ASIEN/MYANMAR - Trotz Zunahme der Covid-19-Infektionen wird der zivile Ungehorsam fortgesetzt

Freitag, 9 Juli 2021   gewalt   politik   zivilgesellschaft  

Hakha (Fides) - Pater Jerome Hlawn Khawl, katholischer Priester und Pfarrer der Kathedrale St. Joseph in der Stadt Hakha, der Hauptstadt des Bundesstaates Chin, im Westen Myanmars, versorgt Familien, in denen mit Covid-19 infizierte Menschen leben, mit Sauerstoff. Der Pastoralrat der Pfarrei kündigte, dass jeder, der Sauerstoff für Covid-Infizierte benötigt, diesen anfordern und abholen kann. „Diese wohltätige Spende“, unterstreicht die Ortskirche, „wird ohne Diskriminierung von ethnischer Zugehörigkeit, Sprache, Religion gewährt.“ Pfarrer David Khin Hmung von der katholischen Gemeinde in Tiphul bestätigt gegenüber Fides: "Wir reichen den Bedürftigen in Zeiten der Not die Hände und helfen den Menschen der Diözese Hakha, wo sich die Pandemie ausbreitet und wir ihre schwerwiegenden Auswirkungen spüren". Der katholische Geistliche erinnert daran, dass in den letzten Wochen in der Diözese Hakha über 60 protestantische Pastoren und drei katholische Priester sowie zwei Ordensfrauen aufgrund der Pandemie gestorben sind.
Nach dem Putsch vom 1. Februar und den daraus resultierenden Volksprotesten hat nach Beginn der Regenzeit auch die Zunahme der Covid-19-Pandemie das Land belastet. Unterdessen haben sich die Kämpfe in mehreren Gebieten des Landes beruhigt (nur noch die Mitte des Landes ist betroffen). Die Pandemie führte auch zu Infektionen in den Reihen der Armee, weshalb das Militär seine Strategie zum Schutz der Soldaten änderte, während die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ebenfalls vom Kampf gegen die Pandemie beherrscht wird.
Unterdessen "setzen Bürger die Bewegung des zivilen Ungehorsams fort, zahlen keine Steuern und boykottieren öffentliche Dienstleistungen. Selbst Geschäftsleute nehmen nicht an öffentlichen Ausschreibungen teil und so setzt die Zivilbevölkerung ihren Widerstand gegen die Militärjunta fort“. Dies bestätigt eine Quelle des Fidesdienstes in Yangon.
Unterdessen fordert auch der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar, Thomas Andrews, in einem Schreiben an den Rat für Menschenrechte der Vereinten Nationen, eine Reaktion der internationale Gemeinschaft "Ich spreche über wirtschaftlichen Druck, die Kürzung der Einnahmen, die die Militärjunta benötigt, um weiterhin an der Macht zu bleiben“, so Andrews, „Ich spreche davon, den Zugang zu Waffen und Technologie zu kürzen." Andrews forderte ein "Krisenbündnis für das burmesische Volk", eine Staatengruppe, die auch Waffenexporte an die burmesische Junta wirksam verhindern soll.
In dieser Phase der Gewalt und des Leidens der Bevölkerung haben die Vereinten Nationen auch darum gebeten, der Zivilbevölkerung in Myanmar humanitäre Hilfe leisten zu können, und sich bereit erklärt, gemeinsam mit dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN), dem Myanmar angehört, zu intervenieren "ohne dass die Hilfe des Militärs, die der Instrumentalisierung dient, in Anspruch genommen wird".
(PA-JZ) (Fides 9/7/2021)


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