ASIEN/MYANMAR - Bischof bedauert Anschläge auf Kirchen: “Sie treffen das Herz der Gläubigen“

Mittwoch, 1 Dezember 2021 kriege     ortskirchen   religionsfreiheit  

Pekhon (Fides) - Die katholische Kirche „St. Nikolaus“ in der Stadt Thantlang in der Diözese Hakha ist in Brand gesetzt worden. Die Armee brannte am 28. November mehr als 80 Häuser in der Stadt Thantlang im burmesischen Bundesstaat Chin im Westen Myanmars nieder und beschuldigte die Bewohner der Zusammenarbeit mit den Rebellen. Anwohner berichteten, dass die Übergriffe des Militärs am 25. November begannen und die Ausschreitungen in der von Katholiken und Protestanten bewohnten Stadt mindestens vier Tage lang anhielten. Die St. Nikolaus-Kirche wurde vor 28 Jahren erbaut. Obwohl die örtliche katholische Gemeinde klein ist, stammen bereits zwei katholische Priester aus dieser Gemeinde, die bereits in den letzten Monaten von militärischer Gewalt betroffen war. Aufgrund der heftigen Kämpfe zwischen der regulären birmanischen Armee und der separatistischen „Chinland Defence Force“ (CDF) sind alle Einwohner der Stadt Thantlang (etwa 10.000 Menschen) geflohen.
"Während die myanmarische Armee die Häuser von Zivilisten niederbrennt, die lokale Bevölkerung verhaftet und tötet, fliehen in mehreren Gebieten des Landes in den Staaten Chin, Shan und Kayah (in den Gebieten der Diözesen Hakha, Pekhon bzw. Loikaw) die Zivilisten in die Wälder“, berichtet ein einheimischer Beobachter. „In diesen drei Regionen gibt es einen stärkeren und besser organisierten Widerstand der Jugendmilizen gegen die Armee von Myanmar, die Vergeltungsmaßnahmen gegen die lokale Bevölkerung ergreift“.
Zu den wiederholten Anschlägen auf christliche Gotteshäuser äußert sich Bischof Peter Hla von Pekhon im Bundesstaat Shan in einem beherzten Brief an den Chef der örtlichen myanmarischen Armee. In dem Schreiben erinnert der Bischof mit Bedauern an die Bombardierung der Herz-Jesu-Kathedrale in der Stadt Pekhon durch das Militär, die innerhalb von fünf Monaten dreimal unter Beschuss genommen wurde.
"Ein Angriff auf die Kathedrale ist wie ein Angriff auf das Herz eines jeden Gläubigen, alle Gläubigen sind traurig über die Angriffe", schreibt Bischof Hla. Die Diözese Pekhon, „hat stets herzliche Beziehungen zu den Vertretern der örtlichen Armee unterhalten und ist bereit, eine Beziehung des Respekts zu wahren“. Aber "wenn die Kirchen und katholischen Gebäude erneut angegriffen werden, werden alle herzlichen Beziehungen unterbrochen, und dies wird schmerzhafte Folgen für alle haben", da es zu weiteren Spannungen und Feindseligkeiten in einer Gesellschaft führen wird, die bereits durch den Bürgerkrieg belastet ist.
Grundlose Gewaltakte gegen Zivilisten und Kultstätten verstärke die Ablehnung und den Protest der Jugend gegen die Armee, so ein einheimischer Priester gegenüber Fides. Er stellt fest, dass Kirchen immer häufiger Ziel militärischer Angriffe werden, während dies bei Pagoden und buddhistischen Tempeln nicht der Fall ist. Die katholischen Gläubigen und die Gläubigen anderer Konfessionen fürchten deshalb gezielte Repressalien gegen christliche Gemeinden.
Die Christen in Myanmar machen etwa 6 % der zu 90 % buddhistischen Bevölkerung aus. Sie leben laut der letzten Volkszählung von 2016 vor allem in den Bundesstaaten Chin, Kayah und Kachin. Sie gehören hauptsächlich ethnischen Minderheiten an, die in der Vergangenheit um Autonomie gegenüber der Zentralregierung gekämpft haben, und leiden aus ethnischen und religiösen Gründen seit langem unter der Feindseligkeit der birmanischen Armee, die sich überwiegend aus Angehörigen der ethnischen Gruppe der Bamar zusammensetzt und buddhistischen Glaubens ist.
(JZ-PA) (Fides 1/12/2021)


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