ASIEN/HEILIGES LAND - Synodaler Weg: Katholische Bischöfe wollen andere christliche Kirchen und Gemeinschaften “hören”

Mittwoch, 26 Januar 2022 mittlerer osten   ostkirchen   synodalität   bischofssynode   Ökumene   sakramente   papst franziskus  

Vatican Media

Jerusalem (Fides) – Da man auf dem gerade erst begonnenen Synodalen Weg als katholischem Kirche des Heiligen Landes auf die Weisheit und Erfahrung der anderen christlichen Kirchen im Lande Jesu „hören“ wolle, ermutigen die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes ihre eigenen Priester, "mit den Priestern und Pfarrern aller christlichen Gemeinschaften in ihrem Gebiet in Kontakt zu treten". Es handelt sich um eine Art "ökumenisches SOS", das von den katholischen Bischöfen des Heiligen Landes mit der ausdrücklichen Absicht lanciert wurde, ihre Brüder und Schwestern der anderen Kirchen und der örtlichen kirchlichen Gemeinschaften über den komplexen synodalen Weg zu informieren und möglicherweise einzubeziehen. Damit sollen sich auch die Katholiken auch in dieser Region im Hinblick auf die XVI. ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode vorbereiten, die für Oktober 2023 im Vatikan geplant ist und dem Thema "Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung" gewidmet ist.
Das Dokument wurde nicht zufällig im Rahmen der kürzlich beendeten Gebetswoche für die Einheit der Christen veröffentlicht und wenden sich die Bischöfe der katholischen Kirchen und an die Oberhäupter der anderen im Heiligen Land anwesenden Kirchen und informieren sie vor allem über die missionarischen Absichten, die den synodalen Prozess beseelen, der auch im Land Jesu eingeleitet wurde, wie es in jeder katholischen Diözese weltweit auf Wunsch von Papst Franziskus geschehen soll.
"Es geht darum", erklären die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes, "sich gemeinsam auf den Weg zu machen, einander zuzuhören, um in der Gemeinschaft zu wachsen, die Beteiligung aller zu stärken und sich mit größerem Enthusiasmus für die Mission der Kirche einzusetzen. Das Ziel, das es anzustreben gilt", fügt das Dokument hinzu, "ist die Erneuerung der Kirche in einer Zeit, in der wir aufgerufen sind, uns so vielen Krisen in allen Bereichen zu stellen". Auch im Heiligen Land habe "die Pandemie ihre tragischen Auswirkungen auf das Leben der Kirche gehabt", während "die politische Situation weiterhin zahlreiche Hindernisse für unsere Sendung und das Leben unserer Gläubigen schafft", die oft müde und hoffnungslos erscheinen, "weil sie wenig oder keine Zukunft für die Christen in unserer Region sehen". In einer solchen Situation - so die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes weiter - "müssen wir alle unsere Kräfte bündeln, uns auf den Glauben besinnen und glauben, dass der Weg mit Christus uns zu einem Horizont der Hoffnung führt".
Die lokale Phase des synodalen Weges soll bis Anfang September 2022 dauern. In dieser Zeit werden Pfarreien, Institutionen, Kongregationen und katholische Bewegungen, die im Heiligen Land präsent sind, gemeinsam ihren synodalen Weg gehen, auch um "einen umfassenden Bericht über den Zustand der Kirche zu erstellen". „Und in diesem Prozess", erklären die katholischen Bischöfe, die sich an die Oberhäupter der anderen Kirchen und Gemeinschaften wenden, "würden wir gerne mit Ihnen teilen, was wir lernen und was wir von Ihnen lernen, indem wir auf Ihre Weisheit und Erfahrung hören“. Der Appell scheint sich insbesondere auch an die Brüder der orthodoxen Kirchen und der alten Ostkirchen zu richten, die nicht in voller Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom stehen: "Papst Franziskus", so erinnern die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes, "hat wiederholt gesagt und geschrieben, dass die Katholiken bei der Ausübung der Synodalität viel von den Orthodoxen lernen können. Während wir uns auf den Beginn dieser Reise vorbereiten, ist uns mehr denn je bewusst, dass wir alle zusammen als Jünger Christi in diesem Land, das seine Heimat ist, dazu berufen sind, seine Zeugen zu sein. Denken wir daran, dass es sein größter Wunsch ist, dass wir eins sind (vgl. Joh 17)".
„Auf dem synodalen Weg“ - so heißt es in dem von den katholischen Bischöfen des Heiligen Landes veröffentlichten Text weiter - "sind wir eingeladen, mehr zuzuhören als zu sprechen. Wir hören auf die Stimme des Herrn, wenn wir ihm auf dem Weg begegnen, auf die Stimme des Heiligen Geistes, die uns durch die Heilige Schrift und in der Begegnung mit unserem Nächsten erreicht. Indem wir das Zuhören in den Mittelpunkt des synodalen Prozesses stellen, möchten wir allen diesen Weg nahe bringen, sondern auch auf das hören, was man uns sagen möchte. Wir ermutigen unsere Priester, mit den Priestern und Seelsorgern aller christlichen Gemeinschaften in ihrer Umgebung in Kontakt zu treten".
Die Versammlung der ordentlichen katholischen Bischöfe des Heiligen Landes hatte bereits Anfang November "Ökumenische pastorale Richtlinien" für die katholischen Kirchen erlassen (vgl. Fides 4/11/2021). Nach diesen Richtlinien kann ein Priester, der einer der im Heiligen Land anwesenden katholischen Gemeinschaften angehört, die Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung auch Christen spenden, die nichtkatholischen orthodoxen und östlichen Kirchen angehören, „wenn diese spontan und aus eigener Initiative darum bitten und entsprechend vorbereitet sind".
(GV) (Fides 26/1/2022).


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