AFRIKA/MALAWI - Bischöfe fordern Schutz für Mitarbeiter der Anti-Korruptions-Behörde

Freitag, 21 Januar 2022 korruption     bischöfe  

Lilongwe (Fides) - "Niemand sollte unter Druck gesetzt, durch Drohungen oder andere Mittel eingeschüchtert werden, wenn er seine Arbeit zum Wohle des Landes verrichtet. Im Interesse des Aufbaus eines gerechteren und transparenteren Malawi zum Wohle aller seiner Bürger dürfen die Ermittlungen des ACB in keiner Weise behindert oder beeinflusst werden", fordern die Bischöfe von Malawi in einer Erklärung, in der sie besonderen Schutz für die Mitarbeiter des Antikorruptionsbüros (ACB) fordern.
"Wir appellieren deshalb an unser Staatsoberhaupt Lazarus McCarthy Chakwera, den Vizepräsidenten Saulos Klaus Chilima und alle zuständigen staatlichen Institutionen, die Sicherheit der ACB-Mitarbeiter und insbesondere ihres Generaldirektors zu gewährleisten", so die Bischöfe mit Nachdruck.
In der Erklärung würdigen die Bischöfe die Bemühungen der ACB-Mitarbeiter und ihren Mut, ihre Professionalität und ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Korruption und erinnern an die Ergebnisse, die das Büro in den letzten sechs Monaten bereits erreicht hat.
Die Bischöfe erinnern daran, dass die Korruption die Würde des Einzelnen untergräbt und die Ideale derjenigen zerstört, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. "Allzu oft haben die Institutionen und ihre Vertreter das Vertrauen der Bürger missbraucht und in einer Weise gehandelt, die die systematische Korruption weiter verfestigt und die Bekämpfung der Korruption erschwert", heißt es in der Stellungnahme. Korruption behindere nicht zuletzt auch den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie im Lande erheblich. Die malawische Polizei hat unetrdessen mehr als 64 Regierungsbeamte verhaftet, weil sie 8 Millionen Dollar an Regierungsgeldern, die für den Kampf gegen Covid-19 vorgesehen waren, fehlgeleitet haben sollen.
"Kein Verdächtiger, egal wie mächtig, reich oder mit der Macht verbunden, darf vor der Justiz geschützt werden. Gleichsam muss die Möglichkeit der Verteidigung in einem fairen Prozess gewährleistet sein", so die Bischöfe abschließend.
Kurz zuvor hatten sich Mitarbeiter Ausschusses für öffentliche Angelegenheiten (PAC) der Bischofskonferenz bei einem Treffen mit Präsident Chakwera mit dem Thema der Korruption im Land befasst. Dabei berichteten die Delegierten dem Staatschef über die Stimmungslage des Volkes: "Bei allem Respekt für die Erklärungen zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und ihren Folgen für die Wirtschaft, ist in der öffentliche Meinung der Anschein entstanden, dass die Regierung keine Politik zur Bewältigung der wirtschaftlichen Probleme hat", bekräftigte der Vorsitzende der bischöflichen Kommission, Bischof Patrick Thawale.
(L.M.) (Fides 21/1/2022)


Teilen: