ASIEN/MYANMAR - Vorwurf der Kriegsverbrechen an Zivilisten: Kirchenvertreter bitten um Achtung der Menschenwürde

Freitag, 18 Juni 2021 menschenrechte   gewalt     kriege   kriegsverbrechen  

Mandalay (Fides) - "Es herrscht große Entmutigung und Traurigkeit. Wir sind sehr besorgt über die anhaltende Gewalt und den sich ausbreitenden Bürgerkrieg. Die Episode der Zerstörung des Dorfes Kin Ma in der Gemeinde Pauk, hat alle erschüttert zurückgelassen. Die Nation braucht Frieden und die Zivilbevölkerung leidet sehr", so Pfarrer Peter Htwal Sei Myint aus der Erzdiözese Mandalay, über die jüngsten Ereignisse in Diözese, wo am 15. Juni Zusammenstößen mit Oppositionsgruppen die birmanische Armee das Dorf Kin Ma, in dem etwa 800 Menschen lebten, in Brand steckte und etwa 200 Häuser in Schutt und Asche legten. Die meisten Dorfbewohner mussten fliehen und versteckten sich in nahegelegenen Wäldern. Nach Angaben von Augenzeugen konnten zwei der ältesten Dorfbewohner nicht entkommen und wurden bei lebendigem Leib verbrannt.
"Die Armee gibt den Widerstandsgruppen der Volksverteidigungskräfte die Schuld, aber das Volk beschuldigt die Armee, dass sie auch andere Episoden Gewalt gegen Zivilisten verübt. Es ist eine sehr ernste und schmerzhafte Situation, in der sich unser Land befindet. Wir beten und bitten alle Beteiligten, die Menschenwürde zu respektieren und die Schwachen und Verletzlichen zu verschonen", so der katholische Priester.
Thin Ling Aung, Vertreter des "Committee Representing Pyidaungsu Hluttaw" (CRPH), des burmesischen Exilparlaments, bezeichnet solche Aktionen als "Kriegsverbrechen" und bestätigt, dass die CRPH eine Beschwerde bei den entsprechenden internationalen Organisationen einreichen werde. Der burmesische Anwalt Kyi Myint beklagt, dass "das Militär unmenschliche Angriffe auf Zivilisten verübt".
In einer öffentlichen Erklärung äußert unterdessen auch das UN-Büro in Myanmar „Besorgnis über die Eskalation der Menschenrechtsverletzungen“ im Land und beklagt Verstöße beider Seiten. Deshalb fordern die Vereinten Nationen „alle Akteure in der aktuellen Krise auf, dafür zu sorgen, dass die internationalen Menschenrechtsnormen und -standards eingehalten werden“. "Dazu gehört die Einhaltung der Verpflichtung zur Minimierung von Kollateralschäden an Zivilisten und ziviler Infrastruktur sowie ein Verbot der kollektiven Bestrafung von Gemeinschaften, Familien oder Einzelpersonen", so das UN-Büro, das fordert, dass "alle Verantwortlichen für Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen werden, einschließlich der Täter und ihrer Befehlskette".
(PA-JZ) (Fides 18/6/2021)


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