AFRIKA/ÄGYPTEN - Todesurteil gegen den Mörder von Bischof Epiphanios vollstreckt

Montag, 10 Mai 2021 mittlerer osten   ostkirchen     todesstrafe   gerechtigkeit  

coptstoday

Damanhur (Fides) – Im Gefängnis in Damanhur, wurde die Todesstrafe gegen Wael Saad Tawadros, den ehemaligen koptisch-orthodoxen Mönch, der als Mörder von Bischof Epiphanios verurteilt wurde, vollstreckt. Er hatte den Abt am 29. Juli 2018 in dem von ihm geleiteten Kloster San Macario getötet. Die Nachricht von der Vollstreckung bestätigten am Sonntag, den 9. Mai, die Angehörigen des zum Tode Verurteilten. "Wir wurden heute Morgen um 8.00 Uhr darüber informiert, dass die Hinrichtung im Damanhur-Gefängnis stattgefunden hat, und ich bin auf dem Weg, um seine Leiche abzuholen", so ein Bruder des zum Tode Verurteilten gegenüber den ägyptischen Medien. Damit endet eine Episode, die die gesamte koptische Kirche und insbesondere das Netzwerk der Mönchsgemeinschaften entsetzt und verwundet hatte (vgl. Fides 30/07/2018 und 11/8/2018).
Am 1. Juli 2020, hatte das Oberste Gericht in Ägyptens das bereits in erster Instanz gegen Wael Saad Tawadros verhängte Todesurteil bestätigt, während ein zunächst auch gegen seinen Komplizen, den Mönch Falta'os Al-Makary ausgesprochene Todesurteil in lebenslange Haft verwandelt wurde. Während des gesamten Prozesses erklärten sich beide Angeklagten für unschuldig und zogen auch frühere Schuldbekenntnisse zurück, von denen sie sagten, dass sie durch psychologischen Druck der Ermittlungsstellen erpresst worden waren. Wie aus den Ermittlungen, die dem Gerichtsverfahren zugrunde liegen hervorgeht, war es zu Streitigkeiten zwischen dem ermordeten Abt und den beiden Verurteilten über wirtschaftliche Fragen und verschiedene Verstöße der beiden Mönche gegen die Mönchsregeln gekommen.
Der zum Zeitpunkt des Mordes 64jährige Anba Epiphanius war gebürtig aus Tanta und Doktor der Medizin. 1984 war er in das Kloster von S. Macario in der Region Wadi Natrun eingetreten und hatte die Priesterweihe 2002 empfangen. Als Forscher und Gelehrter hatte er an Übersetzungen vom Griechischen ins Arabische verschiedener Bücher der Bibel gearbeitet und als Experte an der 10. internationalen Konferenz für koptische Studien teilgenommen, die 2012 in Rom stattgefunden hatte. Die 100 Mönche des Klosters von S. Macario hatten ihn am 3. Februar 2013 mehrheitlich zum Abt gewählt. Er war Schüler von Matta el Meskin – dem spirituellen Vater und Schlüsselfigur der jüngsten Geschichte des koptisch-orthodoxen Klosters - und pfelgte intensive spirituelle Momente mit Klostergemeinschaften der katholischen Kirche.
Infolge des Mordes an Anba Epiphanios kam es zu einem weiteren Umdenken im Zusammenhang mit dem Klosterleben, das bereits vor einige Zeit zuvor in der koptisch-orthodoxen Kirche begonnen hatte, und eine unbestreitbare Beschleunigung nach dem Mord an Bischof hatte Epiphanios erfuhr (vgl. 6/08/2018). Am Freitag, den 3. August 2018, beschloss der für koptisch-orthodoxen Klöster zuständige Ausschuss der Heilige Synode der, 12 Regeln. Die bereits von Patriarch Tawadros II. ratifizierte Regeln, sollten fortan von allen zu befolgen sein, die in einer Klostergemeinschaft der koptisch-orthodoxen Kirche leben.
(GV) (Fides 10/5/2021)


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