfer von Menschenhandel Frauen und Mädchen sind.
(L.M.) (Fides 10/2/2022)


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